Für Sie recherchiert: Energieträgermix in Deutschland

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Solar-und Windpark

Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne spielen eine wichtige Rolle im Energieträgermix. Foto: pixabay

Um uns als Verbraucher zu schützen und transparent zu informieren, ist es in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, bestimmte Produkte und ihre Herkunft zu kennzeichnen.

Denken Sie zum Beispiel an Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe und Zusammensetzung wir auf der Verpackung nachlesen können. Oder an elektrische Haushaltsgeräte. Da wird der Energieverbrauch in Form des Energielabels ausgewiesen.

Und auf Ihrer Energierechnung entdecken Sie jedes Jahr die Stromkennzeichnung, die in grafischer Form darüber Auskunft gibt, aus welchen Energieträgern der verkaufte Strom erzeugt wurde. Deshalb auch der Begriff „Energieträgermix“.

Ich bin der Frage nachgegangen, ob und wie sich dieser Mix in den letzten Jahren verändert hat. Schließlich will die Bundesregierung im Rahmen der Energiewende den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch deutlich steigern.

Laut der am 1. August 2014 in Kraft getretenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sollen 40 bis 45 Prozent des Stroms im Jahr 2025 aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. 2035 soll der Anteil 55 bis 60 Prozent, 2050 mindestens 80 Prozent betragen.

Mehr: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Noch im Jahr 2010 bestimmten Braun- und Steinkohle mit über 40 Prozent den Energieträgermix in Deutschland. Etwa ein Viertel des Stroms stammte aus Kernkraftwerken. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Primärenergieverbrauch lag unter zehn Prozent.

In den letzten Jahren hat sich der Mix deutlich zugunsten erneuerbarer Energien verändert. Zwar ist die Kohle mit Abstand immer noch der wichtigste Energieträger. Aber die erneuerbaren Energien legten enorm zu und kamen 2015 auf einen Anteil von über 30 Prozent.

Sonnen- und Windenergie- sowie Wasserkraft- und Biomasseanlagen erzeugten rund 194 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit sind sie in Deutschland innerhalb weniger Jahre die zweitwichtigste Quelle bei der Stromversorgung geworden, allen voran die Windenergie.

Mehr: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Stromerzeugung in Deutschland 2015

Stromerzeugung nach Energieträgern 2015 in Deutschland. Grafik: Strom-Report.de

Auch der Energieträgermix der ENSO AG hat sich – dem bundesdeutschen Trend entsprechend – deutlich in Richtung Sonne, Wind & Co entwickelt. Wir haben verstärkt Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingekauft und selbst in den Ausbau investiert. Zu den sechs historischen Wasserkraftwerken, die wir seit vielen Jahren im Osterzgebirge und seinem Vorland betreiben, sind eine Biogasanlage in Zittau sowie mehrere Photovoltaik- und Windenergieanlagen in der Region hinzugekommen.

Mehr: ENSO AG

Durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien konnten im Jahr 2015 insgesamt rund 168 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermieden werden. Den größten Beitrag zum Klimaschutz leistete der Strombereich. Auf ihn entfielen etwa 122 Millionen Tonnen. Der Rest ist auf Einsparungen im Wärme- und im Verkehrssektor zurückzuführen. 2005 waren es „nur“ 58 Millionen Tonnen, also weniger als die Hälfte.

Mehr: Informationsportal Erneuerbare Energien

Allerdings hat sich die positive Entwicklung in den letzten Jahren verlangsamt. Immer noch werden pro Jahr mehr als 900 Millionen Tonnen Treibhausgas ausgestoßen. Es braucht noch große Anstrengungen auf dem Weg zum Ziel: Im Jahr 2050 sollen maximal 250 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß erreicht werden. So ist der Plan der Bundesregierung. Kritiker fordern einen schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung und einen noch ambitionierteren Einsatz erneuerbarer Energien in allen Sektoren.

Mehr: Umweltbundesamt

Feldhäcksler

Mais ist ein wichtiger Rohstoff für Biomasseanlagen. Foto: Roman Gridin/Claas

Der Ausbau der erneuerbaren Energien kostet viel Geld. Die Verbraucher werden mit der sogenannten EEG-Umlage finanziell daran beteiligt. Aktuell sind es 6,354 Cent (netto) pro Kilowattstunde Strom. Damit ist die Umlage mehr als 33-mal so hoch wie zur Einführung im Jahr 2000. Im Jahr 2015 kamen mehr als 2,5 Milliarden Euro auf dem EEG-Konto zusammen.

Die Einnahmen werden genutzt, um Investitionsanreize zu setzen und den Betreibern von Ökostrom-Anlagen für jede eingespeiste Kilowattstunde einen gesetzlich festgelegten Betrag, die sogenannte Einspeisevergütung, auszuzahlen.

Mehr: Strom-Report

Trotz dieser Kosten halten 92 Prozent der Bundesbürger den Ausbau der erneuerbaren Energien für wichtig oder sehr wichtig. Das geht aus einer Meinungsumfrage von TNS Emnid aus dem Jahr 2014 hervor.

Die meisten halten Sonne, Wind & Co nicht nur für umweltfreundlicher, sondern haben auch die Versorgungssicherheit für kommende Generationen im Blick. Nicht zu vergessen: Unser Land wird unabhängiger von Importen und knapper werdenden fossilen Rohstoffen wie Öl oder Kohle.

Mehr: Agentur für Erneuerbare Energien

Ich bin derselben Meinung und halte die Energiewende für einen wichtigen und richtigen Schritt. Wie sehen Sie das?

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