Ferientipp: Sonderschau zur Elektromobilität im Verkehrsmuseum

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Noch bis 2. März lädt die Schau zur Elektromobilität im Dresdner Verkehrsmuseum zum Besuch ein. Fotos: Deutsches Museum

Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Was den elektrischen Antrieb fürs Automobil angeht, dauert diese „Weile“ inzwischen schon eine kleine Ewigkeit.

Auf die über 100 Jahre alte Geschichte der E-Mobile blickt die Sonderschau „Aufgeladen!“ im Verkehrsmuseum Dresden noch bis 2. März zurück. Anhand von historischen und modernen Exponaten sowie interaktiven Informationsständen beleuchtet sie das vielschichtige Thema Elektromobilität. Darüber hinaus stellt sie die neuesten Entwicklungen im Hinblick auf Technologien, Technik und Materialien vor.

Wenn Sie Zeit und Lust haben, nutzen Sie die Winterferien für einen Besuch. Es lohnt sich – das kann ich Ihnen und Ihren technisch interessierten Sprösslingen nach meiner Stippvisite im Johanneum am Neumarkt versprechen.

Zu sehen sind zum Beispiel der Elektrokleinstwagen Slaby-Beringer aus dem Jahr 1920 und der VW Golf Blue e-Motion von 2011. Sie stehen für „den ewigen Hoffnungsträger“, wie es in der Ausstellung heißt, der bis in unsere Zeit ein Nischenprodukt mit Kleinstauflagen ist.

Dabei gab es an der Ostküste Amerikas schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge, wie ich beim Rundgang erfahre. Mit immer längeren Reiserouten war das Kapitel Elektrotourismus in Kalifornien allerdings schnell wieder beendet. Autos mit Verbrennungsmotor setzten sich nicht zuletzt wegen ihrer deutlich größeren Reichweite durch.

Ehepaar-Flocken

Zu den deutschen Pionieren der Elektromobilität gehörte der Coburger Fabrikant Andreas Flocken (hier mit seiner Frau).

Der Blick in die Geschichte bringt weitere aufschlussreiche, teilweise verblüffende Erkenntnisse:

  • Um 1900 lag der Marktanteil der Elektroautos in den USA bei rund 30 Prozent.
  • Vor dem Ersten Weltkrieg produzierten in Deutschland 40 Firmen Fahrzeuge. Davon waren zehn Unternehmen auf Elektroautos spezialisiert, weitere sieben hatten neben Benzinern auch Elektroautos im Angebot.
  • Die Deutsche Reichpost verfügte 1938 über 2.600 Postpaketwagen mit E-Motor, die teilweise 30 Jahre lang im Einsatz waren
  • Elektrisch betriebene Milchlieferwagen in England wurden sogar erst in den 1980-er Jahren von Dieselfahrzeugen abgelöst.
  • Im späten 20. Jahrhundert erprobte General Motors eine Kleinserie von 1.100 Null-Emission-Fahrzeugen des Typs EV 1. 1999 stellte das Unternehmen den Feldversuch aus wirtschaftlichen Gründen ein, obwohl die Nutzer damit zufrieden waren.

Leitungsgebundene Elektrofahrzeuge wie Straßenbahn, U-Bahn oder Trolleybusse bilden seit über 100 Jahren das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Dagegen sind die Anläufe in Sachen Elektroauto in der Vergangenheit immer wieder an hohen Anschaffungskosten, geringer Reichweite und fehlendem Interesse der Industrie gescheitert.

Argumente, die auch heute nicht von der Hand zu weisen sind. Trotzdem stehen die Zeichen so günstig wie selten. Die Bundesregierung will den Bestand an Elektrofahrzeugen in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf eine Million Fahrzeuge steigern und fördert Projekte innerhalb der Schaufenster „ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET“, darunter das von Sachsen und Bayern.

Energiesparhaus

Die beiden Modelle vom energieeffizienten Haus erinnern an Puppenstuben. Die Batterie des Elektroautos kann Energie speichern.

Die abgasfreie und geräuschlose Fahrweise kommt dem höheren Umweltbewusstsein in der Bevölkerung entgegen. Elektrofahrzeuge könnten künftig auch als Speicher für Strom aus erneuerbaren Energien dienen und sich zu einem wichtigen Teil der Energiewende mausern.

Forschungseinrichtungen, Verkehrsunternehmen und Energieversorger arbeiten an der intelligenten Verknüpfung der Mobilitätsangebote von Individualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr, Stichwort: Mobilität nach Bedarf.

In Ostsachsen hat unser Unternehmen in den vergangenen Monaten neun Ladestationen für E-Mobile errichtet. Zwischen Großenhain und Altenberg sollen weitere folgen.

Smartphone

Wann fährt die nächste Straßenbahn? Das Smartphone ermöglicht es, schnelle, preisgünstige und umweltfreundliche Verkehrsverbindungen zu finden.

Neue Leihangebote für Fahrrad und Auto sowie das Smartphone als mobile Organisationszentrale ermöglichen es, schnelle, preisgünstige und umweltfreundliche Verbindungen zu nutzen. Übers e-Ticket lassen sich verschiedene Verkehrsmittel schon heute vernetzen.

Dresden ist die erste Station der Wanderausstellung „Aufgeladen! Elektromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ des Deutschen Museums/Verkehrszentrums München.

Das Fazit der Schau: Die technische Entwicklung von Elektrofahrzeugen braucht Zeit, Geld, politische Förderung und Kundenzuspruch. Was den Kundenzuspruch angeht – der Ausstellungsbesuch kann da zumindest ein Anfang sein. Bis 30. Dezember 2013 zog die Schau im Verkehrsmuseum bereits mehr als 42.000 Neu- und Wissbegierige an. Und vielleicht demnächst auch Sie?

Veröffentlicht von Sylvia Redlich am 14. Februar 2014 15:15 in Energie, Freizeit, Wissen

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