Meine Heizung: Kachelofen-Luftheizung – Wärme wie in Kindertagen

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Eine Katze liegt auf dem Schafsfell vor dem Kamin.

Die Stelle vor dem Kamin ist heute wieder ein begehrter Platz in unserem Haus – nicht nur bei uns Menschen.

In meiner Kindheit war im Winter eine Stelle im Haus besonders begehrt: der Sessel vor unserem Kachelofen.

Es gab nichts Schöneres für mich, als die kalten Füße nach dem Toben im Schnee am Ofen wieder aufzuwärmen oder die Bettdecke, kurz vor dem Schlafengehen, schnell anzuwärmen. Ich erinnere mich noch heute gern daran. Was hat das nun mit meiner neuen Heizung zu tun?

1996 bin ich in das Haus (Baujahr 1926) eingezogen, in dem ich heute noch mit meiner Familie lebe. Bei den Sanierungsarbeiten war uns eine komfortable Heizung wichtig.

Die alten Öfen rissen wir ab. Mit 20 Jahren mehr Erfahrung hätte ich es nicht gemacht. Denn seit zwei Jahren steht in meiner Küche wieder eine Kachelofen-Luftheizung.

Errichtet von einem Ofenbaumeister, über mehrere Wochen, in alter Tradition. Das heißt aber nicht, dass der Ofen genauso viel Dreck aus dem Schornstein bläst, wie damals. Der Brennraum hat sich grundlegend geändert. Doch dazu später mehr.

Die Kachelofen-Luftheizung ist in der Lage, die untere Etage mit circa 50 Quadratmetern komplett zu heizen. Vorausgesetzt, das System wird den ganzen Tag betrieben. Das ist mir unter der Woche aber nicht möglich, da ich berufstätig bin und dadurch das Feuer nicht kontrollieren kann. Also entscheide ich nach Bedarf, ob ich den Ofen nutze oder nicht.

Nach Feierabend kommt im Winter mal ein kleines Feuerchen rein. Am Wochenende schmeiße ich den Ofen schon vor dem Frühstück an. Dann schalte ich die Grundheizung in der unteren Etage ab.

Der halbfertige Rohbau des Ofens.

Der Ofenbaumeister hat meine Kachelofen-Luftheizung individuell nach meinen Wünschen errichtet.

Das Prinzip der Kachelofen-Luftheizung ist relativ simpel. In einem Brennraum werden Holz oder Kohle verbrannt. Die entstehende Wärme durchströmt mehrere Züge im Ofen und verlässt danach über einen Schornstein das Haus.

Die Besonderheit bei dieser Art von Öfen ist, dass Luft von Anfang an um den Rauchabzug und den Brennraum strömt, sich deshalb sehr schnell erwärmt und als Raumwärme genutzt werden kann.

Das System ist weniger träge als ein alter Kachelofen, hält die Wärme dafür jedoch nicht ganz so lange.

Es wäre aber kein Ofen, wenn er nicht doch einen Teil der Wärme speichern könnte. Das macht er auch, und genau das war mir wichtig, denn ich wollte diese besondere Wärme, die Strahlungswärme, wieder genießen.

Hat der Raum seine Wohlfühl-Temperatur erreicht, schließe ich die Luftklappen und der Baukörper des Ofens erwärmt sich mehr. Er beginnt Infrarot-Wärme abzugeben. Das Ergebnis sind rote Wangen und Aussagen wie: „Bei euch ist es aber schön kuschlig!“ Durch den Ofen ist auch das Thema Schimmel passé, mit dem wir Jahre lang zu kämpfen hatten. Denn an warmen Wänden sammelt sich kein Wasser.

Nun noch ein paar technische Daten zur Kachelofen-Luftheizung. Der Brenneinsatz ist von der Firma Schmid und hört auf den Namen SD 6 F. Er erfüllt die Anforderungen der Kleinfeuerungsanlagenverordnung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) und hat eine Leistung von sechs Kilowatt.

Brenneinsatz

Ich befeure den Ofen aus dem Nebenzimmer. Asche macht Dreck.

Der Ofen hat zwei gemauerte Züge und einen kleinen Turm. Ich heize damit eine etwa 36 Quadratmeter große Küche und einen kleinen Wirtschaftsraum.

Die Zuluft für die Verbrennung nimmt sich der Ofen aus der Umgebung. Ich betreibe ihn im Mischbrandbetrieb, das heißt, ich feuere Holz und Kohlen.

Noch ein Satz zu den Betriebskosten. Da die letzten Winter nicht repräsentativ sind, kann ich schwer einschätzen, was der Ofen tatsächlich im Betrieb kostet.

2014 habe ich zwei Tonnen Kohle für rund 500 Euro gekauft und bis heute, Ende Januar 2016, etwa ein Drittel verbraucht.

In wenigen Stichpunkten nenne ich Ihnen nochmal kurz die Vor- und Nachteile einer Kachelofen-Luftheizung aus meiner persönlichen Sicht.

Vorteile:

  • gibt sehr angenehme Infrarot-Wärme (gemütlich, behaglich, wohnlich) ab
  • liefert schnelle Wärme
  • sorgt für ein angenehmes Raumklima
  • ist optisch ein Highlight im Wohnraum
  • man kann, wenn man will, das Feuer sehen, welches den Raum beheizt
  • unabhängig von Öl und Gas

Nachteile:

  • Brennstoffbevorratung: Raum für Holz und Kohlen muss vorhanden sein
  • wegen der Asche braucht es eine größere Abfalltonne
  • Asche und Kohlen machen Dreck

Fazit: Der Ofen war und ist eine gute Entscheidung. Er gibt mir mehr Wohnqualität an kalten Wintertagen und die Sicherheit, einen Teil des Hauses unabhängig von Strom und Gas beheizen zu können.

Nur mit dem Ofen zu heizen, wäre jedoch ein Komfortverlust, wenn man vollautomatische Systeme gewohnt ist. Die Kombination von beidem ist für mich optimal.

Veröffentlicht von Torsten Barthel am 20. Januar 2016 09:19 in Energie, Erneuerbare Energien, Umwelt, Wissen
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