Mein Stromverbrauch: Android-App im Test

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Mein Stromverbrauch - Elektrische Leistung der Kaffeemaschine

Der erste Schritt zur Energieersparnis mit der App “Mein Stromverbrauch”: Bestandsaufnahme aller elektronischen Geräte.

Als ich die App „Mein Stromverbrauch“ das erste Mal auf meinem Smartphone startete, erinnerte sie mich sofort an die Apps, die ich bereits für Sie getestet habe.

Doch beim genaueren Hinsehen habe ich einige Unterschiede entdeckt. Welche das sind und wie Sie mit „Mein Stromverbrauch“ Ihre Energiekosten senken können, lesen Sie in meinem Beitrag.

Die App gibt es momentan nur für Android. Im Google Play Store finden Sie eine kostenlose und eine kostenpflichtige Variante für 2,38 Euro.

Was kann diese App?

Mit dieser App können Sie alle Ihre Stromverbraucher im Haus (kostenpflichtige Variante: in mehreren Häusern) erfassen. Anschließend ermittelt der Verbrauchsrechner, welche Stromkosten jährlich entstehen. Diagramme zeigen Ihnen sehr übersichtlich, welche Geräte die Stromkosten in die Höhe treiben.

Planen Sie Stromfresser auszutauschen, unterstützt Sie der Amortisationsrechner bei der Kaufentscheidung. Er ermittelt, wann sich der Anschaffungspreis der neuen Haustechnik durch deren geringeren Stromverbrauch rentiert.

Allgemeine Stromspartipps runden die Funktionalität der App ab. Doch dazu später noch ein paar Worte. Beginnen wir mit dem ersten Schritt (Mein Haus): Daten sammeln.

Mein Haus

Genauso wie die bereits getesteten Apps müssen Sie auch „Mein Stromverbrauch“ anfangs mit vielen Daten füttern, damit Ihnen das Programm beim Energiesparen helfen kann. Gehen Sie dabei am besten systematisch vor und erfassen Sie alle elektrischen Geräte Raum für Raum.

Das dauert zwar etwas, aber wenn Sie, wie ich, Ihre Familie bei der Suche nach Stromverbrauchern im Haus einspannen, geht es recht schnell von der Hand. Außerdem lernen die Kinder so, dass man mit einem Smartphone mehr machen kann, als Spielen, Chatten und Videos anschauen.

Mein Haus

Ein orangefarbener Balken hilft Ihnen, das energiehungrigste Gerät auf einen Blick zu finden. Foto: Google Play Store

Alle Räume sind in „Mein Stromverbrauch“ bereits vorgegeben, vom Arbeits- bis zum Wohnzimmer. Ich fände es besser, wenn ich die Räume frei definieren und individuell anlegen könnte.

Warum? In der App gibt es zum Beispiel nur ein Kinderzimmer. Ich habe aber zwei Kinder, die jeweils über ein eigenes Reich verfügen. Doch das kann ich in der App nicht auswählen, sondern muss mit dem zweiten Kinderzimmer auf den Raum „Sonstiges“ ausweichen. Spätestens beim dritten Kind wäre aber auch diese Möglichkeit erschöpft. Nur für meine Frau: Es ist theoretisch gemeint. ;-)

Die größte Herausforderung bei der Datenerfassung bestand für mich darin, einzuschätzen, wie viele Minuten, Stunden oder Tage das jeweilige elektrische Gerät eingeschaltet ist. Wie lange läuft täglich der Fernseher, nutzen wir den Herd oder brennt das Licht?

Aus dieser Benutzungszeit berechnet die App den Energieverbrauch und damit auch die -kosten. Was sie dabei allerdings vergisst: Viele Geräte verbrauchen auch im Stand-by-Betrieb Energie. Diese Kosten berücksichtigt „Mein Stromverbrauch“ bisher nicht.

Haben Sie alle Geräte angelegt, ergänzen Sie noch Ihren aktuellen Strompreis, die Anzahl der Personen im Haus und Ihren letzten Jahresverbrauch. An dieser Stelle gefällt mir „Mein Stromverbrauch“ deutlich besser als „Energiesparen 2.0“, die mit einem fixen Strompreis rechnet. Durch die Eingabe dieser individuellen Daten wird das Ergebnis persönlicher und genauer.

Jetzt können Sie sehen, welches Gerät in welchem Raum, wie viel Energie verbraucht und prüfen ob eine energiesparende Neuinvestition sinnvoll ist. Dazu verwenden Sie gleich den Amortisationsrechner.

Amortisationsrechner

Dieser Dienst errechnet für Sie, nach welchem Zeitraum sich die Investition in ein energiesparendes Haushaltgerät amortisiert. Grundlage dafür sind folgende Daten:

  • Energieverbrauch oder Leistung des alten und neuen Gerätes
  • Kosten des neuen Gerätes.

Nicht berücksichtigt werden:

  • Ein möglicher Wiederverkaufswert des alten Gerätes,
  • Kosten für eine Fremdfinanzierung (Zinsen)
  • Reparaturkosten für das alte Gerät.

Fazit: Für einen ersten und schnellen Überblick ein sehr guter Dienst. Wer es noch genauer wissen will, sollte die nicht berücksichtigten Punkte in die Rechnung einbeziehen. 

Verbrauchsrechner

So richtig war mir der Sinn dieses Dienstes nicht klar, zumal ich ein paar Schritte zuvor schon einmal sämtliche Daten meiner elektrischen Geräte in das Smartphone getippt habe.

Mein Haus Auswertung

Diagramme stellen Ihre Stromkostentreiber übersichtlich dar. Foto: Google Play Store

Doch dann erinnerte ich mich an ein Gespräch mit meinem Nachbarn. Er stellte einen hohen Energieverbrauch in seinem Haus fest und vermutete ein Gerät mir hoher Leistung als Übeltäter.

Mit Hilfe des Verbrauchsrechners konnten wir den Kostentreiber schnell ermitteln: Die Umwälzpumpe in der Heizungsanlage. Sie hat nur eine relativ geringe Leistung von 75 Watt. Jedoch sie lief in der Heizperiode permanent und trieb dadurch die Energiekosten in die Höhe.

Die Rechnung ist relativ simpel: Leistung und Betriebszeit ergeben den Energieverbrauch.

Fazit: Der Verbrauchsrechner ist ein sinnvoller Dienst, um schnell den Energieverbrauch verschiedener elektrischer Geräte zu ermitteln und Stromfressern auf die Spur zu kommen.

Jetzt werfe ich noch einen Blick auf die Stromspartipps.

Stromspartipps

Den Punkt kann ich relativ kurz machen. Die aufgeführten Tipps – von der abschaltbaren Steckdosenleiste bis zur LED-Lampe – sind nützlich und sinnvoll, jedoch nicht neu. Ich bin mir sicher, Sie haben alle schon mal irgendwo gelesen. Beherzigen sollten Sie diese trotzdem.

Was hat mir an der App Mein Stromverbrauch gut gefallen?

  • Klein und kompakt
  • Kann offline genutzt werden
  • Nutzt keine weiteren Dienste des Smartphones – schnüffelt nicht überall rum ;-)
  • Einfache Bedienung
  • Bereits in der kostenlosen Version sehr gute Dienste
  • Individualisierbar, da ich z. B. meinen Strompreis eingeben kann
  • Klarer, strukturierter Aufbau
  • Gute Ergänzung zum Energieverbrauchs-Analysator

Was hat mir an der App Mein Stromverbrauch nicht gefallen?

  • Keine Möglichkeit, Räume hinzuzufügen
  • Stand-by-Verbräuche werden nicht erfasst.
  • Für mich als Privatnutzer bietet die kostenpflichtige Pro-Version keinen Mehrwert.

 Zusammenfassung

Mein Stromverbrauch ist eine App nur für Android, die Sie sicher nicht jeden Tag nutzen. Jedoch hilft sie, das komplizierte Thema Energieverbrauch auch für Laien transparent darzustellen. Daumen hoch, die App bleibt als Ergänzung zum „Energieverbrauchs-Analysator“ auf meinem Smartphone.

Veröffentlicht von Torsten Barthel am 3. September 2015 17:08 in Energie, Spartipps

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