Für Sie recherchiert: Energiewende in Ostsachsens Kommunen

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Windpark-Wachau

Im Windpark Wachau vor den Toren Dresdens betreibt die ENSO AG zwei Windenergieanlagen.

Der Wunsch der Deutschen nach einer schnellen und konsequenten Energiewende ist ungebrochen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes. Danach halten vier von fünf Befragten die Ziele der Energiewende für „völlig richtig” oder „eher richtig”.

Schon im Frühjahr hatte der Bundesverband Solarwirtschaft die Ergebnisse einer Untersuchung von Infratest dimap vorgestellt. Danach wollen mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Befragten die Energiewende unterstützen – zum Beispiel, indem sie Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen, einer regionalen Energiegenossenschaft beitreten oder in den Bau von Bürgersolaranlagen investieren.

ENSO-Magazin-Herbst-2013

Titelseite der aktuellen Herbstausgabe des ENSO-Magazins

In unserer Serie zu Energie- und Klimaschutzkonzepten stellen wir in diesem Jahr Beispiele aus ostsächsischen Kommunen im ENSO-Magazin vor. In der aktuellen Herbstausgabe geht es um den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Seit Oktober 2012 arbeitet das Planungsbüro Faktor-i3 im Auftrag des Landkreises an einem solchen Konzept. Bei fünf Workshops konnten die Bürger ihre Ideen einbringen. Jetzt ist das Konzept fertig. Mehr Informationen dazu in unserem Beitrag im ENSO-Magazin und auf der Webseite des Landratsamtes.

Vorreiter in Ostsachsen bei Klimaschutz und Energiemanagement sind Stadt und Landkreis Görlitz. Beide wurden mit dem European Energy Award geehrt – die Neißestadt als einzige Kommune Sachsens bereits zum dritten Mal. Der Landkreis Görlitz ist der erste Landkreis in Sachsen, der den begehrten Titel errang. Gemeinsam mit dem Landkreis Bautzen entwickelte er auch ein Energie- und Klimaschutzkonzept .

Hinter dem Begriff European Energy Award® verbirgt sich ein europäisches Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für Städte, Gemeinden und Landkreise. In Sachsen nehmen inzwischen 43 Kommunen und vier Landkreise am eea teil oder sind bereits zertifiziert. Wer ihn schon erhalten hat, erfahren Sie hier .

Im September 2012 beschloss die Stadt Görlitz ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK). Es sieht unter anderem vor, ein energetisches Gesamtkonzept für die Görlitzer Kernstadt zu erarbeiten. Mehr Informationen hier. 

Biomethananlage-Zittau

Das Foto zeigt Fermenter und Gärrestlager (r.) der Biomethananlage in Zittau, ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Zittau und der ENSO AG.

Die Stadt Zittau hatte sich unter anderem vorgenommen:

  • eine Biogasanlage zu bauen
  • das Biogas im neuen Blockheizkraftwerk der Stadtwerke und der ENSO AG zu verbrennen
  • die Abwärme durch Einspeisung ins Fernwärmenetz der Stadtwerke zu nutzen.

Dieses Vorhaben ist inzwischen Wirklichkeit geworden – wie Sie es auch hier im ENSO-Blog lesen konnten. Mehr Informationen hier.

Alle kommunalen Gebäude, darunter eine Kindertagesstätte, ein Wohngebäude und ein Kulturhaus, will die Gemeinde Rietschen energetisch sanieren. Bis zum Jahr 2040 sollen ausschließlich erneuerbare Energie für die Wärmeversorgung der Gemeinde genutzt werden. Mehr Informationen hier.

In Daubitz, einem Ortsteil von Rietschen, haben sich die Bürger in der Genossenschaft „Dorfheizung Daubitz“ zusammengeschlossen. Mit dem Neubau ihres Nahwärmenetzes wollen sie sich in Zukunft mit grüner Wärme versorgen. Mehr Informationen hier.

Die Bürger-Energie Zittau-Görlitz eG aus Ebersbach-Neugersdorf betreibt Photovoltaikanlagen auf kommunalen und privaten Dächern vor Ort. Zahlreiche Einwohner sind an der Genossenschaft beteiligt. Mehr Informationen hier.

Schon seit über zehn Jahren versorgt sich die energieökologische Modellstadt Ostritz mit grüner Wärme und sauberem Strom. Als Demonstrationsanlagen entstanden ein Biomasse-heizkraftwerk, das Wasserkraftwerk in St. Marienthal, Solaranlagen auf gemeinnützigen und privaten Einrichtungen sowie ein Windpark im Ortsteil Leuba. Mehr Informationen hier.

Mit ihrem Pilotprojekt „Aufbau eines kommunalen Energiemanagements“ hatte sich die Region Westlausitz im Landkreis Bautzen um den Sächsischen Umweltpreis 2013 beworben. Auch wenn sie dabei leer ausging – die Arbeit an diesem Projekt geht weiter. Zur Region Westlausitz gehören 13 Städte und Gemeinden zwischen Bischofswerda, Großröhrsdorf und Elstra.

Bis 2050 wollen sie nicht mehr Energie verbrauchen, als sie selbst erzeugen. Dafür sollen Heizungsanlagen effizienter und Gebäude besser gedämmt sowie mit Solaranlagen ausgestattet werden. Geplant sind ein Energieberatungszentrum und der Ausbau von Nahwärmenetzen. Verstärkt will die Region Energie aus Biomasse und Windkraft erzeugen.

Bürgersolaranlage-Arnsdorf

Bürgermeisterin Martina Angermann weihte im Oktober 2010 die erste Arnsdorfer Bürgersolaranlage ein.

In Arnsdorf und Göda entstanden Bürgersolaranlagen auf kommunalen Dächern. Damit versorgen sich die Gemeinden selbst mit Strom, die Kohlendioxid-Emissionen verringern sich deutlich. Die Gemeinde Großharthau verpachtete alle kommunalen Dachflächen, um darauf Solarstromanlagen errichten zu lassen. Mehr Informationen hier .

Diese Linksammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Gern können Sie mit einem Kommentar auf weitere Beispiele hinweisen, wie Bürger und Kommunen die Energiewende in Ostsachsen voranbringen. Und einen Landkreis habe ich hier komplett ausgespart – den Landkreis Meißen. Mit ihm beschäftigt sich der Abschlussbeitrag unserer Serie zu Energie- und Klimaschutzkonzepten in der Winterausgabe des ENSO-Magazins.

Veröffentlicht von Sylvia Redlich am 20. September 2013 14:30 in Energie, Erneuerbare Energien

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