Energiegeschichte: Kohleförderung seit 1987 im Tagebau Reichwalde

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Antje Lehnigk

Antje Lehnigk ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit in den Tagebauen Nochten und Reichwalde.

Ich bin ein seltenes Exemplar im Tagebau Reichwalde. Statt im Blaumann Kohle oder die Erde darüber zu fördern, fahre ich meist in orange-gelber Jacke mit einem Mannschaftstransportwagen (MTW) durch den Tagebau.

Ich allein bräuchte keinen großen MTW, aber meist bin ich in Begleitung. Schulklassen, Firmen aus der Energiewirtschaft oder weitgereiste Energieexperten - sogar aus Australien kamen schon Gäste - führe ich durch den Tagebau und erkläre ihnen die Arbeit der Bergleute.

700 Fahrradfahrer am Stück, wie sie am 19. Juni im Rahmen der ENSO-RUNDUM-TOUR zu mir an den Aussichtspunkt im Tagebau Reichwalde kommen, waren noch nie dabei. Ich bin mir sicher, sie werden viel Neues und Interessantes erfahren. Weiterlesen

Dresden-Reick: Energiestandort mit Geschichte

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Luftbild

So sieht der traditionelle Energiestandort in Dresden-Reick aus der Vogelperspektive aus. Foto: Peter Schubert

Erst kürzlich habe ich mit Verwandten das Asisi-Panometer in Dresden-Reick besucht. Das 360-Grad- Panorama, welches Dresden in der Barockzeit zeigt, befindet sich in einem ehemaligen Gasometer.

Dort  fragte mich mein Neffe, was ein Gasometer ist und wozu er gebraucht wird. Ich konnte ihm nur sagen, dass es sich um einen alten Speicher für Stadtgas handelt.

Aber meine Neugier an den geschichtlichen Hintergründen war geweckt und noch am selben Tag begann ich mit der Recherche. Dabei fand ich heraus, dass  Dresden 1828 eine der ersten Städte war, die durch Vergasung von Kohle Stadtgas für die Straßenbeleuchtung erzeugte. Weiterlesen

Energiegeschichte: “Glück auf!” in Freital-Burgk

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Ein Fördergerüst aus dem Bergbau steht am Straßenrand.

Ein fast 30 Meter hohes Fördergerüst mit Seilscheibe aus dem Bergbaubetrieb Dresden-Gittersee weckte unsere Neugier.

Immer, wenn wir auf dem Weg zum Rabenauer Grund im Auto auf der Straße von Dresden-Coschütz nach Freital hinab rollen, kommen wir an einer auffälligen Konstruktion vorbei. Was das wohl sein könnte, fragten unsere Kinder. „Ein Gerüst aus dem Bergbau“, mutmaßte mein Mann.

Letztes Wochenende machten wir Halt um nachzusehen, was es mit dem Gestell auf sich hat. Und tatsächlich: Ein Schild verriet uns, dass ein Fördergerüst von 1957 vor uns stand.

Näheres zur regionalen Bergbaugeschichte erfuhren wir um die Ecke im Museum von Schloss Burgk. Beim Rundgang durch die Ausstellung und bei einem Abstecher in die Schauanlage entdeckten wir überraschend viele Verbindungen zur Energieversorgung. Weiterlesen

Energiegeschichte: Ein Fernheizwerk gegen das königliche Frösteln

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Fernheiz und Elektrizitätswerk in Dresden

Dresdens erste Fernwärmeanlage an der Packhofstraße sollte vor allem der Hofkirche einheizen.

Das Bedürfnis nach Wärme liegt uns Menschen buchstäblich im Blut. Sinkt dessen Temperatur zu stark, beginnen wir zu frieren. Auch blaues Blut schützt davor nicht.

Das musste bereits König Albert von Sachsen Ende des 19. Jahrhunderts feststellen, als er zur winterlichen Frühmesse in der eiskalten Dresdner Hofkirche Platz nahm. Da die Kirchenarchitektur den nachträglichen Einbau von Heizöfen nicht zuließ, fror Albert während des Gottesdienstes jämmerlich.

Doch er hatte Glück, denn wie Sie als Leser unserer Serie Energiegeschichte bereits wissen, waren wir Sachsen beim Thema Energie schon immer erfinderisch. Weiterlesen

Energiegeschichte: Eine Dresdner Hausfrau erfand den Kaffeefilter

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Melitta Bentz und ihr Kaffeefilter

Melitta Bentz aus Dresden machte mit ihrem Filter das Kaffeetrinken zum Genuss. Fotos: Melitta Gruppe

Beim Tee leistete ein Sieb gute Dienste. Doch beim Kaffee versagte es. Waren die Löcher im Sieb zu klein, verstopfte das gute Stück.

Waren sie dagegen zu groß, kam Kaffeesatz in die Tasse, der den Trinkgenuss schmälerte.

Und so griff sich die Dresdner Hausfrau Amalie Auguste Melitta Bentz vor gut 100 Jahren ein Löschblatt aus den Schulsachen ihres Sohnes, schlug Löcher in den Boden eines Messingtopfes, legte das Löschblatt darauf, füllte das Kaffeepulver hinein und goss heißes Wasser darüber.

Es schmeckte köstlich – und der Prototyp des Kaffeefilters war geboren. Weiterlesen