Solepower: Energie aus der Schuhsohle

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Informatikkaufmann Rico Hoffmann beim Joggen

Als Informatikkaufmann sitze ich viel vor dem Rechner. Bewegung ist dann nach dem Feierabend angesagt.

Jetzt ist der Sommer auch in Ostsachsen angekommen. Höchste Zeit, etwas für meine Strandfigur zu tun. ;-) Also rein in die Sportklamotten, Schuhe gebunden und erst mal eine Runde laufen gehen!

Meine Strecke lasse ich mir durch eine Jogging-App anzeigen. Nur leider geht der Akku meines Smartphones dabei oftmals mittendrin in die Knie.

Eine Erfindung aus den USA könnte dafür sorgen, dass das zukünftig nicht mehr passiert.

Bei einer großen Runde rücke ich nicht nur meinen Fettpolstern zu Leibe, sondern bekomme nach dem Arbeitstag auch den Kopf frei. Um zu sehen, wie weit ich gekommen bin, wie viele Kalorien ich verbrannt habe und so weiter, nutze ich die Fitness-App Runtastic. Per GPS-Signal zeichnet sie meinen Weg auf. Doch das verbraucht sehr viel Strom. Deshalb geht meinem Smartphone manchmal eher die Puste aus als mir. Meistens finde ich nicht die Zeit, es vor dem Joggen nochmal komplett aufzuladen.

Zwar könnte ich eine Powerbank mitnehmen, über die ich hier im Blog schon mal berichtet habe. Aber deren Größe und Gewicht behindert mich beim Laufen.

Einlegesohle von SolePower

Die Einlegesohle von SolePower erzeugt Strom – spazierend leicht. Foto: solepowertech.com

Zwei Studenten der Carnegie-Mellon-Universität in Pennsylvania (USA) haben mit „SolePower“ eine andere Möglichkeit gefunden, mit der ich dem Ableben meines Akkus vorbeugen kann. Die Idee: eine Schuhsohle, die beim Laufen Strom erzeugt.

Und das funktioniert so: Im Fersenbereich der Sohle befinden sich zwei Zahnräder, die an einer Feder angebracht sind. Bei jedem Schritt wird die Feder zusammengedrückt und anschließend wieder entspannt. Dadurch drehen sich die Zahnräder.

Diese Rotationsenergie wandelt ein kleiner Generator in elektrische Energie um, die in einem Akku gespeichert wird. Dieser kann entweder an der Schnürung des Schuhs befestigt oder mit einem Gurt um den Unterschenkel gebunden werden. Mit dem den Akku lässt sich jedes beliebige Gerät verbinden, das über einen USB-Anschluss geladen werden kann.

Eine super Idee. Doch am meisten hat mich überrascht, wie effizient die Stromerzeugung damit funktioniert. Um beispielweise genügend „Saft“ für eine volle Akkuladung meines Smartphones zu erzeugen, müsste ich nur acht Kilometer laufen. Ich hätte mit einer deutlich längeren Strecke gerechnet.

Solepower Akku

Der Akku wird entweder an der Schnürung des Schuhs oder am Unterschenkel des Läufers befestigt. Foto: solepowertech.com

Die Hersteller geben die Lebensdauer der Sohle mit 100 Millionen Schritten an. Auf meiner rund zehn Kilometer langen Joggingstrecke mache ich rund 15.000 davon. Meine Schuhe sind also längst ausgetreten, ehe die Einlegesohle keinen Strom mehr erzeugt.

Darüber hinaus ist sie wasserfest und witterungsbeständig. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sie sich für jede Situation, bei der Sie Strom brauchen, aber keine Steckdose in der Nähe ist. Neben dem Joggen zum Beispiel auch für Ihr GPS-Gerät bei einer Wanderung durch die Sächsische Schweiz.

Momentan gibt es zwar schon einen Prototypen, allerdings ist dieser noch nicht marktreif. Denn die Sohle ist noch ziemlich dick und passt nicht in jeden Schuh.

Die Entwickler forschen deshalb jetzt vor allem daran, dass sie dünner wird. Dann findet sie sicher auch in meinen Jogging-Schuhen Platz. Für mich eine willkommene Ausrede das Projekt Strandfigur besser gleich aufs nächste Jahr zu verschieben. ;)

Veröffentlicht von Rico Hoffmann am 3. Juli 2015 14:21 in Energie, Erneuerbare Energien, Freizeit

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