Warmes Wasser durch Luft – ein Erfahrungsbericht

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Händewaschen-mit-Warmwasser

Foto: www.istockphoto.com

Zugegeben, die Überschrift stimmt nicht ganz, denn Strom und eine Wärmepumpe braucht es auch, um Wasser durch Luft zu erwärmen. Warmes Wasser ist in der heutigen Zeit Standard in deutschen Haushalten. Es gibt viele Möglichkeiten, das kalte Nass zu erwärmen. Eine davon ist die Wärmepumpe. Diese Methode klingt modern und umweltfreundlich. Doch spart man wirklich Energie und Kosten?

Meine fünfjährige Erfahrung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, auch bekannt als Warmwasser-, Brauchwasser- oder Trinkwasser-Wärmepumpe, ergibt ein durchwachsenes Bild. Die wichtigste Information am Anfang: Lassen Sie sich vom Fachmann mit Erfahrung auf diesem Gebiet beraten, denn eine Luft-Wasser-Wärmepumpe passt nicht überall.

Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung ersetzt Wärmespeicheranlage

Unser Wohnhaus ist Baujahr 1926. Wir heizen es seit über 15 Jahren mit einer Wärmespeicheranlage. Nachts von 22 bis 6 Uhr erwärmt sie Wärmespeicher in den Wohnräumen. Tagsüber geben die Speicher diese Wärme an die Räume ab. Bis 2007 haben wir das Wasser in einem 300-Liter-Warmwasserspeicher erwärmt. Dann bauten wir, eine vierköpfige Familie, unser Haus um und ein neues Bad ein. Um den Stromverbrauch zu senken, die Leitungswege zu verkürzen und etwas für die Umwelt zu tun, hatten Bekannte empfohlen, eine Warmwasser-Wärmepumpe zu installieren.

Funktionsschema-WärmepumpeDieses Gerät nutzt die Umgebungsluft, um das Wasser in einem Speicher zu erwärmen. Das Prinzip ist relativ simpel – vergleichbar mit dem beim Kühlschrank, nur andersherum. Der Luft wird die Wärme durch den Wärmepumpenkreislauf entzogen und dem Wasser über ein Trägermittel zugeführt.

Im Vorfeld hatte ich zwei Fachleute gefragt und zwei gegensätzliche Meinungen bekommen. Also blieb die Entscheidung uns ĂĽberlassen. Der Familienrat tagte – Ergebnis: „Papa muss entscheiden“. Da ich von der Technik begeistert war und mir neben der Warmwassererzeugung eine gute DurchlĂĽftung meines Kellers versprach, erhielt dieses Gerät den Zuschlag. DafĂĽr sprach auch, dass das Wasser nicht nur nachts – wie bisher bei der Wärmespeicheranlage – erwärmt wĂĽrde.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Unsere Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung

Energie und Wasser sparend, aber leider ohne Kostenvorteil

Nun steht seit fünf Jahren eine Brauchwasser-Wärmepumpe bei uns im Keller. Das Gerät läuft sehr zuverlässig. Wir haben fast immer ausreichend warmes Wasser. Fast immer? Richtig, denn wenn wir mal mehr als zwei Badewannen volllaufen lassen, ist der Warmwasservorrat aufgebraucht. Dann dauert es bis zu zehn Stunden, ehe wieder Warmwasser in ausreichender Menge vorhanden ist.

Diese Schwäche von Warmwasserspeichern kannten wir schon von unserer Nachtspeicheranlage. Es war also keine groĂźe Umstellung. Im Nachhinein erweist sich die vermeintliche Schwäche sogar eher als Vorteil. Denn durch die begrenzte Wassermenge duschen wir mehr statt zu baden. DafĂĽr reicht der Warmwasservorrat immer. Unser Energieverbrauch hat sich verringert. Nur die Kostenersparnis kam nicht wie gedacht, da wir den – im Vergleich zum Nachtstrom – teureren Tagstrom fĂĽr die Warmwasserbereitung nutzen. Denn das Wasser wird dann erwärmt, wenn wir es brauchen – also hauptsächlich tagsĂĽber.

Zudem kann die Wärmepumpe nicht das ganze Jahr laufen, weil unser Keller in der kalten Jahreszeit unter acht Grad Celsius abkĂĽhlt. Dies ist im Nachhinein der wichtigste Punkt, der bei der Planung zu berĂĽcksichtigen ist. Es muss sicher gestellt sein, dass die Lufttemperatur nicht unter diesen Wert sinkt – auch bei vollem Betrieb und dem damit verbundenen hohen Luftumsatz. Sonst drohen die Vereisung der Anlage und ein daraus resultierender Defekt. Wird es also – wie in unserem Fall – in der Umgebung zu kalt, schaltet die Wärmepumpe auf einen 500 Watt Heizstab um, und das Wasser wird nur mit Strom erhitzt. Das widerum wirkt sich ungĂĽnstig auf die Haushaltskasse aus.

Das A und O: GrĂĽndliche Beratung durch einen Fachmann

Wie Sie sehen, gibt es eine Menge zu beachten. Deshalb ist es wichtig, sich vom Fachmann beraten zu lassen, am besten von einem ENSO-Energiepartner oder dem Installateur Ihres Vertrauens. Die sind aus der Region und kennen die örtlichen Gegebenheiten.

Mein persönliches Fazit nach fünf Jahren Brauchwasser-Wärmepumpe: Da ich die Rahmenbedingungen nicht richtig beachtet habe, spare ich Energie, aber keine Kosten. Eine gute fachmännische Beratung von Installateuren mit Erfahrung in der Anlagentechnik und den erforderlichen Rahmenbedingungen sind das A und O für den erfolgreichen Betrieb einer Warmwasser-Wärmepumpe.

Wenn Sie sich vorinformieren möchten, schauen Sie beispielsweise auf den Internetseiten der Initiative energiesparen-im-haushalt.de. Dort bekommen Sie einen guten Überblick über das System mit seinen Vor- und Nachteilen.

Nun interessiert es mich natürlich, welche Technik Sie einsetzen, um Ihr Wasser zu erwärmen! Und wie zufrieden sind Sie damit?

Veröffentlicht von Torsten Barthel am 25. Juni 2012 09:46 in Energie, Spartipps

Kommentare

7 Reaktionen zu “Warmes Wasser durch Luft – ein Erfahrungsbericht”
  • Von Klaus Winterling

    Naja, wir haben fĂĽr unser Haus eine Hauptheizung mit Gas. (FrĂĽher Ă–L)
    Die schalten wir dann etwa so ab Mai ab, und im Oktober wieder an. Sie ist also so etwa 4-5 Monate abgeschaltet.
    Für das Warmwasser - im Sommer -haben wir eine Luft-Wasser Wärmepumpe. Schon seit etwa 25-30 Jahren. Heute hat sie ihren Geist aufgegeben. Warum weiß ich noch nicht.
    Die hatten wir damals auf den Dachboden installiert, weil es dort im Sommer am wärmsten ist.
    Bei einem 4, später 3 Personen-Haushalt haben wir im Durchschnitt pro Saison etwa 500 - 650 kw/h Strom verbraucht. (Duschen, Baden, Warmwasser). Bei der Wärmepumpe hatte ich einen extra Stromzähler dazwischen geschaltet, um genaue Werte zu bekommen.
    Leider habe ich jetzt keine Ahnung, wieviel mehr Gas (Öl) wir gebraucht hätten, wenn die "normale" Gasheizung (ohne Wärmepumpe) auch den Sommer über gelaufen wäre.
    Ich weiß wirklich noch nicht, ob wir wieder eine neue Wärmepumpe am Dachboden installieren sollen. Hält sie auch wieder 25 Jahre ohne Reparatur???
    Neue AnschlĂĽsse, Installation, alte Pumpe entsorgen, neue Pumpe wieder auf den Dachboden wuchten?
    Mal sehen...... Antworten

    • Von Torsten Barthel

      Hallo Herr Winterling, vielen Dank für Ihren Kommentar. 25-30 Jahre Betrieb der Anlage - das klingt nach viel Erfahrung mit dieser Technologie. Zu Ihren Fragen: Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, wenn die Anlage das ganze Jahr im Wärmepumpen-Betrieb läuft. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen (ausreichend warme Luft usw.) passen.

      Ich vermute mal, dass Sie einen geringeren Aufwand haben, wenn Sie Ihr bestehendes Heizsystem modernisieren (Erdgasbrennwert-Technik) oder sich eine Solarthermie-Anlage installieren statt einer Warmwasser-, Brauchwasser- oder Trinkwasser-Wärmepumpe.

      Vielleicht kann Ihnen einer unserer Partner (www.enso.de/energiepartnersuche) noch nĂĽtzliche Tipps geben.

      Schöne Grüße

    • Von HeiĂź

      Hallo Herr Winterling, ist es richtig, dass Sie in den 4-5 Sommer-Monaten bei einem 4-3 Personen-Haushalt 500-650Kw/h verbraucht haben, und das auch noch im warmen (sehr) Dachboden!
      Also, da muss ich schon mal anfügen wie sich hier eine WW-WP rechnen soll wenn sie das ganze Jahr in einem Keller läuft!
      Da scheint mir eine andere Alternative, bei Ihnen z.B. die Nutzung der Heizung mit dem Gas als die deutlich günstigere Lösung, und!! Sie sparen auch noch die Anschaffungskosten der WP!
      In einem anderem Forum habe ich von umgerechnet ca. 6Ct. pro KW bei Gasbetrieb gelesen!
      Ich wĂĽrde auch gerne von Ihnen wissen was Sie nun installiert haben!
      Schöne Grüße

  • Von Nicole Simdorn

    Hallo Herr Barthel,

    darf ich mal fragen, wie groĂź Ihre Warmwasserspeicher sind?

    Viele GrĂĽĂźe Antworten

    • Von Torsten Barthel

      Hallo Frau Simdorn,

      an der Brauchwasser-Wärmepumpe ist direkt ein 300L-Schichtenspeicher angeschlossen.

      Schöne Grüße

  • Von gauner

    suche soetwas Antworten

    • Von Torsten Barthel

      Hallo "gauner",

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Meine Anlage habe ich über meinen Heizungsinstallateur bekommen. Es war ein Messestück und damit etwas preiswerter. Schauen Sie mal unter dem Begriff "Brauchwasser Wärmepumpe" bei ebay oder anderen Verkaufsportalen rein. Ich habe auf Anhieb 31 Angebote gefunden und eins ist sogar so ein System wie ich habe.

      Viele GrĂĽĂźe

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