Großfamilie: Schwerstarbeit für Kühlschrank und Waschmaschine

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Kinder

Kinder lassen sich dafür begeistern, sparsam mit Energie umzugehen. Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Jeden Freitag steht Antje, eine gute Bekannte von mir, vor dem gleichen logistischen Problem: den Inhalt von vier prall gefüllten Einkaufstaschen mit Lebensmitteln im Kühlschrank zu verstauen.

„Wer leeren Raum kühlt, verschwendet Energie“. Antje schüttelt lächelnd den Kopf. Den Tipp hätte ich mir sparen können. „Dieser Fall wird bei uns wohl nie eintreten,“ sagt sie. 300 Liter Nutzinhalt passen in ihren Kühlschrank. Wer sechs gute Esser zu versorgen hat wie sie, der braucht Platz.

„Marmelade und Joghurt lagert man am besten oben, da ist es wärmer, die Wurst unten“, habe ich ihr mal geraten. Eigentlich logisch – genau wie die Sache mit der Energieeffizienz.

Kühlschrank

In diesem Kühlschrank gibt es noch Optimierungsbedarf. Fleisch und Wurst gehören nach unten. Foto: Haushaltstipps.net/pixelio.de

Als  sie und ihr Mann überlegten, sich ein neues, stromsparendes Gerät anzuschaffen, empfahl ich ihnen eine Kühlkombination der Klasse  A+++. Erst war René davon wenig begeistert. Schließlich ist so ein Gerät um einiges teurer als eins der Klasse A.

„Es bleibt nonstop am Netz, jede Minute kostet Geld!“, gab ich zu bedenken. Und als ich dann auch noch mit der Verbrauchsstatistik kam, war  René ganz schnell von der effizienten Kühlkombi überzeugt. 0,4 Kilowattstunden Strom genügen ihr pro Tag.

Im Vergleich zu einem anderen Modell, das täglich dreimal so viel frisst, spart die Großfamilie mit Effizienzklasse A+++ knapp 74 Euro. Pro Jahr. „Das ist schon fast ein Wocheneinkauf“, meinte Antje.

Wäsche

Der Begriff „große Wäsche“ bekommt in einer Großfamilie eine ganz eigene Bedeutung. ;-) Foto: siepmannH/pixelio.de

Nicht weniger gefordert ist bei der Großfamilie die Waschmaschine. Sie läuft fast täglich. Zur normalen Wäsche kommen noch die Arbeitskleidung von René sowie die Sportsachen der Söhne Max und Oskar hinzu. Und auch Nesthäkchen Lea sorgt immer für Nachschub, wenn sie aus der Kita kommt. ;-)

Bloß gut, dass das Gerät sieben Kilo Schmutzwäsche aufnehmen kann und mit A +++ ebenfalls die höchste Effizienzklasse aufweist. Im Vergleich zu einem Modell mit Effizienzklasse A verbraucht es fast ein Drittel weniger Strom.

„Statt mit 95 wasche ich nur mit 60 Grad Celsius. Daran hat sich inzwischen auch meine Mutter gewöhnt, die bei uns wohnt“, erzählt mir Antje. Anderenfalls wäre der Stromverbrauch fast doppelt so hoch.

Wenn sie bei Buntwäsche ein Programm mit 30 oder 40 Grad Celsius wählt, spart sie weitere Energie und damit Kosten, erkläre ich meiner Bekannten. Diese Grafik verdeutlicht das anschaulich:

Grafik Waschtemperatur dena bearb

Und noch einen Tipp habe ich für sie: unbedingt den Stecker ziehen, wenn die Waschmaschine nicht eingeschaltet ist. Denn bei einer Leistungsaufnahme von drei bis fünf Watt verbraucht das Gerät 0,003 kWh pro Stunde – auch wenn es gar nicht läuft!

Alles in allem muss sich die Großfamilie wegen ihrer Energiekosten keine Gedanken machen. Kürzlich war die Stromrechnung ins Haus geflattert, ich sollte ich mal einen Blick darauf werfen – und kann Entwarnung geben.

Stromrechnung

Gut 1.000 Euro zahlt eine Großfamilie in Ostsachsen jährlich an Stromkosten. Foto: Uwe Schlick/pixelio.de

Mit einem Stromverbrauch von rund 3.600 Kilowattstunden schneidet Antjes Familie ziemlich gut ab. Bei einem vergleichbaren Haushalt liegt der jährliche Verbrauch im Durchschnitt um zehn Prozent höher.

Weil sich das Ehepaar für ENSO-Strom-DIREKT, unser günstigstes Produkt, entschieden hat, zahlt es an die 1.000 Euro jährlich. Mein Urteil: alles im grünen Bereich! ;-)

Das Freitagnachmittag-Programm für die Söhne Max und Oskar sieht wesentlich entspannter aus als das ihrer Mutter: Sobald die beiden zu Hause sind, wollen sie an der neuen Konsole spielen, die sie zu Weihnachten bekommen haben.

Beim Autorennen und beim Squash sind sie kaum zu bremsen. Antje hat nichts dagegen. Für die Hausaufgaben ist am Wochenende noch Zeit genug.

Kürzlich hat sie gelesen, dass die Spielkonsolen den meisten Strom im sogenannten „Idle“-Modus verbrauchen – also dann, wenn sie eingeschaltet sind, aber nicht benutzt werden.

Deshalb wirft Antje hin und wieder einen Blick ins Kinderzimmer und schaltet die Konsole aus. „Meinen Jungs muss ich das noch beibringen“, nimmt sie sich vor.

Fernsehabend

Vorm Fernseher klingt für viele der Tag gemütlich aus. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Da kommt die Oma zur Haustür herein. Wenn sie den täglichen Spaziergang hinter sich hat, macht sie es sich gern vorm Fernseher gemütlich. Noch leistet ihr schon recht betagtes TV-Gerät zuverlässig seinen Dienst.

„Da die Sehkraft meiner Mutter nachgelassen hat, wäre ein größerer Bildschirm gut“, sagt Antje. Beim Kauf wollen ihr Mann und sie die betagte Dame beraten. „Worauf müssen wir dabei achten?“, fragt sie mich.

Auch für Fernseher gibt es das EU-Label. Genau hinschauen und rechnen lohnt sich: Ein TV-Gerät der besten Energieeffizienzklasse A+ verbraucht gegenüber einem Modell der Klasse D rund 70 Prozent weniger Strom.

Der Handel bietet inzwischen schon Fernseher der Klasse A++ an. Die höheren Anschaffungskosten für ein energieeffizientes TV-Gerät machen sich bereits nach relativ kurzer Zeit bezahlt.

Ich gebe den beiden Damen noch diese Faustregel mit auf den Weg: Je größer die Bildschirmdiagonale, desto höher der Stromverbrauch. Zu groß darf das neue Gerät also nicht sein. Zudem ist Omas Zimmer mit rund 20 Quadratmetern kein Tanzsaal. Einen Ausschalter sollte der neue Fernseher auch haben. Im Stand-by-Betrieb schlägt jedes Watt Leistung mit Kosten von zwei Euro pro Jahr zu Buche.

Die Deutsche Energie-Agentur und das Umfrageinstitut Forsa wollten vor einiger Zeit wieder einmal wissen, worauf Kunden beim Kauf eines neuen TV-Gerätes Wert legen. Was dabei herausgekommen ist, zeigt diese Grafik.

Grafik-TV-Kauf
Demnach gilt der Energieverbrauch nach wie vor als wichtigstes Kriterium. Mit den Tipps für den neuen Fernseher habe ich mich letztes Wochenende bei Antje verabschiedet.

In den nächsten Tagen will sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Mann in den Fachmärkten nach einem energiesparenden Modell umschauen.

Veröffentlicht von Heiko Hauptmann am 8. Februar 2016 08:54 in Energie, Spartipps

Kommentare

Eine Reaktion zu “Großfamilie: Schwerstarbeit für Kühlschrank und Waschmaschine”
  • Von Fried

    Es ist schon erstaunlich welchen Fortschritt die Technik in Bezug auf die Energieeffizienz gemacht hat. Und es lohnt sich wirklich auf das zugegeben hässliche Energielabel zu schauen und die Modelle zu vergleichen. Wie oben schön beschrieben: Man spart effektiv wenn man sich für A+++ Geräte entscheidet.

    Liebe Grüße
    Fried [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion] Antworten

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