Spinnerei bei der ARTOUR: Strom für zuhause vom Fahrrad?

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Peter Redlich

Peter Redlich mit ARTOUR-Startnummer. Radfahren ist der Lieblingssport des Leiters der SZ-Lokalredaktion Dresdner & Meißner Land.

Radfahren ist meine Welt – erst recht, wenn es bergauf geht. Meine Liebste hat mir gerade wieder so eine Tour aus dem Internet gefischt. ARTOUR heißt die Radrunde – und ENSO gibt als Sponsor was dazu. Von Dresden-Nickern über Reinhardtsgrimma rauf nach Altenberg und wieder zurück. 65 Kilometer, 600 Höhenmeter.

Genau das Passende nach dem Sonntagsfrühstück zum Appetit machen für den Mittagsbraten. Die fitten Jungs und Mädels um André Hans, den Chef vom Dresdner Radladen Fahrrad-XXL , haben die Tour letztes Wochenende auf die Beine gestellt. ARTOUR – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen MDR-Kulturmagazin – steht schlicht und einfach für A-ltenberger R-adTOUR.

Beim Abschied vor der Haustür rief mir meine Beste noch hinterher, kannst ja beim Bergstrampeln mal ausrechnen, wie viele Körner du da auf der Strecke lässt. Gar nicht mal so abwegig, die Idee, dachte ich mir beim Wiegetritt aufwärts an der Altenberger Bobbahn. Im Winter trete ich sowieso immer auf dem Ergometer im Keller meine Kilometer ab.

Verpflegungspunkt

Zwischendurch schnell was einwerfen – Wasser, Fitnessriegel und Äpfel hatten die guten Geister vom Hotel Lugsteinhof in Altenberg an einem der vier Verpflegungspunkte dabei.

Ob das was bringt – mit der richtigen Leitung und dem richtigen Gerät verbunden? Jedenfalls arbeitete es in meiner Birne, wie viele Glühbirnen oder gar mehr sich damit vielleicht betreiben lässt und wie viele Euros möglicherweise gespart werden könnten. Nicht zuletzt kann so was helfen, Argumente gegenüber der Liebsten zu sammeln, wenn ich mal wieder ein feines neues Carbonbike dringend brauche.

Also: Ich habe auf der Runde etwa 1.800 Kilokalorien verbrannt. Bin zwei Stunden und 20 Minuten mit einem Schnitt von knapp 30 Kilometer pro Stunde gefahren. Lässt sich damit der Strom fürs Haus erzeugen?

Das Internet ist schlau. Ein Radfahrer mit diesem Tempo kann gerade mal eine Glühbirne zum Leuchten bringen, erfahre ich in der ARD-Mediathek. 15 Radfahrer schaffen es, solange sie dieses Tempo durchhalten, zur Lampe noch den Fernsehapparat und die Mikrowelle in Gang zu setzen. Ein Küchenherd verlangt alleine 100 Radfahrer. Der ganze normale deutsche Haushalt über 200 Strampler. Wenn Sie noch mehr wissen wollen, können Sie sich den kompletten WDR-Beitrag dazu anschauen.

Fahrergruppe

Fast 500 Radsportler begaben sich auf die knapp 65 Kilometer lange Strecke durchs grüne Osterzgebirge.

Wie viele waren wir bei der ARTOUR? Fast 500. Hätten wir alle an der Leitung gehangen, und wären wir alle etwa die gleiche Zeit gefahren, dann ließen sich damit über zwei Stunden und zwanzig Minuten zwei Haushalte mit Strom versorgen.

Mit meiner winterlichen Ergometer-Strampelei und dem Strom fürs Haus sieht es also eher mau aus. Muss ich mir eben andere Argumente für ein neues Rad einfallen lassen.

Veröffentlicht von Gastautor am 12. September 2012 15:22 in Energie, Freizeit

Kommentare

Eine Reaktion zu “Spinnerei bei der ARTOUR: Strom für zuhause vom Fahrrad?”
  • Von Christine Zahn

    Interessant, was man alles in Erwägung ziehen kann, um die "Birne" zum Leuchten zu nbringen.
    Vergessen wurde nur, was die Radler in sich hinein stopfen müssen und was dies kostet, um den Ritt zu überstehen.
    Aber eine witzige Idee ist es allemal.
    Leider habe ich die Sendung vom WDR verpaßt.

    Und, dem Peter wird sicher ein Grund einfallen, um seine Liebste
    die Notwendigkeit der Anschaffung eines neuen Carbonbikes glaubhaft zu machen. Antworten

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