Stadtradeln – 26 Mal um den Äquator

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Für Klimaschutz und Radverkehrsförderung. Logo: www.stadtradeln.de

Der Äquatorkreis hat eine Länge von 40.075,017 Kilometern. Insgesamt 4.460 RadlerInnen aus Dresden sind diese Strecke vom 17. Juni bis zum 7. Juli zirka 26 Mal geradelt. Das entspricht einer Distanz von 1.044.142 Kilometern. Viel wichtiger: die damit verbundene Kohlenstoffdioxideinsparung von 150.356,5 Kilogramm. Um was geht es? Um den deutschlandweiten Wettbewerb STADTRADELN.

2008 vom europäischen Netzwerk Klima-Bündnis ins Leben gerufen, wird er seitdem jährlich durchgeführt. BürgerInnen sollen innerhalb von drei Wochen – im Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September von der Kommune frei wählbar – einfach mal das Auto stehen lassen und möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen. Das Anliegen: Klimaschutz und Fahrradförderung in Deutschlands Städten, Gemeinden und Landkreisen/Regionen.

Als ENSO-Team waren wir mit 60 KollegInnen dabei. Gemeinsam haben wir 13.236,3 Kilometer geschrubbt und dabei 1.906 kg Kohlenstoffdioxid vermieden. Das kann sich sehen lassen.

Mit-dem-Rad-zur-Arbeit

Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, schont die Umwelt und tut etwas für die eigene Gesundheit. Foto: ADFC Sachsen

Jung und Alt am Start

Genauso wie viele meiner KollegInnen fahre ich täglich mit dem Rad zur Arbeit. In meiner Freizeit bin ich passionierter Mountainbiker. Klar, dass ich beim STADTRADELN dabei war. Das konnte übrigens jeder. Egal ob Jung oder Alt, Pendler oder Freizeitradler. Nach der Anmeldung auf dem STADTRADEL-Portal haben meine KollegInnen und ich die gefahrenen Kilometer im Online-Radelkalender eingetragen. Gezählt wurde alles. Der Arbeitsweg, die Feierabend- oder Wochenendtour oder die Fahrt zum nächsten Einkaufsmarkt.

Wichtig war nur, dass die Kommune, in der die TeilnehmerInnen wohnen, mitmacht. Dresden tat dies, und das mehr als erfolgreich. Wie schon in den letzten beiden Jahren strampelten die DresdnerInnen ihre Stadt zur radelaktivsten Kommune Deutschlands. Mit 1.044.142 Kilometern wurde 2013 erstmalig die Millionenmarke geknackt und damit München und Leipzig erneut auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Bundesweit legten in diesem Jahr bis heute 56.928 RadlerInnen insgesamt 8.911.619 km mit dem Fahrrad zurück und vermieden dabei 1.283,27 Tonnen CO2. Und die Aktion läuft noch bis zum 30. September!

Übrigens: die CO2-Berechnung geht davon aus, dass 144 Gramm Kohlenstoffdioxid pro gefahrenen Kilometer vermieden werden.

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Immer mehr Menschen satteln um und erledigen ihre Wege mit dem Rad. Foto: Jetti Kuhlemann/pixelio.de

Geräuscharm und schadstofffrei

In Deutschland steigen immer mehr Menschen auf das Rad als ideales Fortbewegungsmittel für die Stadt um. Diesen Trend kann ich nur unterstützen. Schnell, entspannt und ohne Parkplatzprobleme erreiche ich nahezu jedes Ziel. Daneben schone ich meinen Geldbeutel und halte mich fit. Das Allerwichtigste aber: Radfahren macht keinen Lärm und belastet die Umwelt nicht.

Der Plan, BürgerInnen zum Umstieg auf das Fahrrad zu gewinnen, scheint aufzugehen. Und auch Kommunalpolitiker – lokale Entscheider in Sachen Radverkehr – oder Personen des öffentlichen Lebens wie (Ober-)Bürgermeister, SportlerIn oder PfarrerInnen lassen ihr Auto stehen. Sie satteln um und „erfahren am eigenen Leib“, was es heißt, in der Kommune mit dem Rad unterwegs zu sein. In Dresden waren auch Mitglieder aus den einzelnen Fraktionen des Stadtrates – beispielsweise vom Bündnis90/Die Grünen, CDU, Die Linke – mit dabei und haben in die Pedale getreten.

So sollen Themen wie Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung den Weg in die kommunalen Parlamente finden. Maßnahmen, die zur Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer führen, sind das Ziel. Mit Inge Niedek – Moderatorin des ZDF-Wetter, Christiana Figueres – Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und Thorsten Schröder – Moderator und Tagesschau-Sprecher der ARD – erhält das STADTRADELN prominente Unterstützung.

Radweg

Radwege und Fahrradstraßen machen Stadtgebiete fahrradfreundlicher. Foto: Lupo/pixelio.de

Wachsende Begeisterung für Drahtesel

Laut Fahrrad-Monitor Deutschland 2011 fahren 41 Prozent der Deutschen mehrmals pro Woche Fahrrad. Ein Großteil davon nutzt es für den Weg zur Arbeit oder Ausbildungsstätte, Tendenz steigend. Höchste Zeit also, die Städte noch fahrradfreundlicher zu machen, Unfallrisiken zu minimieren und die Begeisterung für den Drahtesel bei Jung und Alt anzukurbeln.

Und im nächsten Jahr heißt es dann wieder: STADTRADELN für den Klimaschutz, für fahrradfreundlichere Städte und für die eigene Gesundheit. Ansporn genug, erneut mit dabei zu sein. Bis dahin werde ich aber nicht pausieren, sondern weiter kräftig in die Pedale treten. Und Sie?

Veröffentlicht von Martin Waldau am 19. Juli 2013 13:55 in Energie, Freizeit
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