Energiespartipps im Test: Stand-by-Verbrauch

  • Beitrag abonnieren
  • Beitrag empfehlen 9
  • 1
Schalter

Dank Stand-by-Modus sind elektrische Geräte schnell arbeitsfähig. Die Kehrseite dieses Komforts: Stromkosten. Foto: miraliki/pixelio.de

Viele elektronische Geräte stehen selbst dann unter Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Nur die leuchtenden LED verraten ihren Stromverbrauch im sogenannten Stand-by-Modus.

Ich habe schon einige Beträge im Internet gelesen oder in den Medien verfolgt, welche zusätzlichen Verbräuche in diesem Ruhezustand entstehen können. Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, ob es stimmt, dass dadurch bis zu 100 Euro im Jahr an zusätzlichen Stromkosten anfallen?

Da ich mit abschaltbaren Steckerleisten gut ausgerüstet bin und somit bei mir zuhause wenig Stand-by-Verbräuche entstehen, habe ich diese Beiträge bisher nur zur Kenntnis genommen. Doch an den freien Tagen über den Jahreswechsel beschloss ich, der Sache selbst auf den Grund zu gehen.

Der Stand-by-Modus ist eine komfortable Angelegenheit. Im Bedarfsfall müssen die Geräte nicht erst hochgefahren werden oder warm laufen, sondern lassen sich schnell und mühelos einschalten. Bei einigen von ihnen, wie zum Beispiel dem Fernseher, gibt es heutzutage keinerlei Ausschaltmöglichkeiten mehr – außer, der Stecker wird gezogen .

Für gewöhnlich steht die Waschmaschine, der Kühlschrank oder der Küchenherd unter Verdacht, im Haushalt die meiste Energie zu verbrauchen. Fällt da etwas Stand-by-Verbrauch überhaupt ins Gewicht ? Tatsächlich verdrängt die zunehmende Hightech-Aufrüstung im Wohn- oder Arbeitszimmer durch Computer, W-LAN oder Fernseher das Kücheninventar und die Waschmaschine von Platz 1 der Energiefresser.

Ein Strommessgerät hatte ich mir schon vor einiger Zeit angeschafft, also konnte der Test starten. Im Wohn- und Arbeitszimmer kommt bei uns die meiste Technik zu Einsatz. Deshalb habe ich dort über jeweils 24 Stunden folgende elektronischen Geräte auf ihren Stand-by-Verbrauch getestet :

  • TV LCD (37 Zoll)
  • DVD/Video Kombination
  • Surround System
  • DVD-Player
  • PC mit Monitor (24 Zoll) und Router
  • PC mit Monitor (17 Zoll), Netzwerk und Drucker alt
  • Schnurloses Telefon inkl. Station
  • Spielkonsole 1
  • Spielkonsole 2 .

    Fernseher

    Manche modernen elektrischen Geräte wie der Fernseher lassen sich nicht mehr komplett ausschalten. Foto: obs/Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Ich habe zwischen Steckdose und Gerät den Strommesser angeschlossen und den Energieverbrauch 24 Stunden im Stand-by-Betrieb gemessen. Das Ergebnis zeigte mir der Strommesser für jedes Gerät in Kilowattstunden (kWh) an.

Beispiel: Mein Surround-System (oder auch Heimkino ) besteht aus Receiver, einer Bassbox und vier weiteren kleineren Boxen. Die Leistung liegt bei acht bis neun Watt pro Stunde. Laut Strommessgerät verbraucht die Anlage im Stand-by-Betrieb rund um die Uhr 0,202 kWh. Aufs ganze Jahr hochgerechnet sind das 73,73 kWh.

Diesen Wert multipliziere ich mit einem angenommenen Strompreis von 26,35 Cent pro kWh. Das Ergebnis: 19,43 Euro kostet mein Surround-System jährlich im Stand-by-Betrieb.

In folgender Tabelle habe ich alle gemessenen elektronischen Geräte, deren Stand-by-Verbrauch pro Tag und die Energiekosten im Jahr aufgeführt:

Gerät Stand-by-Betrieb am Tag in Kilowattstunden (kWh) Kosten gerundet (Euro pro Jahr)
TV LCD (37 Zoll) 0,014 1
DVD/Video-Kombination 0,069 7
Surround System 0,202 19
DVD-Player kein messbares Ergebnis -
PC mit Monitor und Router 0,224 22
PC mit Monitor, Netzwerk und Drucker alt 0,240 23
Schnurloses Telefon inkl. Station 0,052 5
Spielkonsole 1 0,017 2
Spielkonsole 2 kein messbares Ergebnis -





Fazit: Mein Test bestätigt, dass im Stand-by-Modus einige Energie unnötig verbraucht wird. Auf diese Weise können Stromkosten von 80 bis 100 Euro zusammen kommen. Erstaunt hat mich zunächst, dass beim DVD-Player und bei einer Spielkonsole im Ruhezustand kein Stromverbrauch angezeigt wurde. Vermutlich war er einfach zu gering.

Steckerleiste

Kommt diese Steckerleiste zum Einsatz, sind die elektrischen Geräte auch wirklich aus. Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Abhilfe gegen unnötigen Stand-by-Verbrauch kann eine abschaltbare Steckdosenleiste schaffen. Weitere Möglichkeiten: Sie kaufen bevorzugt Geräte mit Aus-Schalter oder ziehen einfach den Stecker.

Wer sich nicht bücken will, kann natürlich gern auf Funksteckdosen zurückgreifen, die mittels Fernbedienung ein- und auszuschalten sind. Beachten Sie, dass aber auch diese Strom verbrauchen.

Ich habe nun auch meine restlichen elektronischen Geräte mit einer abschaltbaren Steckerleiste ausgerüstet. Dadurch hoffe ich, meinen Jahresstromverbrauch noch weiter zu senken.

Wie halten Sie es damit? Laufen Ihre Elektrogeräte ständig im Stand-by-Modus, oder schalten Sie diese komplett aus? Ich freue mich, wenn Sie die Kommentarfunktion nutzen und mir Ihre Erfahrungen schildern.

Veröffentlicht von Ronny Bandermann am 24. Januar 2014 12:42 in Energie, Spartipps

Kommentare

Eine Reaktion zu “Energiespartipps im Test: Stand-by-Verbrauch”
  • Von Daniel

    Toller Artikel, besonders die Tabelle mit der Auflistung der Standby Geräte und wie viel diese an Stromkosten im Jahr verursachen. Es gibt in fast jeden Haushalt, die selben "Standard" Standby Geräte. Je nach Haushaltsgröße gibt es aber eine größere Anzahl, der selben Geräte. In diesem Video habe ich alle Geräte, wie auf Ihrer Liste aufgelistet und den Verbrauch + Kosten im Jahr vorgerechnet
    https://www.youtube.com/watch?v=g-ZQ_VycBpo Antworten

  • Name*

  • E-Mail*