Auf Exkursion: ENSO-Azubis in der Netzleitstelle

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ENSO-Azubis vor der Netzleitstelle

Meine Azubi-Kollegen und ich (3.v.l.) vor der Netzleitstelle der ENSO NETZ.

Mit dem Begriff Netzleitstelle können wohl die wenigsten etwas anfangen. So ging es auch meinen kaufmännischen Azubikollegen und mir, Maria Karpinski, als unsere ENSO-Ausbildungsleiter vor einiger Zeit eine Exkursion in die der ENSO NETZ GmbH ankündigten.

Dass es sich dabei um eine wichtige Einrichtung handeln muss, darüber waren wir uns allerdings sofort einig. Umso mehr staunten wir, als wir dort ankamen.

Denn wir sahen kein repräsentatives Gebäude, das schon nach außen hin zeigt, wie wichtig sein Innenleben ist. Wir standen vor einem modernen, aber schlichten Backsteinbau. Nicht mal ein einfaches Schild wies auf die Netzleitstelle hin. Hatten wir uns etwa verlaufen?

Doch da kam uns schon Thomas Pilz entgegen. Er gab uns an diesem Tag einen exklusiven Einblick in die Arbeit der Leitstelle. „Es muss ja nicht gleich jedem sofort auffallen, wo sie sich befindet“, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Thomas Pilz gehört zu dem kleinen Personenkreis, der überhaupt Zugang zu dem Gebäude hat. Er ist seit 1997 in der Netzführung tätig. Was das bedeutet, erkläre ich noch.

Netzführer Matthias Schoeneich an seinem Arbeitsplatz in der Netzleitstelle

Alles im Blick: Auf jeweils acht Bildschirmen überwachen Matthias Schoeneich und seine Kollegen das Versorgungsgebiet der ENSO NETZ.

Zurzeit arbeiten 27 Mitarbeiter in der Netzleitstelle. Jeder von ihnen hat acht Kontrollbildschirme vor sich. Darauf ist das komplette ENSO-Netzgebiet abgebildet – und das ist ganz schön groß!

Das Stromnetz wird von hier aus zentral gesteuert, überwacht und geregelt. Die Mitarbeiter sorgen auch dafür, dass Störungen schnell beseitigt werden können. Diese entstehen beispielsweise durch einen Blitzeinschlag.

Im Störungsfall suchen die Kollegen der Leitstelle die Fehlerquelle im Versorgungsnetz. Anschließend lenken sie den Stromfluss um und veranlassen die Reparatur. „So können wir die Kunden meistens schnell wieder versorgen, denn das hat für uns immer höchste Priorität“, versicherte uns Thomas Pilz.

überflutete Schaltanlage im Umspannwerk Niederwartha

Die Schaltanlage im Umspannwerk Niederwartha wurde 2002 vom Hochwasser überflutet.

Alle Hände voll zu tun hatten sie zum Beispiel bei den Hochwassern 2002 und 2013, erklärte er. Der steigende Wasserpegel überflutete Umspannwerke und -stationen. Die Mitarbeiter der Netzleitstelle haben sie nach und nach vom Netz getrennt. Durch ihr vorrauschauendes Handeln gab es nur wenige Schäden an den Anlagen.

Um in der Netzführung tätig sein zu können, werden Kollegen zwei Jahre lang eingearbeitet. Spannend finde ich, dass sie eine Schaltsprache beherrschen müssen, in der sie sich telefonisch mit den Monteuren an den technischen Anlagen vor Ort unterhalten. Sie soll Missverständnissen zwischen der Netzleitstelle und dem schaltenden Monteur vorbeugen und so Fehlschaltungen verhindern.

Auch wenn uns das Gebäude der Netzleitstelle von außen anfangs wenig beeindruckt hat, herauszufinden was im Inneren passiert, war für uns auf jeden Fall faszinierend. Ich habe viel Neues erfahren. Bisher dachte ich zum Beispiel, dass Stromausfälle immer durch Schäden am Versorgungsnetz verursacht werden. Wie ich jetzt weiß, sind oft Kurzschlüsse in Wohnhäusern daran schuld.

Uns Azubis gibt ENSO mit solchen Exkursionen die Möglichkeit, über den „Tellerrand“ hinauszuschauen. Das finde ich gut. Denn als angehende Kauffrau für Bürokommunikation werde ich in meinem späteren Arbeitsalltag sicher kaum etwas mit der Netzsteuerung zu tun haben.

Veröffentlicht von Nachwuchs am 19. August 2014 13:46 in Karriere

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