Entsorgung zum Nulltarif: Mülltrennung bei ENSO zahlt sich aus

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Bei mir zu Hause bin ich konsequent – wie die meisten von Ihnen sicher auch: Haushaltsmüll und Verpackungen kommen in separate Abfalltonnen. Flaschen, Gläser, Kartons und Zeitungen bringe ich regelmäßig zum zentralen Sammelplatz. Nur auf die Biotonne verzichte ich, weil ich einen Komposthaufen im Garten habe.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts dialego im Auftrag der Reclay Group ist Mülltrennung hierzulande inzwischen selbstverständlich. 96 Prozent der Verbraucher entsorgen ihr Altpapier in der blauen Tonne oder im Papiercontainer. 90 Prozent trennen Glas, und 85 Prozent halten sich an die separate Entsorgung von Elektroschrott und Batterien.

In die gelben Sammelbehälter gehören Verkaufsverpackungen aus Aluminium, Kunststoff oder Weißblech. Fotos: Thomas Mayer/© Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH

Verpackungsmüll landet bei 80 Prozent in gelben Tonnen oder Säcken. Zwei Drittel der Verbraucher nutzt die braune Tonne oder den Kompost für Bioabfall. Nur zwei Prozent der Befragten werfen ihren kompletten Müll in eine einzige Tonne. Sachsen schnitt übrigens im bundesweiten Vergleich am besten ab.

Was in kleinem Maßstab sinnvoll ist, zahlt sich auch im großen aus. Mehr als 2.000 Tonnen Abfall kommen im Jahr in unserem Unternehmen zusammen. Dazu gehören Verpackungsmaterialien aus Papier und Pappe, Metalle wie Kupfer, Aluminium, Eisen und Stahl, aber auch ausgediente Transformatoren, Leuchtstofflampen, Elektronikschrott oder Farb- und Lackreste.

Die Abfallentsorgung in Firmen und die dafür nötige Logistik regelt in Deutschland das Kreislaufwirtschaftsgesetz. An den Sammelstellen in unserer Dresdner Hauptverwaltung, in den Regionalbereichen oder im Betriebshof Dresden-Kesselsdorf werden die Abfälle in Containern und Behältern aufbewahrt.

Die Fachleute unterscheiden nichtgefährliche und gefährliche Abfälle. Mit der Entsorgung sind Spezialfirmen betraut, mit denen wir schon seit Langem eng zusammenarbeiten. Alle zwei Jahre kontrollieren die zuständigen Umweltbehörden der Landratsämter, ob dabei alles nach Recht und Gesetz zugeht.

Bei der Zertifizierung unseres Umweltmanagementsystems nach der ISO-Norm 1401 war auch unser Umgang mit Abfällen ein wichtiges Kriterium. Wir trennen sie peinlichst genau und führen über jeden Posten Buch. Für so genannte gefährliche Abfälle wie Chemikalien, Bleibatterien oder ölhaltige Abfälle existiert seit zwei Jahren ein elektronisches Überwachungssystem. Für diese Stoffe besteht eine Nachweispflicht bis zur Deponie.

Aus recyceltem Aluminium von Verpackungen können neue Verpackungen hergestellt werden. Verwendung findet das Material auch in der Bau- und Fahrzeugindustrie.

Und der Aufwand bei der Mülltrennung lohnt sich nicht nur in ökologischer, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Weil wir für einige Abfallarten, die wieder verwendet werden können, eine Vergütung erhalten, läuft die Entsorgung bei uns nahezu zum Nulltarif. So summieren sich die jährlichen Gutschriften für Aluminium, Eisen, Stahl und Kupfer zu einem Gesamtbetrag von rund 200.000 Euro.

Bleiben wir mal beim Kupfer. Der International Copper Study Group (ICSG) zufolge stammen 44,8 Prozent des in Europa genutzten Kupfers aus Recycling. 2010 wurden 2,25 Millionen Tonnen Kupfer wieder verwendet. Dies ist ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 2009. Das wieder verwendete Metall stammte von alten Produkten und direkt recyceltem Fabrikabfall.

Kupfer hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist komplett recycelbar. Im Gegensatz zu anderen Materialien kann es gesammelt, eingeschmolzen und unzählige Male wieder verwendet werden, ohne seine Eigenschaften zu verlieren.

Seit Mitte der 60er Jahre hat der weltweite Bedarf an raffiniertem Kupfer um über 250 Prozent zugenommen – von fünf Millionen auf 18 Millionen Tonnen. Das Recycling hilft, die stetig wachsende Nachfrage nach diesem Metall zu bedienen und zugleich die Umweltbelastungen zu senken, die mit seiner Herstellung verbunden sind. Laut ICSG enthält ein Computer 1,5 Kilogramm Kupfer, ein Haus rund 100 kg und eine Windkraftturbine fünf Tonnen des Metalls.

Mag sein, diese Dimensionen waren Ihnen bisher noch nicht bekannt. Wenn Sie schon zu den umweltbewussten Mülltrennern gehören, bestärken Sie meine Zeilen vielleicht, Ihrem Kurs treu zu bleiben. Und wenn nicht, denken Sie einfach noch mal darüber nach. Es ist doch eine kleine Mühe mit großem Nutzen für uns alle.

Veröffentlicht von Detlef Doege am 3. Dezember 2012 15:09 in Energie, Umwelt
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