Fürs Eislaufen braucht’s viel Energie

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EnergieVerbund Arena

Auch ohne Schnee und Kälte kommen Eislauffans in der EnergieVerbund Arena in Dresden auf ihre Kosten. Foto: Jürgen Mummert

Sie ist die größte unter den 100 städtischen Sportanlagen in Dresden: die EnergieVerbund Arena. Ihren Namen erhielt sie vor fünf Jahren nach einem Sponsor, der EnergieVerbund Dresden GmbH.

Seit der Eröffnung des Sportkomplexes im August 2007 sind die Nutzerzahlen kontinuierlich gestiegen. Mehr als eine halbe Million Gäste pro Jahr kommen bei weitem nicht nur aus der Landeshauptstadt.

Als Zuschauer feuern sie die Dresdner Eislöwen oder den Handballclub Elbflorenz 2006 e.V. an. Auf spiegelglattem Eis und dem Hallenparkett treten sie selbst in Aktion.

Allein rund 100.000 Eisläufer nutzen das öffentliche Angebot von Oktober bis März. Dafür braucht es viel Energie – im wahrsten Sinne des Wortes.

Hallenmanager Steffen Baronick ist zu beneiden. In den Belegungsplänen für Eislaufarena, Trainingseis- und Ballspielhalle findet sich kaum eine Lücke. Nur mittags steht Letztere eine Weile leer. „Doch diese Zeit brauchen wir auch, um den Hallenboden zu reinigen“, betont er.

In der EnergieVerbund Arena Dresden (EVAD ) geben sich Profi-, Nachwuchs- und Freizeitsportler wochentags von 6.45 Uhr früh bis 23 Uhr abends die Klinke in die Hand. Am Sonntag macht der Sportkomplex etwas früher dicht.

Eishockeyspieler

Mit Tempo und vollem Einsatz bei der Sache – so lieben die Fans ihre Eislöwen. Foto: Ronny König/Dresdner Eislöwen

Zu den Derbys der Dresdner Eislöwen gegen die traditionsreichen Klubs aus Weißwasser oder Crimmitschau sind die Zuschauerränge voll. „Beim Eislaufen reicht unser Einzugsgebiet bis zu 50 Kilometer weit  – nach Meißen, Pulsnitz oder Sebnitz“, sagt der Hallenmanager.

„Beim Eishockey ist es etwa doppelt so groß. Da reisen die Fans sogar aus dem Erzgebirge, aus Nordsachsen und Südbrandenburg an. Das hat natürlich auch mit den Gegnern der Dresdner Eislöwen, den Lausitzer Füchsen und den Eispiraten, zu tun.“

Allein die 35 Eislöwen-Spiele pro Saison verfolgen bis zu 100.000 Besucher. Bei den Derbys gegen Weißwasser und Crimmitschau ist die Halle mit rund 4.400 Zuschauern meist ausverkauft.

In- und außerhalb der Hauptsaison von Oktober bis März geben die 23 EVAD-Mitarbeiter ihr Bestes, um die fast 7.500 Quadratmeter umfassenden Eisflächen in Schuss zu halten. 1.750 bzw. 1.650 Quadratmeter groß sind sie in der Halle.

Auf der 333 Meter langen Bahn daneben drehten schon die Eisschnelllauf-Olympiasiegerinnen Karin Enke (Kania), Christa Luding-Rothenburger und Andrea Ehrig-Mitscherlich ihre Runden.

Heute sorgt vor allem Shorttrackerin Anna Seidel vom Dresdner Eislauf-Verein e.V. international für Aufsehen. Im japanischen Nagoya belegte sie im Dezember beim Weltcup über 500 Meter einen hervorragenden zweiten Platz.

Zu den Deutschen Meisterschaften am 16./17. Januar und beim ISU Short Track Weltcup, vom 05. bis 07. Februar 2016 geht die 17-Jährige wieder an den Start. Sie trainiert am Bundesstützpunkt für ihre Sportart, der in der Elbestadt ansässig ist.

Eisläufer

Das öffentliche Eislaufen und die Eisdisko am Wochenende sind sehr beliebt. Foto: Jürgen Mummert

Große Erfolge setzen optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen voraus – zuallererst eine Top-Eisqualität. „Das Dresdner Trinkwasser eignet sich sehr gut fürs Eis“, verrät der Technische Leiter der EVAD, Volker Kremtz. „8- bis 10.000 Kubikmeter verbrauchen wir pro Jahr.“

Das „Aneisen“ dauert eine Woche. Zwei Tage lang werden die Betonflächen langsam heruntergekühlt – auf maximal minus zehn Grad Celsius.

Dann spritzt das aus einem Eismeister und zwei -maschinisten pro Schicht bestehende Personal mit einem Feuerwehrschlauch Wasser darauf.

So entsteht eine etwa zwei Zentimeter dicke Eisfläche. Eine Spezialmaschine glättet sie. Damit das Eis möglichst an jeder Stelle gleich stark und eben ist, wird es mit einem Bandenhobel bearbeitet.

Sind Linien und Werbung aufgebracht, kommt noch mal eine zwei bis 2,5 cm starke Eisschicht darüber. Mehr sollte es nicht sein, denn jeder weitere Zentimeter bringt 10.000 Euro höhere Stromkosten pro Saison mit sich. Bei milden Temperaturen und Nieselregen heißt es deshalb an der Bahn im Freien: Eisstärke mit der Maschine verringern!

Volker Kremtz

Im Maschinenhaus kontrolliert der Technische Leiter, Volker Kremtz, die Kälteanlage.

Für die nötige Kälte aller Eisflächen sorgt eine Kompressor-Kühlanlage mit vier großen Schraubenverdichtern. Deren Gesamtleistung beträgt 2,3 Megawatt. Je zwei Maschinen laufen für die Halle und für die Bahn draußen.

Als Kältemittel kommen gut 20 Tonnen Ammoniak  zum Einsatz. In einem geschlossenen Kreislauf ermöglichen unterschiedlicher Druck und unterschiedliche Temperaturen des Gases die Kühlung. Der jährliche Stromverbrauch dafür liegt bei 1,5 Millionen Kilowattstunden.

In der 3-Felder-Ballspielhalle, in Umkleide- und Fitnessräumen sowie im Servicebereich sind dagegen behagliche Temperaturen gefragt. „Unsere Heizung ist eine Zwei-Kessel-Anlage mit einem 750-kW-Brennwertkessel und einem 1.100-kW-Niedertemperaturkessel für die  Hauptsaison sowie die Hauptlast. Die Heizung wird mit Gas betrieben, das wir von der DREWAG beziehen“, erläutert Volker Kremtz.

Dank einer neuen Steuerung, die vor zwei Jahren eingebaut wurde, arbeitet die Anlage jetzt effizienter. Automatisch sinkt die Nachttemperatur, bevor sie zwei Stunden vor Beginn der Hallennutzung wieder steigt.

Handballspieler

Der HC Elbflorenz verpasste in der vorigen Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga nur knapp. Foto: EVAD/HC Elbflorenz

Hand-, Volley- und Basketballer trainieren in der Arena an der Magdeburger Straße und tragen ihre Wettkämpfe aus. Zugpferde sind dabei der Handballclub (HC) Elbflorenz 2006 e.V. und der USV TU Dresden. Am 4. Advent lud der DSC-Nachwuchs wieder zum Hallenfußballturnier ein.

Auch für exotischere Sportarten wie Floorball, Frisbee  und Tamburello  hat sich die EVAD als Wettkampfstätte schon bewährt.  Ob Sportschule oder Verein, Profi oder Nachwuchssportler –  im Jahr 2016 finden sie hier ganz gewiss wieder beste Bedingungen vor.

Veröffentlicht von Sylvia Redlich am 15. Januar 2016 11:41 in Energie, Freizeit

Kommentare

Eine Reaktion zu “Fürs Eislaufen braucht’s viel Energie”
  • Von BOGI

    Klingt gut, leider bin ich nicht mehr fit genug mit dem Eislaufen anzufangen. Sicherlich ist es, besonders an sonnigen Tagen, eine optimale Art der Bewegung. Mal sehen, ob ich meine Enkeln dafür begeistern kann. Antworten

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