Mehr Reichweite fürs Elektroauto – Opel Ampera im ENSO-Einsatz

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Echter Hingucker: Opel Ampera neben der ENSO-Ladestation in Dresden, Friedrich-List-Platz 2.

Wer mit einem Fahrzeug unterwegs ist, das mittels Batterie elektrisch betrieben wird, hat derzeit ein Problem. Für lange Strecken eignet es sich (noch) nicht. Serienfahrzeuge bringen es bisher auf maximal 150 Kilometer. Dann ist die Batterie leer. Abhilfe soll ein zusätzlicher Motor schaffen, der die Reichweite von Elektroautos verlängert. Ein erstes Fahrzeug dieses Typs in Deutschland ist der Opel Ampera. Seit vier Wochen wird er im ENSO-Fuhrpark erprobt. Eine Zwischenbilanz.

„Klassenerster.“, Elektrevolution.“, „So alltagstauglich wie eine Steckdose.“ Mit diesen Worten wirbt Opel für den Ampera, der wahrlich modern und zukunftsorientiert wirkt. Er versteht sich als Elektroauto mit Reichweitenverlängerung, das heißt er verfügt neben dem Elektromotor für den Antrieb durch eine Batterie über eine Motor-Generatoreinheit zur Stromerzeugung. Bei unseren vier Opel Ampera ein 1,4-Liter-Ottomotor mit einer 54-Kilowatt-Generatoreinheit.

Stecker rein und fertig – den Opel Ampera konnte ich mühelos an einer herkömmlichen 230-V-Steckdose aufladen.

Von diesem zweiten Motor wird aber nur Gebrauch gemacht, wenn die Batterie einen kritischen Ladezustand von etwa 30 Prozent unterschreitet. Dieser Fall tritt meist erst nach 60-80 Kilometern Fahrt ein. Da sich die 16-Kilowattstunden-Batterie des Ampera direkt an der 230V-Steckdose aufladen lässt, ist im städtischen Alltagsverkehr ein rein batterieelektrischer Betrieb möglich – und das mit einer Antriebsleistung des Elektromotors von 111 Kilowatt (150 PS) sowie einem Drehmoment von 370 Newtonmetern.

Schaltet sich der Verbrennungsmotor bei niedrigem Batteriestand zu, geschieht dies kaum hörbar. Dieser Zustand wird so lange aufrecht erhalten, bis wieder Batteriebetrieb möglich ist. Durch das regenerative Bremssystem des Fahrzeugs wird ein hohes Maß an Energierückgewinnung (Rekuperation) erreicht. Wie Rekuperation und Antriebstechnik funktionieren, verdeutlicht dieses Video:

Eine vorausschauende Fahrweise und die Verwendung von Fahrhilfen wie die Geschwindigkeitsregelanlage helfen zusätzlich, den rein elektrischen Fahrbetrieb zu verlängern.

Meine Kollegen, die täglich mit dem Auto unterwegs sind, haben es bestätigt: Für den Großteil ihrer Fahrstrecken ist der rein elektrische Antrieb tauglich. Ein ENSO-Mitarbeiter, der in ganz Ostsachsen unterschiedlichste Streckenprofile fährt, hat für 1.750 km weniger als 35 Liter Benzin benötigt! Das kann sich sehen lassen.

Zwei LED-Bildschirme im Cockpit geben Auskunft über verschiedene Betriebszustände.

Die Zukunft der Elektromobilität, für die am besten Strom aus erneuerbaren Energien genutzt wird, liegt sicher im rein batterieelektrischen Antrieb. Doch das Prinzip der Reichweitenverlängerung ist eine sinnvolle Brückentechnologie. Sie bietet zudem im Ampera viel Fahrspaß. Wenige Schwachpunkte wie die etwas unübersichtliche Bedienung der Mittelkonsole werden durch hilfreiche Zusatzfunktionen kompensiert: zum Beispiel die individuelle Festlegung von Ladezeiten, um Schwachlastzeiten mit geringem Strombedarf nutzen zu können oder die Visualisierung der Stromflüsse auf einem Monitor im Cockpit. Auch dank seines futuristischen Designs vermittelt der Opel Ampera durchaus das Gefühl, in die Zukunft zu fahren.

Veröffentlicht von Dr. Tino Schuette am 10. Juli 2012 15:42 in Elektromobilität, Energie

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