ENSO im Windpark Wachau: Etappen eines Großprojektes

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Windpark Wachau

ENSO-Anlagen im Windpark Wachau

Wer auf der Autobahn A 4 von Dresden nach Bautzen oder zurück fährt, sieht die beiden Riesen schon von weitem. Im Windpark Wachau bei Radeberg betreibt die ENSO AG seit November 2011 zwei 120 Meter hohe Windenergieanlagen. Bei einem Tag der offenen Tür im Rahmen der ENSO-RUNDUM-TOUR  und des Energie-Erlebnistages Wind am 24. Juni haben Sie die Möglichkeit, hinter die Kulissen einer Anlage zu blicken.

Baubeginn war im Juni 2011. Die Anlagen wurden in einem ausgewiesenen Windeignungsgebiet errichtet. Vor ihnen befanden sich an diesem Standort bereits fünf ältere und wesentlich kleinere Windenergieanlagen. Hochbetrieb herrschte auf unserer Baustelle im September 2011. Bis zu acht Monteure des Herstellers Enercon arbeiteten hier. Verantwortlich für Planung und Bau war meine Kollegin Annett Rötschke. In der Sommerausgabe des ENSO-Magazins und im Video auf unserem YouTube-Kanal kommt sie selbst zu Wort.

Unser Unternehmen investierte in das Projekt Wachau rund fünf Millionen Euro. In Wort und Bild stelle ich Ihnen die wichtigsten Etappen vor.

1. Bau der Fundamente

Fundamentbau

Baugrube mit Bewehrung

Richtig los ging es mit dem Bau der beiden Fundamente von Mitte Juli bis Mitte August 2011. Dafür wurde auf einer ehemaligen Ackerfläche eine knapp drei Meter tiefe Baugrube mit einem Durchmesser von rund 20 Metern ausgehoben.

In sie hinein kam die Bewehrung aus Stahl, die mit Beton ausgegossen wurde. Das kleine Foto zeigt die Fundamentsektion des Turmes (grüner Ring). Zuvor hatten wir bereits die Wege und Kran-Stellflächen gebaut.

2. Anlieferung der Turmsegmente

Turmsegment

Transport eines Turmsegments

Schwerlasttransporter lieferten im September 2011 jeweils vier Segmente für die beiden Türme an. Die einzelnen Teile sind zwischen 14 und gut 25 Meter lang. Sie wiegen jeweils rund 60 Tonnen. Vom Produktionsstandort Dessau führte sie ihre Reise über die Autobahnen A 9, A 14 und A 4, Abfahrt Pulsnitz.

Für den Transport mit Polizeibegleitung wurden die Nachtstunden gewählt. Damit die schwere Fracht ohne Probleme ihr Ziel erreicht, haben wir an einigen Nebenstraßen im Raum Wachau – so in Lichtenberg -  den Kurvenradius vergrößert und Sträucher entfernt.

3. Turmaufbau

Turm 1

Turm 1

Turm 2

Turm 2

Beim Aufbau der beiden Türme blies den Monteuren heftiger Wind um die Nase. Das sorgte für zwei Tage Verzug. Dann konnte der knapp 100 Meter hohe Kran jedoch sein Werk verrichten.

Der Turmfuß hat einen Durchmesser von etwa 4,5 m. Hier ist der Transformator für die Windenergieanlage eingebaut.  Er wurde zuerst aufgestellt (linkes Bild unten). Darüber stülpte der Kran das unterste Turmsegment und setzte die anderen drei Segmente darauf.

4. Montage des Generators

Generator Montage

Verbindung des Generators mit der Gondel

Schwebender Generator

Generator auf dem Weg nach oben

Der Ringgenerator ist das Herzstück der Anlage. Hergestellt wurde er in Magdeburg. Besonderheit der Windenergieanlage von Enercon: Sie haben kein Getriebe und sind dadurch leiser. Per Kran wurde der Generator 85 m hoch gehoben und dann mit der Gondel verbunden. Die vier Turmsegmente und das Maschinenhaus (Gondel) wiegen insgesamt rund 330 t. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von zehn beladenen Güterwagen. Übrigens hatte das Maschinenhaus den weitesten Weg nach Wachau. Es wurde im ostfriesischen Aurich hergestellt. Dort hat die Firma Enercon ihren Stammsitz..

5. Montage des Rotors

Rotorblätter

Rot-weiß gekennzeichnete Rotorblätter

Montage des Rotors am Boden

Montage Rotor

Den aus Nabe (Bild rechts) und drei Rotorblättern bestehenden Rotor haben die Enercon-Monteure am Boden zusammen gebaut. Die Rotorblätter sind jeweils 35 m lang und mit einer rot-weißen Flughindernis-Kennzeichnung versehen.
 

6. Rotorzug

Rotorzug

Rotorzug

Möglichst windstill musste es sein, damit der Rotor nach oben befördert und montiert werden konnte. Die Fachleute von Enercon waren ständig mit der Service-Zentrale ihres Unternehmens in Kontakt. Von dort erfuhren sie die aktuellen Winddaten.

Bei günstigen Witterungsbedingungen stiegen die Monteure in einen „Mannkorb“, der sie zur Gondel brachte. Mit Gurten gesichert warteten sie dort, bis der Rotor dank des Kranes ihre Höhe erreichte. Eine knappe Stunde später hatten sie Generator und Rotor fest miteinander verschraubt.
7. Fertigstellung der Anlagen

Windenergieanlage

ENSO-Windenergieanlage

Nach der Montage der Bauteile dauerte es noch eine Woche, bis die Anlagen komplett waren. So galt es, die Elektrik zu installieren, Kabel zu verbinden und einen Aufzug einzubauen. Am 2. November gingen sie dann ans Netz. 300 Stunden dauerte der anschließende Probebetrieb. Erste Wartungsarbeiten folgten, bei denen sämtliche Schraubverbindungen überprüft wurden. Dann konnten  die Anlagen abgenommen werden.

 

 

 

Wie Windenergieanlagen aufgebaut sind und funktionieren, erläutert das folgende Video.

Jede unserer beiden Wachauer Anlagen hat eine elektrische Nennleistung von 2,3 Megawatt. In den ersten sechs Monaten liefen sie rund 4.000 Betriebsstunden und lieferten etwa 4.280 Megawattstunden Strom. Wie wirtschaftlich sie arbeiten, lässt sich erst nach einem Jahr einschätzen. Die bereits erbrachte elektrische Arbeit reicht aus, um den jährlichen Strombedarf von rund 1.220 Vier- Personen-Haushalten zu decken.

Habe ich Sie neugierig gemacht? Dann kommen Sie am 24. Juni nach Wachau. Sie können eine der beiden Anlagen besichtigen und meinen Kollegen vor Ort Fragen stellen.

Veröffentlicht von Wolfram Sinnecker am 6. Juni 2012 14:36 in Energie, Erneuerbare Energien

Kommentare

2 Reaktionen zu “ENSO im Windpark Wachau: Etappen eines Großprojektes”
  • Von Frost,Dieter

    Im Enso-Magazin (Sommer 2012) schreibt Annett Rötschke, dass die Ausbeute für 2000 Haushalte reicht!
    Und auf Seite 7 steht, dass in ganz Sachsen der Bedarf von 500
    Haushalten gedeckt wird. Also - hier stimmt doch etwas nicht! Antworten

    • Von Sylvia Redlich

      Hallo Herr Frost, vielen Dank, dass Sie unser ENSO-Magazin, für das ich zuständig bin, so aufmerksam lesen. Frau Rötschkes Angaben sind korrekt - die Zahlen im Bildtext auf S. 7 dagegen missverständlich. Gemeint ist die durchschnittliche Leistung pro Anlage von 1,4 Megawatt (MW), die für den Bedarf von mehr als 500 Haushalten ausreicht. Sie können daran auch erkennen, wie stark sich die Leistung moderner Anlagen im Vergleich zu ihren Vorgängern erhöht hat. Unsere beiden Anlagen in Wachau haben, wie Sie im ENSO-Magazin lesen konnten, eine Leistung von jeweils 2,3 MW. Beste Grüße!

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