Junge Familie: Energieverbrauchs-Check in eigener Sache

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Junge-Familie

Mit meiner vierköpfigen Familie beginne ich die Serie zum Energieverbrauch in Musterhaushalten – und meine Mitarbeit an diesem Blog. Foto: pixelio.de/Thomas Weiss

Seit fast 15 Jahren arbeite ich als Energieberater. Dabei beschäftige ich mich vor allem mit Energieeffizienz im Haushalt – und schalte diesbezüglich auch in meiner Familie nicht ab. Meine Frau sowie unsere vier und sieben Jahre alten Kinder können davon schon ein Liedchen singen. ;-)

Mit einem Stromverbrauch von rund 3.200 Kilowattstunden (kWh) im Jahr sind wir relativ sparsam. Normal wären bei einem Vier-Personen-Haushalt mit Eigenheim in Sachsen um die 4.100 kWh. In den alten Bundesländern liegt dieser Wert deutlich höher.

Generell machen Heizung und Warmwasser etwa drei Viertel des Energieverbrauchs im Haushalt aus. Bei uns sind es nur 50 Prozent. Jährlich verbrauchen wir rund 9.000 kWh Erdgas. Dafür habe ich in unserem gut 130 Quadratmeter großen Haus auch einiges getan. Als gelernter Wasserrohrleitungsbauer und mit einem Meisterbrief der IHK in der Tasche bin ich mit Technik und Technologien natürlich bestens vertraut.

Heizung

Die Heizung muss nicht immer auf Stufe 3 laufen. Foto: pixelio.de/Stephanie Hofschlaeger

An jeden Heizkörper baute ich ein elektronisches Thermostatventil  an. Diese programmierte ich so, dass sie nachts nur wenig und am Wochenende stundenweise arbeiten. Im Sommer wird die Heizung ganz gedrosselt. Da brauchen wir lediglich warmes Wasser.

In der kalten Jahreszeit beträgt die Temperatur bei uns im Wohnzimmer durchgängig 18 Grad Celsius, abends steigt sie auf 22 Grad. Mein Tipp: Die Heizung muss nicht ständig auf Stufe 3 laufen. Wenn Sie Ihr Zuhause verlassen, sollten Sie sie herunterdrehen – Stufe 2 reicht völlig. Beim Stoßlüften ist Stufe 0 richtig. Und die Zimmertüren geschlossen zu halten, bringt auch etwas.

In unserem Wohnzimmer stehen seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ein 40-Zoll-Fernseher (Bildschirmgröße: 102 cm in der Diagonale) und ein Receiver. Faustregel: Je größer der Bildschirm, desto höher der Stromverbrauch. LED/LCD-TV sind in Sachen Energieverbrauch besser als Plasmafernseher. Auf den Stand-by-Modus verzichten wir ganz bewusst, denn auch der kostet Strom und damit Geld. Und je seltener der Fernseher läuft, umso besser ist es für die Familienkasse wie das Familienleben.

Grafik-Energiesparen

Diese Grafik der Deutschen Energie-Agentur zeigt die größten Einsparpotenziale im Haushalt auf.

Durchschnittlich 15 Prozent der Energie verbraucht die Unterhaltungstechnik in einem Haushalt. Unser Blue-Ray-Heimkinosystem nutzen wir selten. Laptop, Tablet und – in seltenen Fällen – der PC sind etwa ein bis zwei Stunden täglich in Betrieb. Für TV, Audio und Co. verbrauchen wir insgesamt nur 320 kWh pro Jahr – etwa ein Drittel weniger als ein vergleichbarer Durchschnittshaushalt.

Am wärmsten ist es bei uns mit 23 Grad früh und abends im Bad. Dass kleine Kinder öfter in die Wanne steigen, lässt sich kaum vermeiden. 120 bis 140 Liter Wasser, die vorher erwärmt werden müssen, passen da hinein. Nicht volllaufen lassen, lautet die Devise. 80 Liter reichen für den Badespaß. Duschen ist wesentlich günstiger. Dafür sind nur 20 bis 30 Liter Wasser nötig.

Unsere Waschmaschine mit einem Fassungsvermögen von acht Kilogramm läuft nahezu täglich, der Trockner zwei- bis dreimal pro Woche in der kalten Jahreszeit. Im Sommer nutzen wir ihn nur für Jeans und Handtücher. Der größte Teil der Wäsche kommt auf die Leine im Garten.

Noch ein Tipp: Wenn Sie nicht waschen, sollten Sie den Stecker ziehen. Sonst verbraucht die Maschine weiter Strom.

Wir haben zwei Kühlschränke, einen davon im Keller, und einen Gefrierschrank. Immer wieder ermahne ich meine Frau: „Das Gerät im Keller müssen wir leer essen.“ Aber dann kommt Weihnachten, ein Geburtstag, eine Familienfeier, Ostern – wie gut, dass es die zusätzliche Kühlmöglichkeit gibt. Zumindest ans Abtauen sollte jeder denken, der eine solche Reserve nutzt. Durchs Vereisen kann sich der Energieverbrauch eines Gerätes sogar verdoppeln.

Geschirrspüler

Der Geschirrspüler verrichtet bei uns Schwerstarbeit. Foto: Dena

Unser Geschirrspüler ist mit 45 Zentimetern Breite relativ klein. Deshalb läuft er nahezu täglich. Bei einem Energieverbrauch von einer KWh fällt das aber kaum ins Gewicht. Wenn meine Frau auf dem Ceranfeldherd kocht, schaltet sie ihn rechtzeitig aus, um die Restwärme zu nutzen – und spart damit etwa 15 Prozent Energie.

Gleiches gilt auch für den Backofen mit Umluft. Für viele Gerichte ist das Vorheizen nicht erforderlich und verbraucht nur unnötig Energie, da der Backofen bei diesem Programm mit hoher Energie heizt. Verzichten Sie in manchen Fällen auf das Vorheizen, dann können Sie bis zu 20 Prozent Energie sparen. Übrigens: Brötchen aufbacken vermeiden wir aus Energie- und Geschmacksgründen.

Elektrogeräte müssen zehn bis 15 Jahre ihren Dienst verrichten. Behalten Sie Ihre Stromrechnung stets im Blick. Dann fällt es Ihnen auf, wenn sie deutlich ansteigt und es an der Zeit sein könnte, sich neue Geräte anzuschaffen. Am energieeffizientesten sind die der Klasse A+++.

Zunächst sollten Sie aber prüfen, wie viel weniger Energie die neuen im Vergleich zu den alten Modellen verbrauchen. Erst wenn Sie die Anschaffungskosten und den Stromverbrauch verschiedener Geräte über einen Zeitraum von 15 Jahren addiert haben, können Sie entscheiden, ob sich der Austausch wirklich lohnt. Hilfreich ist dabei ein Strommessgerät, das im Elektrofachhandel erhältlich ist.

Die Beleuchtung hat einen Anteil von sieben bis acht Prozent am Energieverbrauch eines Haushaltes. Bei uns sind noch einige Halogenstrahler, meistens aber verbrauchsarme LED im Einsatz. Trotzdem haben wir unsere Kinder schon frühzeitig daran gewöhnt, das Licht beim Verlassen eines Zimmers auszuschalten – so wie wir es auch tun. Die Mühe lohnt sich: Für die Beleuchtung benötigen wir nur halb so viel Strom wie ein Vergleichshaushalt.

Im Kinderzimmer ist eine Funksteckdose installiert, mit der wir Geräte wie dieHiFi-Stereoanlage unserer Kinder ausschalten können – damit sie in Ruhe einschlafen und die Technik nicht versehentlich die ganze Nacht in Betrieb ist.

Garten

Ein gepflegter Rasen erfordert einige Mühe. Die Stromkosten fürs Mähen fallen kaum ins Gewicht. Foto: pixelio.de/Rainer Sturm

In meiner Freizeit mache ich mich oft im Garten nützlich. Die neue Saison hat ja gerade erst begonnen. Rasenmäher, elektrische Heckenschere und die Pumpe für Pool sind dort stets griffbereit. Die Stromkosten halten sich dabei in Grenzen – weniger als zehn Euro fallen dafür im Jahr an.

Wenn Sie wollen, können Sie auch künftig hier Beiträge von mir lesen. Demnächst beschäftige ich mich damit, was Singles, Zwei-Personen-Haushalte oder Großfamilien in Sachen Energieverbrauch beachten sollten.

Gern beantworte ich Ihre Fragen rund um Energieeffizienz im Haushalt und freue mich über Ihre Kommentare.

Veröffentlicht von Heiko Hauptmann am 27. April 2015 08:46 in Energie, Spartipps

Kommentare

Eine Reaktion zu “Junge Familie: Energieverbrauchs-Check in eigener Sache”
  • Von Werner

    Ich habe mich vor einigen Jahren nicht wirklich für die Energieeffizienz interessiert. Das lag aber auch nur an meiner mangelnden Vorstellungskraft, wie viel so etwas effektiv in den Geldbeutel zurück bringen kann.

    Meine Frau hatt mich dann gedrängt. "A+++! A+++!" Und sie hatte recht. Die Geräte sparen mehr als die Hälfte an Energie ein, und das merkt man mehr oder weniger ab der ersten Stromabrechnung.

    Danke für die Informationen

    Werner [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion] Antworten

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