Von BMW i3 bis VW e-up – Elektroautos im Vergleich

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Elektroauto an der Zapfsäule

Nach wie vor selten im Straßenbild: Ein Elektroauto an einer öffentlichen Ladesäule. Dabei gibt es auch heute schon Einsatzfelder, für die sich ein Stromer lohnt. Foto: PETAIR, Fotolia

Seit Juli gibt es den sogenannten Umweltbonus für Elektrofahrzeuge. Über diese Förderung i. H. von 4.000 EUR bzw. 3.000 EUR für die Anschaffung von reinen Elektrofahrzeugen und Plug-In-Hybriden habe ich bereits berichtet.

Die Anzahl der Anträge hält sich mit etwa 3.000 stark in Grenzen – der erhoffte Anschub des Markthochlaufs bleibt bisher aus. Woron liegt das?

Die Kaufprämie hilft, deckt in der Regel aber nicht den gesamten Kostenunterschied zum vergleichbaren Verbrennermodell. Wesentlicher ist jedoch, dass der Umweltbonus weder das eingeschränkte Modell-Angebot noch die begrenzte Reichweite der E-Fahrzeuge erweitert. Die Auswahl an Elektrofahrzeugen, die ähnlich flexibel wie Verbrenner sowohl den täglichen Fahrbedarf als auch längere Strecken bewältigen – und das zu einem annähernd vergleichbaren  Preis –  tendiert gegen Null.

Dennoch gibt es bereits heute Einsatzfelder, für die sich ein Elektrofahrzeug lohnen kann. Voraussetzung: Die Fahrprofile des Nutzers passen und die günstigeren Betriebs- und Verbrauchskosten machen die höheren Anschaffungskosten wieder wett.

Welches Fahrzeug eignet sich wofür?

Seit 2011 setzt unser Unternehmen Elektrofahrzeuge im gemeinsamen Fuhrpark mit DREWAG und in Forschungsprojekten zu alternativen Antriebs- und Mobilitätskonzepten ein. Um Sie bei Ihrer Kaufentscheidung zu unterstützen, lassen wir Sie an unseren Erfahrungen teilhaben.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Eckdaten sowie eine kurze Einschätzung der in unserem Fuhrpark eingesetzten Elektrofahrzeuge (Übersicht bitte per Klick vergrößern):

Vergleich verschiedener Elektroautos in einer Tabelle

Fazit und Ausblick

Reine Stromer sind aufgrund ihrer derzeit noch beschränkten Reichweite eher für die typischen Stadt- und Pendelfahrten geeignet. Vor allem als Zweitwagen parallel zu einem konventionellen Fahrzeugen büßen Sie nichts an Flexibilität ein. E-Fahrzeuge mit Range Extender eigen sich, wenn gelegentlich längere Strecken zurückgelegt werden müssen, sparen jedoch bei häufigeren Langstrecken nicht im Verbrauch.

VW e-up! und BMW i3

In den nächsten Jahren werden Elektroautos wie der VW e-up! und der BMW i3 Familienzuwachs bekommen, vor allem durch reichweitenstärkere Modelle.

Unstrittig ist, dass sich die Modellvielfalt und Reichweite zukünftig vergrößern und die Mehrkosten für ein Elektrofahrzeug sinken werden. Allein VW hat angekündigt, bis 2025 mehr als 30 batterieelektrische Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Weltweite Forschung und Entwicklung an Energiespeichersystemen sorgen für sinkende Kosten und höhere Reichweiten. Spätestens im nächsten Jahrzehnt sollten diese mit den Reichweiten und Kosten für Verbrennerfahrzeuge gleich ziehen.

Spannend bleibt, welche Technologien sich letztendlich durchsetzen. Plug-In-Hybride in der aktuellen Form als Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor taugen meiner Meinung nach nur als Übergangstechnologie. Immerhin werden hier zwei Technologien in einem Fahrzeug verbaut, die es wesentlich schwerer machen – das reduziert die Reichweite und erhöht den Verbrauch.

Langfristig macht für mich das Konzept des Plug-In-Hybriden in Kombination mit einer Brennstoffzelle Sinn. Für kurze Strecken wird dann nur der Akku bemüht, bei langen Strecken springt die Brennstoffzelle ein. Der Clou: Die beiden Technologien ergänzen sich hervorragend. Die Brennstoffzelle benötigt sowieso einen Akku – der aber nicht übermäßig dimensioniert werden muss. Und anders als bei heutigen Plug-In-Hybriden sind Verbrenner-Komponenten, wie Motor und Getriebe, nicht mehr notwendig – das spart Gewicht und Wartungskosten.

Opel Ampera

Als Plug-in-Hybrid und wegen seiner geräumigen Größe taugt der Opel Ampera auch als Langstreckenfahrzeug.

In Zukunft wird es vermutlich nicht die eine Technologie sondern einen Mix aus verschiedenen geben, die sich viel stärker am jeweiligen Anwendungsfall orientieren.

Je nach Anwendungsfall sind Elektrofahrzeuge bereits heute sinnvoll einsetzbar. Leasing-Angebote verringern das Restwert-Risiko auf Nutzerseite. Sofern die Rahmenbedingungen passen, spricht also bereits heute nichts gegen den Kauf eines Elektrofahrzeuges.

Und davon abgesehen: Der Fahrspaß ist enorm - also einfach mal zum nächsten Autohändler und Probe fahren!

Veröffentlicht von Alexander Dreuse am 13. September 2016 09:57 in Elektromobilität, Energie, Umwelt, Wissen

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