Zwischen Bachelor und Master – Ausflug in die Berufswelt bei ENSO

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Als Praktikantin habe ich vielseitige Aufgaben in der Netzwirtschaft zu bearbeiten.

Den Bachelorabschluss fast in der Tasche und nun die Wahl: gleich mit dem Masterstudiengang weitermachen, Auslandserfahrung sammeln oder einen Abstecher in die Berufswelt wagen? Für mich, Claudia Riemer, Wirtschaftsingenieur-Studentin an der TU Dresden, stand fest: erst einmal in die Arbeitswelt eintauchen.

Ein mehrwöchiges Pflichtpraktikum habe ich während meines Studiums schon absolviert. Um ein Unternehmen intensiver kennen zu lernen, sollte es aber ein mehrmonatiges Praktikum sein. Also ging die Suche los. Weil ich mich auf den Gebieten Energiewirtschaft und Elektroenergietechnik spezialisiert habe, war ein Energieversorgungsunternehmen erste Wahl.

Mit einem Kommilitonen unterhielt ich mich über meine Pläne. Er erzählte mir von seinem Praktikum bei ENSO und davon, welche interessanten Aufgaben er übernehmen durfte. Danach empfahl er mir, mich zu bewerben. Den ostsächsischen Energieversorger kannte ich schon vorher. Nicht nur durch den großen blau-weißen Schriftzug am Gebäude gegenüber dem Dresdner Hauptbahnhof, sondern auch durch meine Internetrecherchen.

Die ENSO-Hauptverwaltung am Dresdner Hauptbahnhof ist mein Praktikumsort. Foto: Jörg-Rainer Oesen

Nach dem Gespräch mit meinem Kommilitonen informierte ich mich unter anderem auf www.enso.de noch einmal intensiver über das Unternehmen. Danach war mir klar: Das passt genau zu meinem Studium. Da ich auf der Karriereseite kein passendes Praktikumsangebot fand, habe ich mich mit meinen eigenen Vorstellungen initiativ beworben. Ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und bekam wenig später die Zusage für mein Praktikum in der Fachgruppe Netzwirtschaft.

Viel Zeit, um aufgeregt zu sein, hatte ich vor Praktikumsbeginn nicht. Eine Woche, nachdem ich meine Bachelorarbeit verteidigt hatte, ging es los. Anfang Oktober 2012 startete ich in mein sechsmonatiges Praktikum bei der ENSO NETZ GmbH. Ich freute mich darauf, verschiedene Aufgabengebiete kennen zu lernen und einen umfassenden Eindruck von der Arbeit bei einem Netzbetreiber zu bekommen.

Am ersten Arbeitstag erklärte meine Betreuerin mir und einem anderen Praktikanten die Organisationsstrukturen im Unternehmen, die Aufgaben der einzelnen Abteilungen und stellte uns die Themengebiete der Fachgruppe näher vor. Vom Team wurden wir sehr nett begrüßt. Durch Fach- und persönliche Gespräche lernten wir die Kollegen näher kennen. Dann bekam ich schon die ersten Aufgaben: im Energiedatenmanagement (EDM) habe ich beispielsweise die Lastprofile von Zählpunkten umgestellt oder auch die Profildaten einiger Marktpartner aktualisiert.

Abseits des Studiums ist vieles neu für mich – vor allem die Gesetze und Regelungen, die ein Netzbetreiber beachten muss. Foto: Thomas Eisenhuth

Mittlerweile habe ich mich schon in Themengebiete der Netzwirtschaft eingearbeitet – beispielsweise in die Abrechnung von Entnahmestellen oder in die Prognose von Energieverbräuchen. Jedes Mal bin ich wieder erstaunt, wie viele Bestimmungen und Gesetze die Aufgaben eines Netzbetreibers beeinflussen. Von einer Stromnetzentgeltverordnung oder einer Anreizregulierungsverordnung hatte ich in meinem Studium noch nicht viel gehört.

Zu meinen Aufgaben zählte es, mich mit möglichen Verwaltungsgebühren, die die Bundesnetzagentur festlegt, zu beschäftigen. Momentan analysiere ich, wie Energiemengen für Kleinkunden im SAP hochgerechnet werden. Bei jeder Aufgabe erklären mir meine Kollegen auch die Hintergründe. Das finde ich toll und gibt mir die Chance, mir tiefgründiges Wissen anzueignen. Bei der Pflege von Marktpartnerdaten lernte ich, dass es festgelegte Marktrollen wie Lieferant oder Bilanzkreisverantwortlicher gibt. Außerdem erfuhr ich, wie die Energiemengen im Strom- und Gasnetz den Lieferanten und Kunden zugeordnet werden. Immer wieder stieß ich auf Begriffe und Zusammenhänge, die ich aus Vorlesungen wie Elektroenergieversorgung oder Energiewirtschaft kenne.

Jetzt freue ich mich wieder auf die Universität, an der ich mein Masterstudium beginne. Foto: TUD/Eckold

Ich kann solch einen Abstecher in die Arbeitswelt nur empfehlen. Es lohnt sich, abseits der Theorie die Berufspraxis zu testen, das Arbeiten im Büro kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Wer sich für die Energieversorgung interessiert, ist mit einem Praktikum bei ENSO gut aufgehoben.

Das Praktikum hat mir auch die Erkenntnis gebracht, mit meinen Spezialisierungen die richtige Wahl getroffen zu haben. Ich bin mir jetzt sicher, dass ich den Fokus in meinem Masterstudium unter anderem auf das Thema Energierecht legen werde. Bevor es allerdings damit losgeht, nutze ich die Zeit nach dem Praktikum noch für eine Südamerikareise, um mein Spanisch zu verbessern.

Veröffentlicht von Nachwuchs am 5. Februar 2013 15:01 in Karriere

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