Richtig lüften in der kalten Jahreszeit

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Stoßlüften

Gerade im Winter kann man besonders effizient lüften.
Foto: G. Redmann / pixelio.de

Es wird Winter. Neben den fallenden Außentemperaturen merke ich das jedes Jahr auch an meiner plötzlich beschlagenen Brille, wenn ich die WG betrete. Denn die mutiert in der kalten Jahreszeit zum regelrechten Lüftungsmuffel.

Die Heizung läuft, die Wäsche hängt mal wieder mitten im Flur und die Fenster werden höchstens kurz angekippt – man will ja schließlich nicht frieren. Die Folge ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Schimmel an den Wänden hervorrufen kann. Dabei ist gerade im Winter ein besonders effizienter Luftaustausch möglich. Zudem lassen sich dadurch die eigenen Heizkosten deutlich senken!

Wer regelmäßig die Luftfeuchtigkeit in seinen vier Wänden kontrollieren will, sollte ein Thermo-Hygrometer nutzen. Wir verlosen drei davon.

Auch wenn es auf den ersten Blick paradox erscheint: Richtiges, regelmäßiges Lüften ist eine wesentliche Voraussetzung, um im Winter Heizenergie einzusparen.

Feuchteabgabe

Feuchteabgabe in der Wohnung. Quelle: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Grund dafür ist die natürliche Eigenschaft der Luft, Wasser in Form von Wasserdampf aufzunehmen und zu speichern. Dieser entsteht in der Wohnung beispielsweise durch Duschen, Kochen oder körperliche Aktivität.

Bei einem Vier-Personen-Haushalt kommen so am Tag bis zu 12 Liter Wasser in der Raumluft zusammen. Für ein angenehmes und behagliches Raumklima empfehlen die Verbraucherzentralen eine relative Luftfeuchte zwischen 30 und 60 Prozent sowie eine Raumtemperatur zwischen 19 und 22°C.

Je höher die Lufttemperatur ist, umso mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Allerdings bedarf es auch wesentlich mehr Heizenergie, um feuchte Luft zu erwärmen. Kühlt die warme Luft ab, steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Da kältere Luft weniger Wasserdampf binden kann, bleibt die aufgenommene Feuchtigkeit an kalten Stellen im Raum zurück. Die Folge sind unter anderem beschlagene Fenster und feuchte Außenwände. Spätestens dann droht Schimmel – und der kann krank machen!

Mein Tipp: Kontrollieren Sie die relative Luftfeuchtigkeit in Ihrem Zuhause deshalb am besten mit einem Feuchtigkeitsmessgerät – einem sogenannten Hygrometer. Sie sollte einen Wert von 60 Prozent nicht übersteigen.

Lüften Sie die feucht-warme Raumluft deshalb regelmäßig aus der Wohnung. In den Wintermonaten gelingt dieser Luftaustausch besonders gut, da die kalte Außenluft sehr trocken ist – übrigens auch dann, wenn es regnet. Erwärmt sich die Luft anschließend in der Wohnung, nimmt sie wiederum Feuchtigkeit auf, die mit dem nächsten Lüftungsvorgang nach außen abgeführt wird. Dadurch kann im Winter mehr Feuchtigkeit aus einem Raum entfernt werden als im Sommer.

Am effizientesten gelingt das, indem Sie gegenüberliegende Fenster weit öffnen. In der kalten Jahreszeit reichen dreimal täglich zwei bis fünf Minuten, um die Zimmerluft auszutauschen. Ist das Querlüften nicht möglich, sollten Sie bei weit geöffnetem Fenster mehrmals am Tag fünf bis zehn Minuten stoßlüften.Querlüften

Durch die kurzen Lüftungsperioden vermeiden Sie außerdem Energieverluste, da die in den Einrichtungsgegenständen und in der Bausubstanz gespeicherte Wärme erhalten bleibt.

Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, mein Zimmer nach dem Aufstehen erst einmal gut durchzulüften. Das vertreibt die Feuchtigkeit, die sich über Nacht in der Luft angereichert hat und macht wach. Abends sorgt dieselbe Prozedur nochmals für frische Luft und einen guten Schlaf.

In der WG haben wir uns zudem geeinigt, auch unmittelbar nach dem Duschen oder Kochen das Fenster kurzzeitig weit zu öffnen und die Zimmertür zu schließen. So gelangt die Feuchtigkeit am schnellsten nach draußen und nicht weiter in die Wohnung. Für nasse Wäsche benutzen wir in Zukunft den Trockenboden.

Welche zusätzlichen Tipps oder Erfahrungen haben Sie? Haben Sie auch ein „Lüftungsritual“ oder dieses Thema bisher eher vernachlässigt? Unter allen Kommentaren, die zu diesem Beitrag bis zum 06.12.2013 eingehen, verlosen wir drei digitale Thermo-Hygrometer.

Veröffentlicht von Matthias Queitsch am 21. November 2013 16:20 in Energie, Spartipps, Wissen

Kommentare

6 Reaktionen zu “Richtig lüften in der kalten Jahreszeit”
  • Von Gesine

    Auf jeden Fall sollte trotzdem während des Lüftens die Heizung runtergedreht werden, auch wenn das Fenster nur 5 Minuten geöffnet ist.

    Wenn trotz regelmäßigem Stoßlüften die Luftfeuchtigkeit nie oder nur kurz nach dem Lüften im Normalbereich ist, kann auch die Bauweise vom Haus/der Wohnung schuld sein - zumindest haben wir die Erfahrung gemacht. Dann hilft nur noch ein Gutachter bzw. die Suche nach einer neuen Wohnung, wenn sich schon Schimmel breit gemacht hat. Antworten

    • Von Matthias Queitsch

      Hallo Gesine,

      danke für Ihren wertvollen Tipp und die Anregung für mich, vielleicht noch einen Blog-Beitrag über das richtige Heizen zu verfassen.

  • Von Klaus Doering

    Auch wir haben mit Schimmelbildung an zwei Außenwänden im
    Schlafzimmer zu kämpfen. Messungen ergaben das vor allem die
    Wand am Fenster viel zu nass ist( Feuchtigkeit von 80%).
    Daraufhin wurden die Wände mit Spezialfarbe gestrichen in der
    Hoffnung Schimmel zu vermeiden.
    In den Wintermonaten haben wir das Schlafzimmer ständig geheizt
    und gelüftet und damit erreicht das bei Temperaturen von 16 Grad
    die Luftfeuchtigkeit bei 55-60 % lag. Es kam danach nur noch zu
    kleineren Schimmelflecken. Antworten

    • Von Matthias Queitsch

      Hallo Herr Doering,

      danke für Ihr Kommentar. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie den Schimmel durch Ihr konsequentes Heizen und Lüften bald ganz los sind.

  • Von Conrad

    Wenn man im Winter das Fenster öffnet beschlägt die Außenseite der Glasscheibe. Man erkennt das sämtliche Luft im Raum ausgetauscht wurde, wenn die Kondenswasserschicht wieder verschwunden ist und kann das Fenster wieder schließen. Antworten

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