World Skills: Zur Berufe-WM nach Brasilien

  • Beitrag abonnieren
  • Beitrag empfehlen 5
  • 1
Willi-Fischer-und-Bendedikt- Rösler

Die Besten beim ENSO-Vorausscheid für die World Skills Germany: Willi Fischer (li.) und Bendedikt Rösler.

Gerade ist die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien zu Ende gegangen. Für die Nationalspieler unserer Elf ist mit dem Turniersieg ein großer Traum wahr geworden.

Der Traum von Südamerika soll sich für ENSO-Azubi Willi Fischer auch erfüllen. Er will es, wie die deutsche Fußballnationalmannschaft, nach Brasilien schaffen. In Sao Paulo wird 2015 die Weltmeisterschaft der Berufe – World Skills – ausgetragen.

Nur noch eine Hürde hat der angehende Elektroniker für Betriebstechnik dafür zu nehmen: Wenn er im November ENSO beim deutschen Vorausscheid der World Skills vertritt, muss er mindestens Platz 2 belegen. Ich werde ihm die Daumen drücken. Und ich finde, Willi Fischer kann jetzt schon stolz sein.

Denn der 20-Jährige wurde nicht einfach so von seinen Ausbildern für den Wettbewerb ausgewählt. Er hat sich in einem unternehmensinternen Vorausscheid qualifiziert. Der Azubi, für den im Herbst das dritte Lehrjahr beginnt, ist sozusagen als Sieger aus der Gruppenphase hervorgegangen.

Gero-Siering-und-Torsten- Lippoldt

Ausbilder Torsten Lippoldt (re.) hat mit Gero Siering die ersten Erfahrungen bei den World Skills gesammelt.

Die Ausbilder für die technischen Berufe haben sich eine zweistufige Vorrunde ausgedacht. Mit dem Wettstreit wollen sie die Azubis zu Höchstleistung anspornen. Und den Ehrgeiz wecken, sich mit Arbeitsaufgaben auseinander zu setzen, die weit über den üblichen Ausbildungsinhalt hinausgehen. Allen voran Torsten Lippoldt, der sich bei ENSO federführend um die World Skills kümmert. Er hat mir das Auswahlverfahren vorgestellt.

An den Start gehen alle sieben ENSO-Auszubildenden im 2. Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Betriebstechnik. In der Vor- und Endrunde müssen die Teilnehmer jeweils eine funktionstüchtige Schaltanlage bauen. Dafür haben sie drei Tage Zeit, genauer gesagt 22 Stunden.

Torsten Lippoldt erklärt mir die Aufgaben und erläutert, wie er die Lösungen bewertet. Ganz ehrlich: Es fällt mir nicht leicht, ihm zu folgen. Kabelpritsche, Schellen, SPS-Steuerung, Frequenzumrichter…mir fliegen Worte um die Ohren, die ich vorher noch nie gehört habe. Hut ab vor unseren Azubis!

Die Vorrunde

Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung ist 38 Seiten lang.

  • Willis Gegner: sechs Auszubildende
  • Niveau: Abschlussprüfung der Elektroniker für Betriebstechnik
  • Sieger: Willi Fischer und Benedikt Rösler

In der Vorrunde bauen die Jugendlichen eine Schaltanlage für eine Waschanlage. Eine Aufgabe, vor der sie eigentlich erst ein Jahr später zum Ausbildungsabschluss stehen.

Zunächst müssen Willi und seine sechs Mitstreiter die umfangreiche Aufgabenstellung durcharbeiten und verstehen. Dann geht es an die praktische Arbeit: Erst sind alle Gerätschaften von Kabelkanälen und -pritschen über Leitungen bis zum Schaltschrank an einer Installationswand anzubringen.

Anschließend gilt es, alle Baugruppen miteinander zu verbinden, ehe die Steuerung dran ist, die die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik programmieren müssen. Zum Schluss kommt der spannende Moment der Inbetriebnahme: Dabei zeigt sich, ob die junge Frau und die fünf Jungs alle vorhergehenden Arbeitsschritte korrekt ausgeführt haben.

Die Endrunde

  • Willis Gegner: Benedikt Rösler und DREWAG-Kollege Ronny Werner
  • Niveau: Meisterprüfung bzw. deutscher Vorausscheid der World Skills
  • Sieger: Willi Fischer

Die beiden ENSO-Kandidaten bekommen einen weiteren Konkurrenten: DREWAG-Azubi Ronny Werner. Eine zusätzliche Motivation für Willi und Benedikt, denn am Ende fährt nur ein Azubi der Schwesterunternehmen DREWAG und ENSO zu den Deutschen Meisterschaften. Die Aufgabe, die die drei jungen Männer binnen drei Tagen erledigen müssen, entspricht der bei den deutschen World Skills aus dem Jahr 2012. Sie sollen eine Sägeanlage konstruieren.Der Ablauf gleicht dem der Vorrunde:

  1. Geräte an die Installationswand bringen,
  2. alle Bauelemente miteinander verbinden
  3. Steuerung programmieren.

Nur ist die Anlage deutlich anspruchsvoller. Die Aufgabenstellung umfasst sieben Seiten und hat das Niveau einer Meisterprüfung – alle Achtung!

Logo-WorldSkills-Germany

Wer bei den Deutschen Meisterschaften im November gewinnt, kann nächstes Jahr zur WM nach Brasilien fahren

Ziel: WM-Teilnahme

„Wir haben die Anforderungen in jeder Runde gesteigert“ sagt Torsten Lippoldt und ergänzt: „So werden unsere Kandidaten nach und nach an das Niveau herangeführt, dass die Berufsweltmeisterschaft ihnen abverlangt.“

Der erfahrene ENSO-Ausbilder hat schon einmal einen Azubi zur Berufsweltmeisterschaft begleitet. Damals hat es nicht geklappt mit einer Finalteilnahme. Umso mehr, merke ich im Gespräch, setzt Torsten Lippoldt nun alles daran, seinen Schützling diesmal optimal vorzubereiten.

Vier Monate Zeit haben die beiden nun, ehe Willi Fischer auf Azubis anderer deutscher Unternehmen, darunter Vattenfall oder Wacker Chemie, trifft. Einfach wird es nicht. Aber ich bin optimistisch und begleite die beiden in den nächsten Wochen. Ich hoffe. ich kann in ein paar Wochen an dieser Stelle Erfolg vermelden.

Veröffentlicht von Tina Rüssel am 23. Juli 2014 14:28 in Karriere

Kommentare

Eine Reaktion zu “World Skills: Zur Berufe-WM nach Brasilien”
  • Von Tina Rüssel

    Liebe Blog-Leser,

    eigentlich wollte ich an dieser Stelle über Willi Fischers‘ Erlebnisse beim Vorausscheid der World Skills berichten. Umstrukturierungen innerhalb der deutschen World-Skills-Organisation führten leider dazu, dass kein Deutschland-Ausscheid stattfand.

    Willi konnte sich also nicht im Wettstreit mit den Azubis anderer Unternehmen messen. Das ist sehr schade, waren doch Ausbilder, Kollegen, Freunde und Familie voller Vorfreude und hielten sich zum Daumendrücken bereit.

    Umsonst war die ENSO-interne Runde trotzdem nicht: Willi ist bestens auf seinen Ausbildungsabschluss im Juli diesen Jahres vorbereitet. Und seinem Selbstbewusstsein hat der Sieg unter den Azubi-Kollegen bestimmt nicht geschadet :-)

    Schöne Frühlingstage wünscht Ihnen,
    Tina Rüssel Antworten

  • Name*

  • E-Mail*