Meine Heizung: Lüftungsanlage mit Luft-Luft-Wärmepumpe

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Bauherren

Als Bauherren mussten wir vieles bedenken. Unser Haus möglichst effizient warm zu bekommen, war meinem Mann und mir wichtig.

Wir heizen unser Haus über die Luft. Sie fragen sich, ob und wie das funktioniert? Das ging mir ähnlich, als wir uns während der Bauplanung damit beschäftigten, welche Heiztechnik die richtige für uns ist. Unsere Wahl fiel auf eine Lüftungsanlage mit Luft-Luft-Wärmepumpe.

Seit über einem Jahr wohnen wir zu dritt, demnächst zu viert, in den eigenen vier Wänden. Inzwischen weiß ich, wie die Technik arbeitet. ;) Ich kann von ersten Erfahrungen damit berichten. So viel schon mal vorab: Unsere Entscheidung haben mein Mann und ich bisher nicht bereut. 

Sehr dichte Gebäudehülle

Unser Einfamilienhaus steht im Schönfelder Hochland am Stadtrand von Dresden. Zwei Kinderzimmer, ein Schlaf- und ein Gästezimmer, Wohn- und Esszimmer sowie Küche verteilen sich mit den beiden Bädern und dem Hauswirtschaftsraum auf insgesamt 160 Quadratmeter Wohnfläche.

Hausansicht

Unser Eigenheim im Schönfelder Hochland haben wir 2014 gebaut.

Es ist ein Fertighaus in der sogenannten Holzständerbauweise. Die Fenster sind dreifach verglast, die Wände mit einer Kombination aus Holzfaserdämmplatte, einer mineralischen Vollwärmedämmung und einem Dampfbremsvlies sehr gut gedämmt.

Mit dieser dichten Gebäudehülle entspricht unser Heim dem KfW-40-Standard. Das heißt, es verbraucht nur 40 Prozent der Energie eines vergleichbaren Neubaus nach der Energieeinsparverordnung (EnEV). Damit kommt es einem sogenannten Passivhaus, das über keine klassische Gebäudeheizung verfügt, sehr nahe.

Aufgrund der hervorragenden Dämmwerte funktioniert das Heizen über die Luft, vom Heizungshersteller als Frischluftwärmetechnik bezeichnet, besonders gut. Es dringt wenig warme Luft nach außen.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Luft-Luft-Wärmepumpe hängt bei uns im Hauswirtschaftsraum an der Wand. Darunter haben Waschmaschine & Co. bequem Platz.

Wie funktioniert das Heizen über die Luft?

Die Wärme in unserem Eigenheim stammt hauptsächlich von der einfallenden Sonnenstrahlung, der Körperwärme von uns Bewohnern und von technischen Geräten. Die Temperatur in unserem Haus reguliert die Luft-Luft-Wärmepumpe mit Wärmerückgewinnung.

Das Grundprinzip ist ein ständiger Luftaustausch im Haus, bei dem aber – das ist die Besonderheit – gleichzeitig geheizt wird. Dieses Video erklärt das sehr anschaulich:

Wir steuern unsere Heizungsanlage über ein Touch-Panel an der Wohnzimmerwand. Kinderleicht lassen sich hier die Temperaturen der einzelnen Zimmer regeln, Daten von Außentemperatur bis Luftfeuchte in den Räumen ablesen und vieles mehr. Bei uns läuft die Anlage rund um die Uhr im Automatikmodus, ein ständiges Eingreifen und Ändern der Einstellungen ist nicht notwendig. Das empfinden wir als sehr komfortabel.

Reicht die Leistung der Wärmepumpe an sehr kalten Wintertagen mal nicht aus, heizt die Anlage elektrisch zu oder wir unterstützen mit dem Kamin.

In den beiden Bädern haben wir jeweils eine elektrische Zusatzheizung. Sie kann jederzeit manuell zugeschaltet werden. Im größeren Bad ist der Heizkörper zusätzlich so programmiert, dass er den Raum zu unseren „Badzeiten“ wärmt. Das vermeidet unnötige Kosten.

Warmwasserspeicher

Der Warmwasserspeicher steht ebenfalls im Hauswirtschaftsraum.

Unser Wasser bringt eine Trinkwasser-Wärmepumpe auf Temperatur, sie nutzt dafür die Restwärme der Abluft im Haus. Vorgehalten wird das erhitzte Wasser in einem 300-Liter-Speicher.

Heizung und Lüftung in einem System

Wir haben uns vor unserer Entscheidung intensiv in Foren und Blogs informiert sowie mit anderen Häuslebauern ausgetauscht. Unsere Wahl haben wir nicht bereut. Wir fühlen uns mit der Lüftungsheizung sehr wohl. Ausschlaggebend für uns waren diese Vorteile:

  • Wir können auf fossile Brennstoffe verzichten, sind unabhängig von der Gas- und Ölpreis-Entwicklung.
  • Der elektrische Strom, mit dem wir bei Bedarf zuheizen, stammt zunehmend aus regenerativen Quellen.
  • An den Wänden hängen keine Heizkörper, was uns mehr Flexibilität bei der Raumeinrichtung lässt.
  • Die Heizungsanlage reagiert schnell auf externe Einflüsse wie Sonneneinstrahlung.
  • Wir haben immer frische Luft im Haus, ohne die Fenster öffnen zu müssen.
  • Es besteht keine Gefahr der Schimmelbildung.
  • Die Wärmerückgewinnung innerhalb der Lüftungsanlage hält 80 bis 90 Prozent der Wärme beim „Lüften“ im Haus.
  • Durch das Filtern der Frischluft bleiben Pollen und Schmutz draußen.
  • Heizung und Lüftung sind kombiniert.

Unsere Bedenken, dass wir den Luftzug an den Zuluft-Wärmeelementen und Abluftventilen hören und/oder spüren, hatten wir im Erfahrungsaustausch mit anderen Bauherren vorab schon ausgeräumt. Sie haben sich jetzt auch nicht bestätigt. Trotz fehlender Fußbodenheizung ist es dank Echtholzparkett im Wohnzimmer und Teppichboden im Obergeschoss bei uns nicht fußkalt.

Zuluft-Wärme-Element

Zuluft-Wärmeelemente in der Raumdecke sorgen in den Wohn- und Schlafräumen für frische Luft in der gewünschten Temperatur.

Viel Komfort bei überschaubaren Kosten

Die Lüftungsheizung hat ihre Vorzüge bei uns unter Beweis gestellt. Wir empfinden das gleichbleibende Klima in allen Räumen als sehr angenehm. Insbesondere auch, weil bei uns die Raumtüren meist offen stehen.

Die Anlage ist nahezu wartungsfrei, lediglich zweimal im Jahr wechselt mein Mann ganz ohne Werkzeug die Filter. Eine weiterführende Reinigung, die wir beim Wartungsdienst des Herstellers beauftragen können, empfiehlt dieser alle zwei bis drei Jahre.

Die laufenden Kosten haben uns nach einem Jahr im Eigenheim positiv überrascht: Der Stromverbrauch für Haushaltstrom, Warmwasser und Lüftungsanlage lag insgesamt bei 6.600 Kilowattstunden. Für unsere Hausgröße hatte die Hausbaufirma 5.000 bis 7.000 kWh allein für das Heizen mit der Lüftungsanlage vorausgesagt.

Hinzu kommen rund 100 Euro im Jahr für die beiden Filter sowie ab und an ein paar Euro fürs Kaminholz. Zu den Kosten für die optionale Reinigung können wir noch keine Auskunft geben, da eine solche noch aussteht.

Veröffentlicht von Tina Rüssel am 16. Dezember 2015 08:16 in Energie, Erneuerbare Energien, Umwelt, Wissen

Kommentare

7 Reaktionen zu “Meine Heizung: Lüftungsanlage mit Luft-Luft-Wärmepumpe”
  • Von Jannik

    Ich besitze selber nun eine dezentrale Lüftungsanlage und kann jedem zu einer solchen Lüftungsmethode raten. Wenn man überlegt, dass eine Person bis 80kg Kohlendioxid pro Stunde freisetzen kann (Quelle http://dezentrale-lueftungsanlage.de/ )
    Unsere Lüftungsanlage warten wir auch jährlich und wechseln daher immer einmal im Jahr die Filter.

    LG Jannik Antworten

  • Von martin dilzer

    Hallo,

    danke für den interessanten Kurzbericht. Ich bin gerade dabei für mein mittlerweile 15Jahre altes Passivhaus eine neue Luft-Luft Wärmepumpenanlage zu suchen. Können Sie mir weitere Details zu Ihrer Anlage zusenden und ggf. einen Kontakt zur Fa. die die Auslegung gemacht hat?

    Danke
    Martin Dilzer Antworten

    • Von Tina Rüssel

      Hallo Herr Dilzer,

      unsere Anlage heißt Proxon Frischluft-Wärmetechnik (FWT) 2. Am besten lassen Sie sich von einer Fachfirma beraten, welche Anlage zu Ihrem Haus passt. Einen ersten Überblick können Sie sich hier verschaffen: www.proxon.de bzw. www.zimmermann-lueftung.de/shop/


      Die Kontaktdaten unserer Heizungsfirma sind:

      Zimmermann Lüftungs- und Wärmesysteme GmbH & Co. KG
      Seelbacher Straße 111
      57258 Freudenberg

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Sanierung.

  • Von Frank Schneider Heizung

    Ist schon eine tolle Sache, aber da entsteht doch eine sehr große Luftverwirbelung.
    [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion]

    Antworten

  • Von Felix P.

    Hallo, meine Frau und ich haben die gleiche Heizungsanlage, ebenfalls in einem WeberHaus (jedoch nur 135 qm). Die Heizung befindet sich im Komfortmodus, Heizelemente sind ausgeschaltet und sämtliche Räume, abgesehen vom Wohnzimmer und der Küche (20 Grad), sind auf 17 Grad eingestellt. Unser Problem ist, dass die Temperatur im 1. OG trotz dieser Einstellungen immer zwischen 20 und fast 23 Grad liegt, was zum Schlafen eher unkomfortabel ist. Der Bypass für das Elternschlafzimmer ist 100 % geöffnet und die normale Zufuhr für das Schlafzimmer ist zu, sodass eigentlich nur die vorgeheizte Luft ankommen dürfte. Leider reicht auch das nur, um die Temperatur so gerade unter 20 Grad zu bekommen. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder vllt sogar eine Idee? Ein MA von Zimmermann sagte, das wäre alles normal. Vielen Dank und liebe Grüße aus Dülmen im Münsterland

    Felix Antworten

    • Von Tina Rüssel

      Hallo Felix,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Wir haben in allen Räumen konstant 20 Grad eingestellt und diese Temperatur herrscht dort auch. Möchten wir es abends im Wohnzimmer wärmer haben, machen wir den Kamin an. Dann wird es im Obergeschoss auch nicht wesentlich wärmer, allerdings schaltet sich die Wärmepumpe nach einiger Zeit ab.

      Ihr Problem ist für mich aus der Ferne schwer zu beurteilen. Vielleicht helfen Ihnen aber folgende zwei Dinge, die uns anfangs auch nicht klar waren.

      (1) Es gibt in jedem Raum ein kleines Thermostat, an dem man die Temperatur nach oben oder unten justieren kann. Eines dieser Thermostate im Obergeschoss ist die Mastereinheit.

      In der Anlagensteuerung erkennen Sie den Masterraum am blauen Schriftzug. Diese Einheit entscheidet, ob die Wärmepumpe für den oberen Heizkreis arbeiten soll oder nicht.

      Wir hatten diese Mastereinheit zunächst (unwissentlich) in einem ungenutzten Raum und stellten die Temperatur in diesem Zimmer auf 18 Grad ein. Das hatte zur Folge, dass auch in den anderen Räumen im Obergeschoss die 20 Grad nicht mehr erreicht wurden. Die Wärmeelemente waren nicht mehr durchgängig aktiv. Wir legten die Mastereinheit dann in einen anderen Raum und konnten das Problem beheben.

      (2) Wir hatten in manchen Räumen eine Abweichung von über einem Grad zwischen gemessener Temperatur am Thermostat und realer Temperatur im Raum. Das kann man über die zentrale Steuerung nachjustieren.

      Dafür benötigt man allerdings einen Installateurs-Code. Uns hat der Kundendienst den netterweise genannt, dadurch konnte ich auch nach dem Termin noch etwas weiter optimieren.

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