Energiesparmeister-Wettbewerb: Sachsen unter den Besten

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Mit diesem Logo macht der bundesweite Wettbewerb auf sich aufmerksam. Foto: CO2online

Jede Stimme zählt! Das gilt auch für den Wettstreit der Landessieger beim Energiesparmeister-Wettbewerb, dem ENSO als Partner zur Seite steht. Noch bis heute Abend kämpfen die 16 Schulen um den Bundessieg.

Und Sie können den sächsischen Sieger unterstützen. Meine Stimme für den „Energiesparmeister Gold“ habe ich dem Marie-Curie-Gymnasium Dresden bereits gegeben.

Derzeit liegen die Schüler auf Platz vier. Bekommen sie auch Ihren Zuspruch, schaffen sie es vielleicht noch aufs Treppchen. Voten können Sie hier .

Gymnasiasten

So fing alles an: Ausstellung zum Regenwaldprojekt der Dresdner Schüler im Kultusministerium kurz nach dem Start 2002. Foto: Marie-Curie-Gymnasium Dresden

Das Engagement aller Schulen aus unserer Region fürs Energiesparen und den Umweltschutz haben mich beeindruckt. Bereits seit 13 Jahren gibt es am Marie-Curie-Gymnasium Dresden ein Regenwaldprojekt. Bisher haben die Schüler über 174.000 Euro gesammelt.

Mit diesem Geld kauften sie in Ecuador 777 Hektar Regenwald. Das sind ungefähr 1.088 Fußballfelder. Wow! Damit verhinderten sie die Abholzung dieser riesigen Fläche und konnten den Lebensraum für viele Tierarten erhalten.

Der jährlich stattfindende Regenwaldlauf ist die größte Aktion der Initiative. Jede Runde, die die Jungen und Mädchen absolvieren, wird von einem Sponsor honoriert. Im Jahr 2013 brachte das stolze 22.863,85 Euro ein. Darüber hinaus füllen die Schüler ihre Regenwaldkasse bei Kuchenbasaren, Ausstellungen, Dia-Vorträgen oder Verkaufsaktionen.

Die gesammelten Gelder kommen der Regenwaldschutzgenossenschaft „Selva Viva“, der Tierauffangstation „AmaZOOnico“ und der Urwaldschule “Sacha Yachana” in Ecuador sowie der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz München zugute. Das hat wohl auch die Jury überzeugt, die die Dresdner Schüler zum Energiesparmeister Sachsen kürte.

Vom Projekt der Oberschule Radebeul-Mitte ist mir ein besonderer Wettstreit in Erinnerung geblieben. Der Titel des Spiels „Schlag den Bösel“ erinnert an die TV-Sendung „Schlag den Raab“. Hierbei sollen die Schüler das Prinzip der Wärmedämmung verstehen und ihren Schulleiter übertrumpfen. Jeder Teilnehmer erhält ein Modellhaus mit dem Ziel, es zu dämmen. Das Material wählt jeder Schüler selbst. Dann wird heißes Wasser ins Modell gestellt. Die Schüler messen und dokumentieren den Temperaturabfall des Wassers und vergleichen ihn mit den Daten von Herrn Bösels Modellhaus.

Hätte sich mein ehemaliger Direktor der Schülerkonkurrenz gestellt? Ich bin nicht sicher. Auf jeden Fall wäre mein Ehrgeiz geweckt gewesen. Daran wird deutlich, wie die Oberschule Radebeul bei ihrem Energiesparprojekt vorgeht: Die Schüler sollen spielerisch lernen. Und so experimentieren die Jugendlichen auch mit Sonnen-, Wind- und Wasserkraft, probieren sinnvolles Beleuchten und Belüften, tüfteln im Bereich der Elektromobilität.

Solarradio

Eine weitere Tüftelei der Bautzener Arbeitsgemeinschaft: ein Solarradio. Foto: Schiller-Gymnasium Bautzen

Das Schiller-Gymnasium in Bautzen schickte zwei Projekte ins Rennen um den Titel „Energiesparmeister“. Die Schule ist für mich und meine Kollegen eine „alte Bekannte“. Regelmäßig treffen wir als Jugend-forscht-Patenunternehmen beim Regionalwettbewerb Dresden-Ostsachsen auf Bautzener Schüler. Nun sind wir ihnen beim Energiesparmeister-Wettbewerb erneut begegnet.

Eines der beiden Projekte beschäftigt sich mit technischen Tüfteleien oder Umbauten, die alltägliche Objekte energieeffizienter machen. Das hat mich aufhorchen lassen, denn warum das Rad neu erfinden?!

Ein Beispiel ist ein gasbetriebenes Notstromaggregat, das wir in der Frühjahrsausgabe unseres Kundenmagazins vorgestellt haben. Dieses wird nach dem Umbau nicht mehr mit Benzin betrieben und ist somit deutlich umweltschonender als das Original.

Außerdem hat mir gefallen, wie lange das Team schon zusammenarbeitet: Die sechs Schiller-Schüler haben ihre Arbeitsgemeinschaft initiiert, als sie in Klasse fünf waren. Heute besuchen sie die 10. Klasse und experimentieren noch immer gemeinsam.

Die Projektgruppe am Dresdener Gymnasium Bürgerwiese hat ihre Arbeitsgemeinschaft „ESUS: Energie sparen – Umwelt schützen“ getauft. Die Jugendlichen wollen die Energieeffizienz ihrer Schule verbessern. Ihr professionelles Vorgehen hat mir imponiert und mich an Energiemanager in Unternehmen erinnert. Systematisch fanden sie heraus, wo und wie man bei Heizung, Licht und Co. den Verbrauch senken kann.

Zunächst haben die Schüler ihr Lernumfeld analysiert: Wie ist das Energieschema des Schulgebäudes (Grafik unten)? Hat die Heizung der Turnhalle einen Regler? Wie viel Strom kann eingespart werden, wenn alle Lampen der Schule eine Stunde früher ausgeschaltet werden?

Energieschema

Im zweiten Schritt beobachteten die Schüler den Fernwärme-Verbrauch. Dafür baute der Energieversorger DREWAG einen Zähler ein, der zur Fernauslese geeignet ist. Über das Verbrauchsdaten-Informationssystem des Stadtwerks verfolgten die ESUS-Projektmitglieder den Verbrauch ihrer Schule nun online.

Das Ergebnis der Untersuchungen kann sich sehen lassen: Rund ein Sechstel der Kosten kann eingespart werden. Das sind beim Gymnasium Bürgerwiese über 9.000 Euro pro Jahr. Ein echter Erfolg, denn das gesparte Geld, kann nun für andere Projekte genutzt werden. Und die jungen Energiesparer wollen ihr Wissen nicht für sich behalten, sondern an andere Schulen weitergegeben und diese mit ihrer Erfahrung unterstützen.

Wie finden Sie, liebe Leser, das Engagement der Schüler und Lehrer? Ist doch toll, oder? Seit zehn Jahren ruft die Kampagne „Klima sucht Schutz“, die vom Bundesumweltministerium gefördert wird, den Wettbewerb um den Energiesparmeister aus. Jedes Jahr werden es mehr Schulen, die Landes- und schließlich Bundessieger werden wollen. Wenn Sie auch solche Projekte kennen, dann schreiben Sie mir. Gern nehme ich Kontakt zu den Schulen auf und erzähle ihnen vom Wettbewerb.

Veröffentlicht von Tina Rüssel am 12. Juni 2014 11:35 in Energie, Umwelt, Wissen

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