Plus, aus, vorbei: Europäische Union reformiert das Energielabel

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Energieeffizienzlabel

Mit Hilfe des Energieeffizienzlabels können Verbraucher sparsame Geräte erkennen. Foto: Haushaltsgeld.net/pixelio.de

Wenn Kühlschrank, Waschmaschine oder Fernseher den Geist aufgeben, steht ein Neukauf an. Immer mehr Verbraucher orientieren sich bei ihrer Kaufentscheidung am Energieeffizienzlabel. Es zeigt, welche Geräte besonders sparsam sind.

Heute gibt es kaum noch Energiefresser. Die Skala von A bis G wurde jedoch nie angepasst. Deshalb drängen immer mehr moderne Geräte in die zusätzlichen Klassen A+ bis A+++. Das sei für den Verbraucher unübersichtlich und irreführend, so die Europäische Union (EU). Eine Reform soll nun Abhilfe schaffen. Sie trat am 1. Januar dieses Jahres in Kraft.

Energielabels kleben unter anderem auf Staubsaugern, Kühl- und Gefriergeräten, Wäschetrocknern, Dunstabzugshauben oder Autoreifen. Eine gute Effizienzklasse ist ein entscheidendes Kriterium für die Kaufentscheidung von Verbrauchern und eine Möglichkeit für Hersteller, sich von Wettbewerbern abzugrenzen.

Das Label führte die EU bereits 1994 ein. Die Bewertungsskala von A bis G orientierte sich am alten britischen Schulnotensystem. Sehr energieeffiziente Geräte kamen in die Klasse A, Stromfresser hingegen in die Klasse G. Diese Einteilung sollte dem Konsumenten ermöglichen, Produkte miteinander zu vergleichen und den Absatz von energiesparenden Geräten fördern.

Seit der Einführung des Labels haben sich jedoch ganze Produktsortimente in ihrer Energieeffizienz so sehr verbessert, dass die einst siebenstufige Skala vor einigen Jahren um die Klassen A+, A++ und A+++ erweitert wurde. Doch selbst mit dieser Ergänzung lassen sich heute besonders sparsame Geräten kaum mehr voneinander abgrenzen.

EU-Label einer Waschmaschine

Auf dem Energieeffizienzlabel steht nicht nur der Stromverbrauch des Geräts. Bei einer Waschmaschine gibt es zum Beispiel auch den jährlichen Wasserverbrauch und die Schleuderwirkungsklasse an.

Damit Konsumenten zukünftig wieder sehr gute von den besten Geräten unterscheiden können, will die EU-Kommission die bisher schlechtesten Energieeffizienzklassen zunächst streichen, in denen es ohnehin keine Produkte mehr gibt. Anschließend werden die Klassen neu definiert. Die aktuellsten Geräte werden in den Bereich B bis C eingeordnet. Somit bleibt Luft nach oben. Neuere, energieeffizientere Geräte können dann in die Klasse A aufsteigen.

Diese Maßnahme ist wichtig, wie eine Umfrage aus dem Februar 2015 verdeutlicht. Nur 12 Prozent der befragten Verbraucher wussten, dass es sich bei einer Waschmaschine der Kategorie A+ um die schlechteste Geräteklasse handelt. 77 Prozent waren der Meinung, sie hätten ein sehr effizientes Produkt vor sich.

Ein Verkäufer berät einen Kunden im Handel zu Kühl- und Gefriergeräten.

Neue Kühl- und Gefriergeräte müssen seit Juli 2012 mindestens A+ erfüllen. Foto: Media-Saturn-Holding GmbH (CC BY-ND 2.0)

Dabei ist der Unterschied zwischen den Klassen A+ und A+++ ebenso groß, wie der zwischen C und A. Die Verwirrung wird komplett, wenn Sie verschiedene Produktgruppen miteinander vergleichen. Bei Staubsaugern beispielweise sind Geräte der Klasse A+ die stromsparendsten.

Mit der beschriebenen Verordnung will die EU nun wieder Klarheit schaffen. Die Rückführung auf einheitliche Effizienzklasse von A bis G über alle Produktgruppen soll es dem Konsumenten erneut ermöglichen, Produkte auf einen Blick miteinander zu vergleichen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen alle Produktgruppen überarbeitet worden sein.

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Veröffentlicht von Matthias Queitsch am 20. Januar 2017 10:38 in Energie, Wissen

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