Ist Ihr Zuhause schon ge-E-checkt?

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Licht weg? Schalter defekt? Foto: Robert Köhn/pixelio.de

Zwischen Weihnachten und Neujahr blieb es im Kinderzimmer plötzlich dunkel. Also musste der Papa ran. Im ersten Augenblick dachte ich, die Glühlampe ist defekt. Ersatz war schnell gefunden und die Lampe flink getauscht. Diese Aktion kennt sicher jeder. In den meisten Fällen führt sie auch zum Erfolg. Doch diesmal hat es nicht funktioniert.

Wenn es nicht die Lampe ist, dann hat wohl der Lichtschalter den Geist aufgegeben, vermutete ich. Was nun? Erst mal in den Keller und bei den Ersatzteilen nachsehen. Einen kleinen Vorrat hat doch jeder gute Heimwerker zu Hause. Super, da ist noch ein Schalter, der auch passen könnte. Nun noch das richtige Werkzeug und ran ans Werk. Doch HALT! War da nicht noch was?

Ja, denn beim Schalterwechseln habe ich es mit Elektrizität zu tun. Und eigentlich müsste hier der Beitrag zu Ende sein, weil an elektrischen Anlagen nur Fachleute arbeiten dürfen. Ist er aber nicht, denn ich war nicht immer Webmaster bei ENSO. Von Hause aus bin ich Energieelektroniker. Das kommt mir beim Heimwerken sehr entgegen. Also zurück zum Schalter, der gewechselt werden muss.

Fachleute beachten die 5 Sicherheitsregeln bei Arbeiten an elektrischen Anlagen

Wie geht nun der Fachmann vor? Diese 5 Sicherheitsregeln bei Arbeiten an elektrischen Anlagen gehörten zum Unterrichtsstoff in meiner dreieinhalbjährigen Berufsausbildung. Daran orientiere ich mich jetzt:

Beim Arbeiten an elektrischen Anlagen sind die 5 Sicherheitsregeln zu beachten. Fotos: www.e-check.de

1. Freischalten: In der Hausverteilung suche ich den Stromkreis für das Kinderzimmer und schalte die entsprechende Sicherung aus. Damit ist dort die elektrische Anlage spannungsfrei geschalten.
2. Gegen Wiedereinschalten sichern: Falls Sie Schraubsicherungen mit Schmelzeinsatz verwenden, schrauben Sie diese heraus und stecken sie ein. Bei einem Leitungsschutzschalter würde ich das Schaltschloss mit einem Draht gegen Wiedereinschalten sichern.
3. Spannungsfreiheit feststellen: Im Kinderzimmer prüfe ich, mit einem vorher getesteten Spannungsprüfer, die Spannungsfreiheit.
4. Erden und Kurzschließen: Ist in meinem Fall nicht notwendig, da die Hausinstallation mit 230/400 Volt betrieben wird und diese Regel für Anlagen ab 1.000 Volt gilt.
5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken: Auch hier gilt das Gleiche wie bei Regel vier.

Nun kann ich den Schalter wechseln, was Dank der einfachen Stecktechnik und meiner fachmännischen Kenntnisse kein Problem mehr ist. Nach 15 Minuten ist alles fertig und ich kann in umgekehrter Reihenfolge die Anlage wieder in Betrieb nehmen. Jetzt noch ein Test – prima, es funktioniert wieder.

Sie sehen, das Ganze ist kein Kinderspiel. Für Laien gilt deshalb: Finger weg von Elektroanlagen! Erfahrungsgemäß geht die Technik immer dann kaputt, wenn man am wenigsten damit rechnet. Größere Firmen wie ENSO beugen vor, indem sie ihre Anlagen turnusmäßig kontrollieren und prüfen lassen.

E-Check für Bauteile und Leitungen in Haus und Wohnung

Nun stellt sich Ihnen vielleicht die Frage: Gibt es das auch für Bauteile und Leitungen in Wohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder für kleine Gewerbebetriebe? Ja, dafür gibt es den E-CHECK. Am besten Sie wenden sich dabei an Ihren Elektriker oder suchen sich mit Hilfe der Installateur-Suche eine Fachfirma in ihrer Nähe. Hätte ich selbst eher daran gedacht, wäre mir diese Reparatur vielleicht erspart geblieben. Den E-Check habe ich in meinem Haus inzwischen erledigt. Nun kann ich beruhigt mein Ersatzteillager entrümpeln.

Ach eins noch: wenn Sie den Fachmann schon einmal im Haus haben, sprechen Sie ihn doch mal auf eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) an. Diese schaltet Ihre elektrische Hausanlage im Ernstfall – zum Beispiel wenn der Strom aufgrund beschädigter Leitungsisolierung etwa über ein metallisches Gehäuse fließt – ab. Warum sollte man dieses Stück Sicherheit nur für Badezimmer und Co. verwenden und nicht auch für das gesamte Haus oder die Wohnung nutzen?

Haben Sie ihre elektrische Anlage schon mal prüfen lassen, oder reagieren Sie erst, wenn das Licht aus ist?

Veröffentlicht von Torsten Barthel am 31. Januar 2013 17:24 in Energie, Wissen

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