Sommerzeit – Urlaubszeit: Energie sparen beim Verreisen?

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Die-Koffer-sind-gepackt

Die Koffer sind gepackt – der Urlaub kann beginnen. Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Die Sommerferien stehen vor der Tür, die alljährliche Hauptreisezeit beginnt. Nicht nur über das Urlaubsziel oder Ihr Reisegepäck sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken machen. Auch die Art und Weise, wie Sie Ihren Urlaubsort ansteuern, ist mehr als eine Überlegung wert. Denn beim Energieverbrauch unterscheiden sich die Verkehrsmittel erheblich.

Sind Sie neugierig, wie wir Blogger in den Urlaub starten oder wie wir uns dort fortbewegen? Wir verraten es Ihnen.

 

Sylvia Redlich:

Fernbus statt Auto

FlixBus

Der Anbieter FlixBus ist seit Mitte Februar quer durch Deutschland unterwegs. Reisende können zweimal täglich von Dresden nach Köln fahren. Foto: FlixBus

Seit zu Jahresbeginn die Entfernungsbeschränkungen für Omnibusunternehmen weggefallen sind, schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Fernbuslinien wie „Mein Fernbus“, „FlixBus“ oder „DeinBus“. Sie wollen der Deutschen Bahn Konkurrenz machen – durch günstigere Preise, bequeme Sitze oder kostenloses WLAN.

Für Fahrten in die Hauptstadt haben mein Mann und ich auch vorher schon öfter den Berlin Linien Bus genutzt. Unsere Tickets können wir online kaufen, auf der Fahrt im klimatisierten Bus entspannt Zeitung lesen, per Smartphone unsere E-Mails abrufen oder einfach vor uns hindösen.

Zugleich haben wir uns damit für eine umweltfreundliche Alternative zum Auto entschieden. Weil Reisebusse in der Regel gut ausgelastet sind, verbrauchen sie nach Angaben des Umweltbundesamtes auf 100 Kilometer nur 1,4 Liter Kraftstoff pro Person. Beim Auto sind es im Durchschnitt 6,2 Liter auf 100 km. Zudem stößt der Reisebus im Vergleich zum PKW pro Person 4,5 Mal weniger klimaschädliches Kohlendioxid aus.

Sven Kretzschmar:

In die Pedale treten

Radwandern

Ein Weg, zwei Flüsse, drei Länder – Radwandern auf dem Oder-Neiße-Radweg. Foto: Gerd Pfaff/pixelio.de

Die geplante Fernreise im Mai fiel für uns buchstäblich ins Wasser. Jetzt war guter Rat teuer, um ein neues Urlaubsziel zu finden. Wir überlegten eine Weile, dann stand für uns fest: Wir fahren mit dem Rad von Dresden auf die Insel Usedom, den Oder-Neiße-Radweg entlang. Ziel unserer ersten Etappe ist Zittau, bevor wir stromabwärts neben den beiden Flüssen der Ostsee entgegen radeln.

Statt mit den Koffern in ein Flugzeug zu steigen, werden wir die Gepäcktaschen mit dem Nötigsten an unseren Fahrrädern befestigen. Im Vergleich zu einer Fernreise tut unsere über 600 Kilometer lange Tour nicht nur der Umwelt gut. Der Kreislauf kommt in Schwung und wir verbessern unsere Fitness. Ein weiterer Pluspunkt: Links und Rechts des Weges können wir die Natur und interessante Orte in der jeweiligen Region kennen lernen. Am Ende wartet auf uns der feinsandige Ostseestrand mit hoffentlich blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen.

Claudia Weinhold:

Die Kraft des Windes einfangen

Segelboot

Wind in den Segeln spart Benzin und Diesel.

Abgesehen von der An- und Abreise im Familienauto kommen wir während unseres Urlaubes ganz ohne Benzin und Diesel aus. Wir brauchen nur Rasmus, den alten Schlingel, damit er kräftig in die Segel unseres kleinen Kajütbootes bläst.

Ich freue mich schon auf den Moment, wenn wir vom Ufer ablegen und für einige Stunden die Zivilisation hinter uns lassen. Die Geräusche verändern sich. Statt Menschenlärm hören wir das glucksende Wasser und eine frische Brise pfeift uns um die Nase. Herrlich!

So kann ich die Hektik des Alltages hinter mir lassen und Energie auftanken. Vermutlich auch deshalb, weil der Wind allein das Tempo bestimmt. Bei einer Flaute heißt es: Abwarten. Lesen. Spielen. Ein Liedchen singen. Bis Rasmus wieder pustet.

Abends werden wir gemütlich beisammen sitzen, eine Mahlzeit auf dem Gaskocher zubereiten oder in einem Gasthaus essen gehen. Wir haben ja Geld bei der Fortbewegung gespart, das wir ausgeben können!

Tina Rüssel:

Per Mitfahrgelegenheit ans Ziel

Mitfahrgelegenheit

Das Klima schonen, Geld sparen und nette Leute kennen lernen. Die Palette an Fahrgemeinschafts-Portalen ist mittlerweile groß. Foto: www.mitfahrgelegenheit.de

Bei mir gibt es in diesem Jahr keinen langen Sommerurlaub, denn ich habe erst kürzlich bei ENSO angefangen. Daher will ich die Wochenenden für Besuche bei Freunden und den einen oder anderen Städtetrip innerhalb Deutschlands nutzen.

Aus Kosten- und Umweltschutzgründen entscheide ich mich bei anderen mitzufahren. Außerdem habe ich dann kein Parkplatzproblem in den Innenstädten. Mittlerweile gibt es etliche Portale, auf denen Fahrer ihre Fahrtstrecken und -daten innerhalb Europas einstellen und freie Plätze anbieten. Weil die meisten bislang kostenfrei sind, steht Deutschlands größte Fahrtenbörse www.mitfahrgelegenheit.de in der Kritik seit sie vor einiger Zeit eine Vermittlungsgebühr eingeführt haben. Doch es gibt Alternativen. Als Faustregel für den Fahrtpreis gilt 5,00 EUR pro 100 km. Aber natürlich bestimmen auch hier Angebot und Nachfrage den Preis.

Ich habe in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht, sowohl als Fahrerin als auch als Mitfahrerin. Neben dem Kontakt zu neuen Leuten ergeben sich für alle Beteiligten Vorteile: der Fahrer trägt die Kosten für die Fahrt nicht allein und kann der Müdigkeit mit unterhaltsamen Gesprächen entgehen. Für alle, die mitfahren, ist es oft deutlich günstiger, schneller und spontaner möglich als mit Flugzeug, Bus oder Bahn zu reisen. Und die Umwelt schont es allemal, denn der CO2-Ausstoß teilt sich durch die Anzahl der Mitfahrer.

Torsten Barthel:

Energiesparend unterwegs in den Bergen

Sommer-im-Habachtal

Wandern und Genießen in einer traumhaft schönen Bergwelt. Foto: Bryan Reinhart, Habachtal

Endlich Urlaub! Dieses Jahr fahren wir mal wieder auf einen Bauernhof in den Bergen, ganz weit oben. Das Gute daran: Urlaub auf dem Bauernhof ist nicht nur erholsam, sondern auch energiesparend (abgesehen von der eigenen Körperenergie, die wir beim Kraxeln aufwenden).

Es beginnt schon bei den Lebensmitteln. Fast alles, was wir dort essen und trinken, stammt vom Hof oder aus der Region. Keine langen Transporte durch Europa oder über das Meer. Das Auto wird nur im „Notfall“ verwendet, denn wir erkunden die Gegend zu Fuß oder mit dem Rad. Na ja, und der Fernseher wird wohl in der Zeit ganz aus bleiben. Apropos Fernseher & Co: Bevor wir in den Urlaub starten, ziehe ich zu Hause bei den meisten Elektrogeräten die Stecker.

Und wo geht es bei Ihnen dieses Jahr hin? Schreiben Sie uns und auch, wie wichtig Ihnen die Umweltauswirkungen bei der Reise in den Urlaub sind. Wir sind gespannt.

Veröffentlicht von Sylvia Redlich am 5. Juli 2013 15:24 in Energie, Freizeit, Spartipps

Kommentare

Eine Reaktion zu “Sommerzeit – Urlaubszeit: Energie sparen beim Verreisen?”
  • Von Martin Waldau

    Schöner Text und interessant, wo und wie meine KollegenInnen ihren Urlaub verbringen.

    Beim Lesen sind mir zwei Internetseiten eingefallen, die ich oft nutze, wenn ich meine Reisen plane:
    1. EcoPassenger 2. VerkehrsmittelVergleich

    Den EcoPassenger finde ich hilfreich, um herauszufinden, welche Schadstoffe meine Reisestrecke verursacht. In übersichtlichen Diagrammen werden der Energieverbrauch, die Kohlendioxid- sowie Schadstoffemissionen, die durch Reisen innerhalb Europas entstehen, erfasst und zwischen Bahn, Auto und Flugzeug verglichen.

    In die Berechnung fließen auch Parameter wie beispielsweise der Auslastungsfaktor, Fahrzeugklasse und Motor oder Zubringer zum und vom Flughafen mit ein. Das Programm ins Leben gerufen haben diverse europäische Bahnunternehmen unter der Leitung des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC).

    Andererseits greife ich auf den Verkehrsmittel Preisvergleich zurück, um zu wissen, welche Kosten mit meiner Reise verbunden sind. Eine Metasuchmaschine durchsucht innerhalb weniger Sekunden hunderte Internetseiten von Bahngesellschaften, Fluganbietern, Mitfahrgelegenheiten, Bussen und Fernbussen, Taxi, Mietwagen und des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV).

    Die Ergebnisse werden in einer übersichtlichen Liste ausgegeben, wobei alle relevanten Verkehrsmittel miteinander verglichen und kombiniert werden. Auf einen Blick erhalte ich somit die Gesamtkosten sowie -dauer meiner Reise.

    Probieren Sie es einfach aus! Antworten

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