“Verwirkliche Deine Idee” bei Jugend forscht!

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Regionalwettbewerbsleiterin Saskia Schnasse ist hauptberuflich Gymnasiallehrerin für Mathematik und Physik. Hier mit ENSO-Juror Alexander Schwolow.

Regionalwettbewerbsleiterin Saskia Schnasse ist hauptberuflich Gymnasiallehrerin für Mathematik und Physik. Hier mit ENSO-Juror Alexander Schwolow.

Das Plakat von Jugend forscht 2014 gefällt mir besonders gut: ein halb fertiggestellter Roboter, der ungeduldig darauf wartet, dass er endlich loslegen kann. Genau so geht es mir gerade auch.Ich bin ehrenamtlich als Wettbewerbsleiterin des Regionalwettbewerbs Jugend forscht Dresden / Ostsachsen tätig. Gemeinsam mit den Patenfirmen ENSO, Wacker Chemie AG Nünchritz und dem Wirtschaftsforum Sächsisches Elbland organisiere ich die jeweils erste Wettbewerbsrunde. Mit Verteilung des neuen Plakates und einer Auftaktveranstaltung geht es los.

Ich bin voller Tatendrang und neugierig auf die Projekte und Teilnehmer, die sichanmelden werden. Jugend forscht führt immer wieder zu interessanten Begegnungen.

In der letzten Wettbewerbsrunde fiel mir schon zu Beginn eine Arbeit besonders auf. Drei Mittelschüler im Alter von 11 bis 14 Jahren haben ein Projekt mit dem Titel “Entwicklung eines Gerätes zum Öffnen von Lebensmittelverpackungen” im Fachgebiet Arbeitswelt angemeldet. Aufgrund ihres Alters starteten sie in der Sparte Schüler experimentieren.

Jugend forscht 2014

Plakat Jugend forscht 2014

Mit der einfachen Idee, dass sich Plastikverpackungen von Lebensmitteln mit einem geeigneten Hilfsmittel einfacher öffnen lassen müssten, war ihr Projekt geboren. Auf dem Regionalwettbewerb in Nünchritz haben sie eine Art Schere präsentiert, die sich an einer Verpackungsecke einhaken lässt. Durch anschließendes Drehen öffnet sich jede noch so feste Plastikverpackung mit wenig Kraftaufwand.

Leider konnte ich die zwei Prototypen nur testen. Gern hätte ich so einen Küchenhelfer erworben. Vielleicht finden sie bald eine Firma, die ihr Gebrauchsmuster herstellt!

Für mich war interessant, wie die Schüler vorgegangen sind: weil sie von verschiedenen Schulen kommen, haben sie sich regelmäßig in ihrer Freizeit getroffen, gemeinsam recherchiert, was es bereits gibt und sich über die Produktion von Verpackungen informiert. Sie nahmen Kontakt zum Fraunhofer Institut auf, das seit Jahren erforscht, wieviel Kraft in der Hand nötig ist, um sie zu öffnen.

Anschließend experimentierten sie mit verschiedenen Modellen. Das ging natürlich nicht ganz ohne Hilfe – die Schüler konnten auf eine erfahrene Jugend-forscht-Betreuerin zurückgreifen. Meiner Jury lag schließlich eine außerordentlich gute Arbeit vor, die als Regionalsieger ausgezeichnet wurde.

Eine weitere ganz besondere Begegnung in der Sparte Jugend forscht aus dem Jahr 2011: Ein 16-jähriger Abiturient vom Franziskaneum Meissen reichte eine Kurzform seiner Besonderen Lernleistung (BeLL) “Rastertunnelmikroskopie an Coronen auf Germanium (111)”  im Fachgebiet Physik ein. Mit seiner Arbeit begeisterte er nicht nur die Jury auf Regionalebene. Er wurde Bundessieger und erhielt anschließend beim European Contest for Young Scientists den Europapreis. Als Student der Physik öffnet ihm Jugend forscht noch heute manche Tür.

Ein anderes Projekt ist mir ebenfalls in guter Erinnerung geblieben: zwei Schüler aus Schirgiswalde starteten 2012 in der Sparte Schüler experimentieren. Ihre Untersuchungen zu Rotationseigenschaften von Beyblades (asiatische Wettkampfkreisel) überzeugten mein Jury-Team so, dass wir die Arbeit zu Jugend forscht hochstuften und diese zum Landeswettbewerb delegierten.

Die beiden 13-Jährigen wollten wissen, ob die Eigenschaften “Angriff“ und „Verteidigung“ der Beyblades mit ihrem Aufbau physikalisch begründbar sind. Mit ihrer Arbeit gewannen die Schüler den Sonderpreis der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik. Für ihre einfache Idee fanden sie in ihrer Schule einen Betreuungslehrer, der sie unterstützte.

Sie selbst waren durch die Begegnungen beim Wettbewerb so begeistert, dass sie weiter forschten und andere Mitschüler animieren konnten, ihre „Ideen zu verwirklichen“. Die Freie Christliche Schule Schirgiswalde wurde deshalb mit dem Schulpreis Jugend forscht 2013 ausgezeichnet.

Es wäre großartig, wenn diese „Jufos“ Vorbild und Motivation für andere Schulen und Schüler sein könnten. Also: Verwirklicht eure Idee! Meldet eure Projekte bis zum 30.11.2013 unter www.jugend-forscht.de an. Ich freue mich darauf, euch und euren Ideen beim Regionalwettbewerb am 13. und 14.03.2014 in der ENSO-Hauptverwaltung in Dresden zu begegnen!

Gern könnt ihr mich bei Fragen kontaktieren. Ich helfe dabei, Betreuer und Kontakte zu vermitteln und unterstütze euch über den Jugend-forscht-Sponsorpool-Sachsen Forschungsgeräte anzuschaffen.

Veröffentlicht von Gastautor am 8. November 2013 15:53 in Energie, Karriere, Wissen

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