Jugend-forscht-Juroren: Tolle Arbeiten und viel Begeisterung

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ENSO-Juroren begutachten ein Jugend-forscht-Projekt

Die Juroren des Fachgebietes Mathematik/ Informatik (Alexander Schwolow rechts) begutachten ein Jugend-forscht-Projekt.

Zum fünften Mal war ich in diesem Jahr Juror beim Wettbewerb Jugend forscht – Schüler experimentieren. Dieses Mal für das Fachgebiet Mathematik/Informatik.

Da neben dem Regionalwettbewerb Dresden-Ostsachsen auch der für Leipzig-Nordwestsachsen im CITY CENTER am Dresdner Hauptbahnhof ausgetragen wurde, verdoppelte sich die Anzahl der Teilnehmer beinahe.

Unentwegt stellten die Schüler den interessierten Besuchern ihre Projekte vor und tauschten sich auch untereinander rege darüber aus. Insgesamt waren die Beiträge wieder auf einem sehr hohen Niveau.

Welche Arbeiten die Jury zum Sieger kürte und damit zum Landeswettbewerb vom 27. bis 29. März ins Dresdner Hygienemuseum schickt, erfahren Sie hier.

Steven Jodzio

Steven Jodzio beschäftigte sich in seiner Arbeit mit der energetischen Nutzung von Abwasser.

Mich hat übrigens die Arbeit von Steven Jodzio im Fachgebiet Technik am meisten beeindruckt. Der Schüler vom Marie-Curie-Gymnasium Dresden untersuchte, wie sich Energie aus warmem Abwasser zurückgewinnen lässt. Dabei erwärmte er in einem selbst gebauten Wärmetauscher das zufließende Kaltwasser durch das warme, abfließende Wasser, zum Beispiel von einer Dusche.

Mit seinen 13 Jahren ist er schon ein alter Bekannter beim Wettbewerb. Ich finde es sehr spannend, seine Entwicklung von Jahr zu Jahr zu beobachten.

Die für mich aussichtsreichste Arbeit für die nächsten Wettbewerbsstufen hat Josefine Lißner im Fachgebiet Physik eingereicht. Doch dazu äußert sich mein Kollege Thomas Darda noch ausführlicher.

Denn ich möchte nun auch andere ENSO-Juroren zu Wort kommen lassen. Ich habe sie gefragt, welches Projekt sie beim diesjährigen Wettbewerb am meisten beeindruckte und welche Arbeit aus ihrer Sicht die größten Chancen hat, es bis zum Bundeswettbewerb zu schaffen.

Das sind ihre Antworten:

Katja Weinhold, Jurorin für das Fachgebiet Arbeitswelt:

Die Qualität der Projekte war sehr hoch, vor allem im Fachgebiet Arbeitswelt, aber auch im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften habe ich tolle Arbeiten gesehen.

Besonders hervorheben möchte ich die Projekte der jüngeren Teilnehmer bei Schüler experimentieren. Die Jungforscher haben mich durch ihr Engagement und ihr professionelles Auftreten überzeugt.

Jan van der Kamp

Klingt romantisch: Das Rendezvous-Konzept am Schienenverkehrsknoten Dresden von Jan van der Kamp.

Stark beeindruckt hat mich die Arbeit von Jan van der Kamp. Der 18-jährige vom Humboldt-Gymnasium Radeberg hat ein Rendezvous-Konzept am Schienenverkehrsknoten Dresden entwickelt. Es ist ihm gelungen, die Ergebnisse anschaulich und verständlich zu präsentieren.

Bemerkenswert finde ich, dass er bei der wissenschaftlichen Betrachtung auch die menschliche Komponente nicht vernachlässigt. Die Abfahrtszeiten der Züge hat er bewusst auf wenige Minuten nach einer vollen Stunde gelegt und nicht kurz davor. Erfahrungsgemäß fällt es da vielen Menschen leichter, pünktlich zu sein.

Da Jan van der Kamp auf mich den Eindruck machte, dass er für sein Projekt lebt, würde ich ihm auch die Teilnahme am Bundeswettbewerb gönnen.

Letztendlich verdient es aber jeder, der es bis zum Landeswettbewerb geschafft hat, auch am Bundeswettbewerb teilzunehmen.

Alexander Haidan, Juror für das Fachgebiet Technik:

Wie in den Vorjahren gab es einige Projekte, die mir besonders imponierten. Dieses Jahr haben wir gleich zwei hervorragende Arbeiten, die unsere Jury mit einem 1. Preis prämieren konnte.

Paula Kipf

Paula Kipf untersuchte, wie sich die Korrosionsbeständigkeit in geothermischen Anlagen verbessern lässt.

Einer ging an Paula Kipf vom Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden  für ihr Projekt zur “Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit in geothermischen Anlagen”.

Sie ist eine begabte Jungforscherin, die einen rundum überzeugenden Beitrag eingereicht hat. Ihre Arbeit, die sich durch einen hohen Anteil an Eigenleistung und tiefes fachliches Verständnis auszeichnet, hat sie sehr gut strukturiert und präsentiert.

Zudem besitzt das Thema eine hohe Praxisrelevanz. In der Geothermie sind Korrosion und Mineralausfällungen durch hohe Salzgehalte der Tiefengewässer Probleme, die noch gelöst werden müssen.

Paula Kipf konnte am Dresdner Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren ihre Arbeit mit aktuell laufenden Forschungsprojekten verbinden. Dort fand sie auch das Umfeld für ihre Experimente bei der Oberflächenbeschichtung mit Nanodiamanten – „Diamonds are the girl’s best friend“ mal anders.

 Thomas Darda, Juror für das Fachgebiet Physik: 

Josefine Lißner

Josefine Lißner kann sich über den ersten Platz in der Kategorie Physik freuen.

Am meisten hat mich Josefine Lißner mit ihrer Arbeit „FeRh-Probenuntersuchung mittels des magneto-optischen Kerr-Effekts“ beeindruckt. Die Schülerin vom St.-Afra-Gymnasium in Meißen erklärte im Jury-Gespräch, dass sie sich einem Thema gewidmet hat, das ihr vorher völlig fremd war.

Heute kann sie Begriffe  wie magnetische Domänen, Weisssche Bezirke oder Remanenz, mit denen die meisten nichts anzufangen wissen, erklären und erläutern.

Ihr souveräner Vortrag zeugte von Fachwissen und Begeisterung. Künftig könnten ihre Untersuchungen für den Einsatz von magnetischen Datenspeichern mit hoher Datendichte nutzbar sein.

Wir ENSO-Juroren und das gesamte Bloggerteam drücken den Teilnehmern am kommenden Wochenende beim Landeswettbewerb die Daumen!

Veröffentlicht von Alexander Schwolow am 25. März 2014 14:14 in Energie, Karriere, Wissen

Kommentare

Eine Reaktion zu “Jugend-forscht-Juroren: Tolle Arbeiten und viel Begeisterung”
  • Von Tina Rüssel

    Vom Landeswettbewerb Sachsen am vergangenen Samstag möchte ich berichten. Den Sprung zum Bundesfinale von "Jugend forscht" haben geschafft:

    Felix Knothe vom Humboldt-Gymnasium Radeberg
    "Stimulierung der mikrobiellen Bodenaktivität mittels Zugabe von Nährstoffen bei Böden unterschiedlicher Fruchtbarkeit bzw. Schädigung – Bioindikation bei der Renaturierung von schwermetallbelasteten Böden."
    (Geo- und Raumwissenschaften)

    und

    Fabian Bülow vom Sächs. Landesgymnasium St. Afra Meißen
    "Experimentelle Untersuchung verschiedener Faktoren auf das Regenerationsverhalten von Planarien"
    (Biologie)

    Gratulation und viel Erfolg!

    Alle Sieger und mehr Infos gibt es auf http://www.jugend-forscht-sachsen.de/2014 Antworten

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