Noch Zukunftsmusik: Mit dem E-Auto von Ostsachsen nach München

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Streckenverlauf-von-Großpostwitz-in-Ostsachsen-nach-München

In Zukunft soll es möglich sein, diese Strecke komplett elektrisch zu bewältigen.

Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in Ostsachsen und wollen nach München. Mit einem Elektroauto! Ein abwegiger Gedanke, finden Sie? Zumindest einer, der viele Fragen nach sich zieht:

Gibt es entlang der Strecke genügend Stromtankstellen? Erreiche ich diese auch oder bleibe ich unterwegs liegen? Schalte ich die Lüftung und das Radio ein oder verkneife ich es mir lieber, weil so die Batterie länger hält? Damit jeder, der es will, eine solche Fahrt mit einem Elektroauto in Zukunft genauso beruhigt antreten kann wie mit einem herkömmlichen Auto, haben sich die Bundesländer Bayern und Sachsen im gemeinsamen Schaufenster „Elektromobilität verbindet“ zusammengefunden.

Das „Schaufenster“ steht dabei für: Erprobungsraum, Versuchslabor und Werkstatt, in der Elektromobilität auf Nutzen, Umweltwirkung und Nutzerakzeptanz getestet wird. Mehr als 60 Projekte aus den Bereichen Fahrzeug, Verkehr und Energie werden bis zum Jahresende 2015 umgesetzt.

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Im Zuge des Projektes “ENMOVER” baut ENSO sein Stromtankstellennetz in Ostsachsen weiter aus. Foto: Jörg-Rainer Oesen

Als Partner und Unterstützer arbeiten daran über 150 Unternehmen mit – neben kleinen und mittleren Firmen, regionalen Energieversorgern und Anbietern des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auch öffentliche Institutionen. Beteiligt sind namhafte und weltweit führende Unternehmen wie Audi, BMW, Porsche, E.ON oder Siemens ebenso wie Universitäten und Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus gibt es länderübergreifende Kooperationen – mit Österreich und der kanadischen Provinz Quebec.

Fünf inhaltliche Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt des „Schaufensters“:

  1. Langstreckenmobilität zur Anbindung an die Nord-Süd Achse A9 München-Leipzig.
  2. Urbane Mobilität mit geeigneten Park- und Lademöglichkeiten.
  3. Ländliche Mobilität für schwierig zu erschließende Regionen.
  4. Internationale Verbindungen durch Sichtbarkeit auf Messen, Flughäfen und im Tourismus sowie der Erfahrungsaustausch mit Österreich und der kanadischen Provinz Quebec.
  5. Aus- und Weiterbildung auf schulischer, betrieblicher und akademischer Ebene.

Mit dem gemeinsamen Drei-Jahres-Projekt „Energie und Mobilität im Verbund (ENMOVER)“ wollen ENSO und DREWAG Elektromobilität der Öffentlichkeit im städtischen und ländlichen Raum zugänglich machen. Ziel ist es, Komplettangebote zu entwickeln – von der Grünstrombereitstellung über die Ladeinfrastruktur bis hin zur Fahrzeugnutzung. Dazu erproben wir den Einsatz von Elektroautos in Mehrfachnutzungsszenarien, beispielsweise durch die Kooperation mit CarSharing-Anbietern, oder bei Aktionen wie dem E-Mobil-Testherbst.

AC-DC-Schnellladesystem

Dank CCS-System können Batterien von Elektrofahrzeugen sowohl mit Wechselstrom als auch mit Gleichstrom aufgeladen werden. Foto: Phoenix Contact

Im Rahmen des Projektes ENMOVER wird ENSO neue Elektroautos anschaffen und neue Stromtankstellen errichten. Darüber hinaus soll die Gleichstrom-Schnellladung für Elektrofahrzeuge nach dem CCS-System, welches das „Betanken“ innerhalb von 30 Minuten ermöglicht, im Alltag getestet werden. Die DREWAG plant ebenfalls, zusätzliche Elektroautos einzusetzen, und baut das Ladesäulennetz im Stadtgebiet weiter aus.

Künftig sollen verstärkt auch Dritte die Möglichkeit bekommen, mit unseren Elektroautos zu fahren. In Feldversuchen wollen wir betriebliche und private Fahrzeugnutzung kombinieren sowie Elektromobilität im kommunalen Wirtschafts- und Tourismusverkehr und im Pendlerverkehr erproben. Ein Beispiel ist die Idee, an ausgewählten Schlössern in Ostsachsen ein Elektrofahrzeug inklusive Lademöglichkeit bereitzustellen. Diese Fahrzeuge können sowohl Touristen als auch die Schlösserverwaltung selbst nutzen.

Blick-ins-Cockpit-des-Elektro-Hybridfahrzeugs-Opel-Ampera

Mit dem Elektro-Hybridfahrzeug Opel Ampera ist die Fahrt von Ostsachsen nach München schon jetzt halbelektrisch möglich. Foto: Lutz Weidler

In Zukunft könnte eine Fahrt von Ostsachsen nach München mit elektrischer Fortbewegung so verlaufen: Auf Ihrem Smartphone kaufen Sie sich ein „Handy-Ticket“ für den ÖPNV. Mit dem elektrischen Linienbus gelangen Sie zum Bahnhof und von da auf dem Schienenwege zum Dresdner Hauptbahnhof.

Dort steigen Sie in den ICE oder ins Elektroauto um, das Sie zuvor mit dem Smartphone reserviert haben. Über Zwickau, Bayreuth und Nürnberg fahren Sie auf der A9 nach München. Dank Schnellladetechnik können Sie die nötigen Pausen unterwegs für das „Betanken“ an einer Stromtankstelle nutzen. In München stellen Sie den Mietwagen ab und erledigen Ihre Wege mithilfe des elektrischen ÖPNV.

Was halten Sie davon?

Veröffentlicht von Dr. Tino Schuette am 13. März 2013 14:23 in Elektromobilität, Energie

Kommentare

5 Reaktionen zu “Noch Zukunftsmusik: Mit dem E-Auto von Ostsachsen nach München”
  • Von Marcel

    ich versuche schon seit 2 Monaten eine RFID Ladekarte zu bekommen...sorgt doch bitte endlich mal dafür, z.B. einen Link zum Antrag oder so, man könnte dem Kunden doch so ein Formular schicken, stattdessen langes warten in der Warteschleife....jetzt bezahlt man knapp 22.000€ für so ein Elektrofahrzeug plus 79,-€ Akkumiete und wird nicht ernstgenommen und steht im Ostsachsen vor der Ladesäule, bitte sorgt dafür das man auch in Ostsachsen Zugang bekommt, jedes mal abschleppen, macht dann kein Zero Emission, den der Abschleppwagen fährt mit Kraftstoff.... Antworten

  • Von Madlen

    Mein Leaf kam sogar knapp 33.000€, musste vor kurzen auch abgeschleppt werden, weil dies Säule nicht zugänglich sind, total ärgerlich...man erreicht den Zuständigen Wald oder so ähnlich nicht...ärgerlich.... Antworten

  • Von Claudia Weinhold

    Hallo Marcel, hallo Madlen,

    ich kann nachvollziehen, dass Sie verärgert sind. Mein Kollege, der sich um die Vergabe der Tankkarten kümmert, ist heute nicht im Haus. Ich gehe gleich am Montag mit Ihren Hinweisen auf ihn zu. Den Vorschlag, ein Onlineformular anzubieten, nehme ich mit.

    Wir melden uns per E-Mail wieder bei Ihnen.

    Viele Grüße

    Claudia Weinhold Antworten

  • Von Herr Lutzmann

    ... es ist interessant, lustig und ärgerlich zugleich ...
    Was? Die Förderobjekte des "Schaufensters", z. Bsp das Thema:
    "Ländliche Mobilität für schwierig zu erschließende Regionen"
    In meiner Famile wird seit 1996 elektrisch gefahren, zuerst mit einfachen Pedelecs der Pionierfirma "Schachner", heute gehts mit
    was neueren auf die Radwege und seit 2006 mit zwei Elektro-PKW`s
    auf der Landstraße. Und wir wohnen auf dem Lande - Erfahrungen gibts da massenweise ...
    "interessant" sind solche Themen immer
    "lustig" was rauskommt, wenn wir das mit unseren jahrelangen Kenntnissen dann vergleichen
    "ärgerlich" wenn Fördermittel für Studien ausgegeben werden, deren Inhalte und Ergebnisse eigentlich schon vorliegen
    Diese Fördermittel wären in neue "ENSO" Ladesäulen besser inverstiert ...
    Immerhin muß ich sagen, die ENSO Säulen haben meine E-Karre noch nie im Stich gelassen, auch weil irgendwie immer die Parkflächen frei waren, und wenns mal nicht ging, der Schukostecker des Ladekabels passt immer in jedwede Schukodose ... Antworten

    • Von Alexander Dreuse

      Hallo Herr Lutzmann,

      ich bin neu bei ENSO und wie mein Vorgänger Tino Schütte mit dem Thema Elektromobilität betraut.

      Es freut uns sehr, dass Sie als quasi-Pionier der Elektromobilität genauso wie unser Unternehmen ein Fan der elektrischen Fortbewegung sind. Leider stellen Nutzer von Elektrofahrzeugen heutzutage noch eine vergleichsweise kleine Mobilitätsgruppe dar.

      Um dies zu ändern, engagiert sich ENSO im Rahmen der Schaufensterprojekte. Ein Ziel ist es, das Thema Elektromobilität stärker in die Öffentlichkeit zu tragen und auch in der Breite tragfähige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Begleitende Studien dafür sind in diesem noch jungen, dynamischen Markt unabdingbar.

      Wir haben vor, weitere Ladesäulen - auch im ländlichen Raum - zu errichten.

      Da uns insbesondere die Alltagsintegration und ländliche Elektromobilität beschäftigt, sind wir sehr an Ihren langjährigen Erfahrungen interessiert. Schreiben Sie mir gern eine E-Mail, in der Sie mir darüber berichten! Vielleicht entsteht daraus auch ein Beitrag im ENSO-Blog.

      Viele Grüße

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