Klassiker Schnellkochtopf: Flott, schonend und energiesparend

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Gemüseeintopf

Suppen und Eintöpfe sind nicht nur gesund und lecker, sondern mit dem Schnellkochtopf auch fix fertig. Foto: Timo Klostermeier/pixelio.de

Läuft Ihnen bei diesem Anblick nicht auch das Wasser im Munde zusammen? Ich bin ein großer Fan von Eintöpfen und Suppen. Mit meinem neuen Schnellkochtopf sind sie ruckzuck fertig.

Jahrelang waren mir diese Kochgeräte unheimlich. Was, wenn der Druck im Inneren so groß wird, dass mir Deckel und Inhalt um die Ohren fliegen?

Inzwischen habe ich den Topf schon mehrfach benutzt. Und bin ziemlich begeistert. Was mich daran überzeugt hat, verrate ich Ihnen gern.

Vor ein paar Wochen schwärmte eine meiner besten Freundinnen davon, wie rasch sie leckere Suppen mit dem Schnellkochtopf zubereiten kann. „Du sparst nicht nur Zeit damit. Das Gemüse schmeckt wunderbar aromatisch. Nährstoffe wie Vitamine bleiben erhalten, und du verbrauchst viel weniger Energie“, zählte sie die Vorteile auf.

Meine Ängste entlockten ihr ein Schmunzeln. „Wenn du dich an die Gebrauchsanweisung hältst, hast du nichts zu befürchten“, versicherte sie mir. Nach unserem Gespräch begab ich mich in ein Fachgeschäft. Eine freundliche und gut geschulte Verkäuferin weihte mich ins Funktionsprinzip von Schnellkochtöpfen ein.

Topfdeckel

Ein spezieller Mechanismus, ein Gummiring sowie Sicherheits- und Reglerventile am Deckel verschließen den Schnellkochtopf luftdicht und sicher.

Ein spezieller Mechanismus, meist ein Bajonettverschluss mit Abdichtung durch einen Gummiring, sowie Sicherheits- und Reglerventile sorgen dafür, dass der Topf wasser- und luftdicht verschlossen wird. Beim Erhitzen des Wassers entsteht Dampf, der nicht entweichen kann. Das führt zu einem Überdruck.

Dieser Druck hat eine höhere Siedetemperatur des Wassers von bis zu 120 Grad Celsius zur Folge und verringert die Garzeit von Lebensmitteln erheblich. Ein Ventil ist mit der Druckanzeige verbunden, die eine farbliche Markierung aufweist. Wird diese sichtbar, steht der Topf unter Dampfdruck und lässt sich nicht öffnen.

Den Herstellerangaben zufolge spart ein Schnellkochtopf nicht nur viel Zeit, sondern auch bis zu 70 Prozent Energie. Apropos Hersteller – weltweit einen guten Namen haben Fissler , WMF  und seine Marke Silit (Deutschland), Tefal (Frankreich), Gruber & Kaja  (Österreich) oder Kuhn Rikon (Schweiz).

Als Erfinder dieses Kochgeschirrs gilt der Franzose Denis Papin, der Medizin studierte, sich aber als Physiker und Erfinder einen Namen machte. Im Jahr 1679 beschrieb er einen Topf, in dem Überdruck herrscht und das Wasser erst bei einer höheren Temperatur als 100 Grad Celsius zu kochen beginnt.

Papinscher-Kochtopf

Diesen Nachbau des Papinschen Topfes aus dem Jahre 1912 können sich die Besucher in der Orangerie des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts der Museumslandschaft Hessen Kassel anschauen. Foto: MHK

Der Papinsche Topf wurde über mehrere Jahrhunderte nur im Labor eingesetzt, weil es weder das Material und noch die Fertigungstechniken für seine Herstellung gab.

1927 brachte das deutsche Unternehmen Silit im baden-württembergischen Riedlingen unter dem Markennamen Sicomatic den ersten kommerziell erfolgreichen Schnellkochtopf in Deutschland auf den Markt.

Sicherheit und Bedienbarkeit seiner Nachfolger haben sich immer weiter verbessert. Heute weist das CE-Gütesiegel darauf hin, dass ein Modell eine Sicherheitsprüfung durchlaufen hat und bei vorschriftsmäßigem Gebrauch absolut ungefährlich ist.

Auch der Schnellkochtopf, den ich vom Fachgeschäft mit nach Hause nahm, trägt ein solches Siegel. Als  ich ihn das erste Mal ausprobierte und einen Gemüseeintopf zubereitete, schaute ich immer wieder in die Bedienungsanleitung, um ja nichts falsch zu machen. ;-)

Beim Anbraten des Fleischs gab es keinen Unterschied zur Pfanne. Aber schon beim nächsten Arbeitsgang, dem Garen, war er erheblich: Auf Stufe 2 (Intensivstufe) verringert sich die Kochzeit des Topfinhalts um 70 Prozent, auf Stufe 1 (Schonstufe) – die für Gemüse ausreicht – immerhin noch um die Hälfte.

Es dauerte keine halbe Stunde, bis der Eintopf fertig war. Und er schmeckte vorzüglich – das Fleisch wunderbar zart, das Gemüse kein bisschen zerkocht und aromatisch.

Dieses YouTube-Video veranschaulicht das Funktionsprinzip:

Fleisch oder Fisch können mit Gemüse und Beilagen in einem Topf gegart werden. Dafür gibt es spezielle Einsätze. Auf diese Weise verringert sich der Abwasch. Zudem lassen sich viele Modelle im Geschirrspüler reinigen. Nur Gummiabdichtung sowie Deckel mit Sicherheits- und Druckreglern haben in der Maschine nichts zu suchen, da sie dort Schaden nehmen.

Das Fassungsvermögen von Schnellkochtöpfen reicht von 2,5 bis hin zu 8,5 Litern. Mein 4,5-Liter-Modell ist für Haushalte von maximal vier Personen bestimmt. Bezahlt habe ich dafür gut 100 Euro – und bewege mich damit im preislichen Mittelfeld.

Auf Vergleichsportalen wie www.expertentesten.de können Sie sich über unterschiedliche Modelle, Preise und Bewertungen informieren. Wenn Sie schon mit einem solchen Topf kochen, teilen Sie mir und den Blog-Lesern doch Ihre Erfahrungen oder Lieblingsrezepte mit!

Veröffentlicht von Sylvia Redlich am 26. Mai 2016 08:21 in Energie, Spartipps
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Kommentare

2 Reaktionen zu “Klassiker Schnellkochtopf: Flott, schonend und energiesparend”
  • Von BOGI

    Dieser Beitrag hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe seit Jahren nicht mehr im "Dampftopf" gekocht und es liegt sicherlich daran, dass ich als Single einen viel zu großen Topf habe. Ansonsten kann ich nichts Nachteiliges berichten, denn er hat unserer Familie immer gute Dienste geleistet. Da werde ich mir wohl ein 2,5 Liter Modell kaufen oder meine Kinder einladen. Antworten

  • Von Angelika

    Hallo liebe Redaktion,
    Ich habe mir auch in letzter Zeit einen solchen Schnellkochtopf über [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion] und muss sagen, dass ich es am Anfang zwar auch eher unheimlich fand, jedoch mit einiger Eingewöhnungszeit das Vertrauen in den Topf steigt. Ich bin vollstens zufrieden! Antworten

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