Für Sie recherchiert: Gesetzesänderungen für Energiekunden

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Gleich zu Beginn des neuen Jahres gibt es mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) einige wichtige Änderungen für Energiekunden. Zum Beispiel zu den staatlich festgelegten Strompreisbestandteilen.

Wie meine Kollegin Claudia Weinhold es im letzten Beitrag vor dem Jahreswechsel schon angekündigt hat, starten wir in diesem Jahr die neue Serie „Für Sie recherchiert“. Im ersten Beitrag geht es um Gesetzesänderungen für Energiekunden. Damit Sie sich bei Bedarf weiterführend informieren können, habe ich für Sie zu jeder Neuerung passende Links zusammengestellt. 

Offshore-Haftungsumlage

Offshore-Windpark alpha ventus in der Nordsee. Foto: Matthias Ibeler

Seit dem 1. Januar wird die neue Offshore-Haftungsumlage in Höhe von 0,25 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) erhoben. Sie dient dazu, Offshore-Windparkbetreiber zu entschädigen, die wegen Unterbrechungen nicht in das Netz einspeisen können und wird auf die Stromkunden umgelegt.

mehr: Informationen zur Umlage auf der Plattform der Deutschen Übertragungsnetzbetreiber

§ 19 Stromnetzentgeltsverordnungsumlage

Zum 01.01.2012 wurde die Umlage aus § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) eingeführt. Energieintensive Großunternehmen sind von Netzentgelten befreit. Die entstehende Differenz wird durch alle anderen Endverbraucher ausgeglichen. Die Umlage verdoppelt sich nun auf 0,329 ct/kWh.

mehr: Informationen zur Umlage aus § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

                                                                              KWK-Umlage

Das Gasturbinen-Heizkraftwerk an der Nossener Brücke in Dresden erzeugt Strom und Wärme. Foto: DREWAG

Mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) werden seit 2002 der Erhalt, die Modernisierung und der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gefördert. Eine Neufassung des Gesetzs wurde am 19. Juli 2012 verabschiedet. Es zielt darauf ab, den KWK-Anteil an der deutschen Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent zu erhöhen. Mit der Novelle verbessern sich die Planungs- und Investitionsbedingungen für die Modernisierung und den Neubau von KWK-Anlagen. Das gilt auch für die Wärme- und Kältenetzförderung. Die Umlage beträgt seit dem 1. Januar 2013 0,126 ct/kWh.

mehr:
Informationen zur KWK-Umlage auf der Plattform der Deutschen Übertragungsnetzbetreiber
Vergleichsübersicht altes und novelliertes KWKG
Novelliertes KWKG

EEG-Umlage

Eine Photovoltaikanlage wandelt Lichtenergie in elektrische Energie um. Foto: Thomas Eisenhuth

Seit dem 1. April 2000 wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Es garantiert die Abnahme und die Vergütung von Strom, der ausschließlich aus Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Geothermie, Klärgas, Grubengas oder aus Biomasse gewonnen wird.

Das novellierte EEG trat am 1. Januar 2012 in Kraft. Im Juni 2012 beschloss die Bundesregierung durch die Photovoltaik-Novelle umfangreiche Änderungen bei der Vergütung von Photovoltaik-Strom. Die EEG-Umlage beträgt seit dem 1. Januar 2013 5,277 ct/kWh.

mehr:
Erneuerbare Energien und das EEG – Zahlen, Fakten, Grafiken
Novelliertes Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Informationen zur EEG-Umlage 2013
Aktuelle Vergütungssätze des EEG
Karten und Dokumente zur Stromerzeugung durch die Erneuerbaren

Alle Änderungen, die sich für Energiekunden in 2013 ergeben, finden Sie auf der Webseite des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Vermissen Sie wichtige Hinweise oder kennen Sie weitere Informationsquellen, die hier mit aufgenommen werden sollten? Dann nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion und ergänzen die Sammlung.

Veröffentlicht von Martin Waldau am 18. Januar 2013 14:00 in Energie, Wissen

Kommentare

3 Reaktionen zu “Für Sie recherchiert: Gesetzesänderungen für Energiekunden”
  • Von Schmidt.UC

    Wie sieht die aktuelle Gesetzeslage zum Micro-Grid aus ?
    Bsp.
    Ein gemeinsames BHKW versorgt mehrere Grundstücke mit Strom. Wie wird das verrechnet ? Was kostet die Nutzung des NS-Netzes (z.B. 300m) ? Gibt es dafür Poolverträge bei der ENSO ? Antworten

    • Von Claudia Weinhold

      Mein Kollege Martin Waldau ist diese Woche nicht da. Ich selbst kann Ihre Frage nicht aus dem Stehgreif beantworten, mache mich aber voller Energie in die Spur ... Sie hören wieder von mir.

    • Von Claudia Weinhold

      Da bin ich wieder. Ich habe mich bei den Fachleuten der ENSO NETZ GmbH erkundigt und kann Ihnen folgende Antwort geben:

      Für den Bau und Betrieb von Micro-Grids gibt es aktuell keine gesetzlichen Festlegungen. Wer das Stromnetz eines Netzbetreibers, z. B. der ENSO NETZ GmbH nutzt, tritt derzeit entweder als Einspeiser (Erzeuger) oder als Lieferant (Stromhändler) auf. Poolverträge sind nicht zulässig.

      Beste Grüße Claudia Weinhold

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