Meine Heizung: Wärmepumpe mit Direktverdampfung

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Einfamilienhaus

Unser Einfamilienhaus aus dem Jahr 2006 wird mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe beheizt.

Seit neun Jahren bewohnen meine Familie und ich unser eigenes Zuhause im Dresdner Süden. Unser Einfamilienhaus bietet 140 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen. Für wohlige Raumtemperaturen und warmes Wasser sorgt eine Wärmepumpe.

Die Frage nach dem passenden Heizsystem stellte sich zwangsläufig im Zuge der Hausplanung. Da wir ein Niedrigenergiehaus bauen wollten, würden wir mehr Geld in die Gebäudehülle investieren, um im Gegenzug Heizenergie und Betriebskosten zu sparen. So der Plan.

Eine moderne, umweltfreundliche Heizung wünschten wir uns. Eine Ölheizung kam deshalb nicht in Frage. Außerdem sprach der Platzbedarf, den ein Ölkessel braucht, dagegen. Das „Aus“ damit auch für eine Pelletheizung. Denn wir verzichteten beim Bau auf den Keller. Den Heizraum im Erdgeschoss wollten wir zugunsten großzügiger Wohnfläche so klein wie möglich halten.

Schließlich kamen Erdgas-Brennwertheizung und Wärmepumpe in die engere Wahl. Das Rennen machte eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Den Ausschlag gaben drei Punkte:

  • Unser Grundstück war nicht ans Erdgasnetz angeschlossen. Eine Erschließung wäre zwar möglich gewesen, doch die hätte uns einige Tausend Euro gekostet.
  • Zum damaligen Zeitpunkt waren die Erdgaspreise kontinuierlich gestiegen und wir konnten nicht absehen, wie sie sich in Zukunft entwickeln. Das passte nicht mit unserem Bedürfnis nach planbaren Betriebskosten zusammen.
  • Wir wollten in den Komfort einer Fußbodenheizung kommen. Und die eignen sich besonders in Verbindung mit einer Wärmepumpe..

Mit Flächenkollektoren würden wir die Erdwärme als Energiequelle nutzen können, ohne die hohen Kosten für eine Tiefenbohrung aufbringen zu müssen.

Schematische Darstellung einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Direktverdampfer

Bei einer Wärmepumpe mit Direktverdampfer findet der Wärmeaustausch über das Kältemittel gleich in der Erde statt. Das macht die Anlage effizienter. Grafik: www.ammerland-erdwaerme.de

Für die Erdkollektoren braucht es eine ausreichend große Fläche, die nicht überbaut sein darf. Da der Platz auf unserem Grundstück begrenzt ist, empfahl uns der Fachbetrieb eine Wärmepumpe mit Direktverdampfung. Mit dieser Technologie konnten wir rund 30 Prozent Fläche sparen. Wie das?

Anders als bei konventionellen Sole-Wasser-Wärmepumpen zirkuliert in den Rohren kein Gemisch aus Frostschutz und Wasser, die sogenannte Sole, sondern ein Kältemittel. Das verdampft unmittelbar beim Kontakt mit der Erdwärme und nicht erst im Inneren der Wärmepumpe.

Den heißen Dampf gibt die Wärmepumpe direkt an den Heizkreislauf ab. Dadurch arbeitet die Anlage effizienter und bei der Verlegung der Kollektoren braucht es weniger Rohrmeter.

In unserem Fall baggerte der Heizungsbauer 250 Quadratmeter unseres Gartens auf und brachte in 1,20 Meter Tiefe PE ummantelte Kupferrohre ins Erdreich ein. Davon ist heute zum Glück nichts mehr zu sehen. Nichts deutet mehr auf die Flächenkollektoren hin.

Erdarbeiten für die Verlegung der Flächenkollektoren

Auf einer Fläche von 250 Quadratmetern wurden 1,20 Meter tiefe Gräben für die Kollektoren geschachtet. In diesem Bereich ist der Boden frostfrei.

Obwohl! Jedes Jahr im Frühjahr beobachte ich, wie sich in Nachbars Garten die ersten Schneeglöckchen und Krokusse der Sonne entgegen strecken, während unsere Pflanzen sich scheinbar noch im Winterschlaf befinden. Erst zwei, drei Wochen später wachen sie auf.

„Schuld“ daran sind die Kollektoren, die dem Erdreich die Wärme entziehen, damit wir es im Haus kuschelig haben. Ein kleiner Wermutstropfen, der aber zu verkraften ist. ;)

Die Wärmepumpe selbst und der 300 Liter-Warmwasserspeicher nehmen zusammen nur etwa zwei Quadratmeter Platz in Anspruch. Beides betreiben wir mit Strom.

Über ein Bediendisplay haben wir die Möglichkeit, die Heizung – beispielsweise nachts – abzusenken. Da unser Dresdner Stadtwerk einen speziellen Wärmepumpentarif anbietet, können wir in der Hoch- und Niedertarifphase unterschiedliche Preise nutzen. Die Warmwasserbereitung haben wir deshalb in die Nachtstunden gelegt, wenn der Preis günstiger ist. Die Fußbodenheizung lässt sich zusätzlich für jeden Raum individuell regeln und an unsere Bedürfnisse anpassen.

Für die gesamte Heizungstechnik inklusive Schachtarbeiten, Montage und Inbetriebnahme haben wir knapp 13.000 Euro aufgebracht. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen an die Effizienz der Anlage. Das Ergebnis? Bei einem Verbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung von rund 5.200 Kilowattstunden zahlen wir etwa 1.000 Euro im Jahr. Das ist in Ordnung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass reichlich ein Drittel davon auf das Konto der Warmwasserbereitung geht.

Das war uns nicht von Anfang an bewusst. Wir haben gelernt, dass sich durch energieeffiziente Bauweise deutlich Heizenergie sparen lässt, der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung aber ein wesentlicher Kostenbestandteil ist und bleiben wird.

Junge lesend auf Fußboden

Unsere Fußbodenheizung ist eine feine Sache. Das Holzparkett wird zum gemütlichen Lümmel- und Leseplatz. Foto: Nadezhda1906, istock

Mit dem Komfort unserer Heizung sind wir rundum zufrieden. Die Wärmepumpe arbeitet zuverlässig und geräuscharm. Sie brummt gemütlich vor sich hin. Ist die Tür zum Heizraum geschlossen, hören wir sie nicht.

Bisher gab es keine einzige Störung (toi, toi, toi). Selbst im eiskalten Winter vor drei Jahren hat sie ohne Unterbrechung in unseren vier Wänden für kuschelige Temperaturen gesorgt.

Hauspantoffeln gehören seit unserem Einzug der Vergangenheit an. Die brauchen wir nicht! Und für unsere Kinder ist es ein Segen, sich beim Spielen oder Lesen auf dem warmen Holzfußboden auszubreiten. Nicht zu vergessen die heizkörperfreien Wände, an denen wir nach Belieben unsere Möbel aufstellen konnten.

Beheizen Sie Ihre vier Wände auch mit einer Wärmepumpe? Wie zufrieden sind Sie damit?

Veröffentlicht von Claudia Weinhold am 20. November 2015 12:43 in Energie, Erneuerbare Energien, Spartipps, Wissen

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