Heizungssysteme fürs Einfamilienhaus: Was passt wo?

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Thomas E. Jakob

Thomas E. Jakob ist Redakteur beim Hausbauportal HausXXL.

Seit knapp zwei Wochen ist Herbst. Zwar hat sich die goldene Jahreszeit bis jetzt von ihrer sonnigen Seite gezeigt. Trotzdem soll es merklich kälter werden. Für mich Grund genug meine Heizungsanlage langsam aus ihrem „Sommerschlaf“ zu wecken.

Doch nicht nur wegen der fallenden Außentemperaturen sind Heizungen ein aktuelles Thema. Neue Technologien, energieeffizientes Heizen und vor allem Kosteneinsparungen erhöhen insbesondere das Interesse von Bauherren für moderne Heizungssysteme.

Nahezu alle Hausanbieter auf unserem Hausbauportal HausXXL mit Sitz in Dresden bieten daher eine Beratung auf diesem Gebiet an. Denn nicht jede Variante passt zu jedem Haus.

Im Folgenden stelle ich Ihnen die drei verbreitetsten Heizungssysteme für das Eigenheim vor. Dazu zählen:

  • Gas-Brennwertheizungen
  • Wärmepumpen
  • Holzpellet-Heizungen
Anteil-Hauptheiztechniken-im-Neubau

In Neubauten liegen Gas-Brennwertheizungen mit Abstand vorn. Quelle: HWWI

Brennwerttechnik sorgt für optimale Energieausbeute 

Erdgas ist auf dem Heizungsmarkt nach wie vor ein „Dauerbrenner“. In jedem zweiten Neubau sorgen Gas-Brennwertkessel für wohlige Wärme. Ist das Haus an das Erdgas-Netz angeschlossen, lohnt sich diese Investition. Denn im Gegensatz zu konventionellen Gasheizungen nutzen Brennwertkessel nicht nur die Wärme, die durch die Verbrennung von Erdgas direkt entsteht, sondern auch den in der heißen Abluft enthaltenen Wasserdampf. Somit sorgen sie für eine optimale Energieausbeute des Brennstoffs. Wie das im Detail funktioniert, erklärt ENSO-Heizungsexperte Marian Beck hier im Blog.

Mit Hilfe der Brennwerttechnik lassen sich etwa 10 bis 15 Prozent an Energie einsparen. Zudem schonen die geringeren Schadstoffemissionen bei der Verbrennung die Umwelt.

Gas-Brennwertkessel kosten – je nach Hersteller und Ausstattung – zwischen 4.500 und 8.000 Euro zuzüglich Montage. Öl-Brennwertkessel sind etwas teurer. Zudem müssen Hausbesitzer bei dieser Variante zusätzliche Kapazitäten für die Lagerung des Energieträgers einplanen.

In einem Neubau ist der Einsatz von Brennwertheizungen mit fossilen Energieträgern nur noch möglich, wenn ein bestimmter Anteil des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien gedeckt wird. Das schreibt das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz vor.

Vor allem die Kombination mit einer thermischen Solaranlage ist sinnvoll. Dieses Zusammenspiel senkt nicht nur die laufenden Kosten, sondern schont auch den Heizkessel. In den Sommermonaten kann dieser ausgeschaltet bleiben, da die Kollektoranlage die Warmwasserbereitung übernimmt. Während der Übergangszeit unterstützt die Solarwärme den Brennwertkessel über Wärmetauscher bei der Raumheizung.

Brennwerttechnik mit Solarthermie

Kombination einer thermischen Solaranlage mit einer Gas-Brennwertheizung. Bild: ASUE

Die zusätzlichen Kosten für die Kombination der Gasheizung mit Solarthermie belaufen sich auf rund 6.000 bis 12.000 Euro.

Die Wärmepumpe: der umgekehrte Kühlschrank  

Wärmepumpen werden in Ein- und Zweifamilienhäusern immer beliebter. Bereits in jedem dritten Neubau sind sie zu finden. Wärmepumpen nutzen die in der Erde, der Luft oder dem Grundwasser gespeicherte Energie zum Heizen.

Sie arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Die Technologie nutzt ein flüssiges Kältemittel, das bereits bei Außentemperaturen kurz über dem Gefrierpunkt gasförmig wird. Anschließend verdichtet der Kompressor das Gas, wodurch der Druck und damit die Temperatur steigen.

Dafür benötigt die Wärmepumpe allerdings elektrische Energie. Ein Vorteil: Manche Stromversorger, darunter auch ENSO, gewähren Wärmepumpenbetreibern günstige Sonderkonditionen.

Im Kondensator gibt das erwärmte Kältemittel seine Wärme an das Heizungssystem für das Gebäude ab und wird wieder flüssig. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Funktionsprinzip Wärmepumpe

Funktionsprinzip einer Wärmepumpe. Quelle: Bundesverband Wärmpumpe e.V.

Durch ihre besondere Funktionsweise gehört die Wärmepumpe zu den umweltschonendsten Methoden der Heizung und Warmwasserbereitung. Sie reduziert klimaschädliche CO2-Emissionen und den Energieverbrauch. Dem stehen allerdings hohe Anschaffungskosten gegenüber, je nach Variante bis zu 20.000 Euro. Allein die Erschließung der Wärmequelle kann mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen.

Holzpellets: umweltfreundliche Energiebündel

Pelletheizungen gehören bei der Anschaffung mit Gesamtkosten von 10.000 bis 15.000 Euro ebenfalls zu den teureren Heizungssystemen. In einer vollautomatischen Pelletheizung werden die zylinderförmigen Presslinge aus Sägespänen über Sauggebläse oder eine Förderschnecke in den Brennkessel befördert. Je nach Anlage ist die Entsorgung der Asche nur bis zu drei Mal jährlich notwendig. Am besten als Dünger im eigenen Garten.

Allerdings müssen Holzpellets regelmäßig nachgekauft und vor Ort gelagert werden. Dazu bietet sich zum Beispiel ein bereits vorhandener Kellerraum oder das alte Heizöllager an. Als Faustregel gilt: 0,9 Kubikmeter Lagerraum pro Kilowatt Heizlast.

Pellets sind rund 20 bis 30 Prozent günstiger als Heizöl und Erdgas. Zudem sind sie klimaneutral, denn die „Energiebündel“ geben nur so viel Kohlendioxid bei der Verbrennung ab, wie das Holz beim Wachstum aufgenommen hat.

Funktionsprinzip einer Holzpelletheizung

Funktionsweise einer Holzpelletheizung. Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Hinsichtlich der Feinstaubemissionen stehen Pelletheizungen schlechter da als Gas- und Ölheizungen. In Gebieten mit ohnehin hoher Belastung könnte das problematisch sein. Ein Einsatz in ländlicher Region ist dagegen weniger bedenklich. Bei der Anschaffung sollte man deshalb auf emissionsarme Anlagen achten. Diese werden beispielweise mit dem Zertifikat „blauer Engel“ ausgezeichnet.

Mein Tipp: Nutzen Sie die bevorstehende kalte Jahreszeit, um sich über moderne Heizungssysteme für die Sanierung oder den Neubau zu informieren. Das Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Welche Fördermittel in einem konkreten Fall in Frage kommen, hängt von den Fördervoraussetzungen ab, die der Antragsteller mit seinem Bauvorhaben erfüllen muss.

Es lohnt sich zudem auf regionaler und kommunaler Ebene nachzufragen, ob Fördermaßnahmen von der Gemeinde oder dem lokalen Energieversorger angeboten werden. Denn oft gibt es neben den klassischen Krediten auch Fördertöpfe aus Länderhaushalten, aus denen Sie schöpfen können.

Haben Sie Fragen? Dann nutzen Sie doch die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag.

Veröffentlicht von Gastautor am 6. Oktober 2015 14:42 in Energie, Erneuerbare Energien, Spartipps, Wissen

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