Energie-ABC: Gebäude-Thermografie

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Mit Gebäude-Thermografie kommen Sie Wärmeverlusten auf die Spur

Die ersten kühleren Temperaturen läuten die kommende Heizperiode ein. Ich wohne in einem älteren Haus und möchte mit Hilfe einer Thermografie Klarheit bekommen, ob die wertvolle Heizenergie bleibt, wo sie hin gehört, nämlich im Haus.

Stichwort Thermografie: Was verbirgt sich hinter diesem Begriff und was bringt diese Methode? Darum geht es in meinem heutigen Blog-Beitrag.

 

Bei Wikipedia finde ich heraus, dass beide Wortbestandteile aus dem Griechischen stammen. „Thermo“ bedeutet „Wärme“; „-graphie“ bzw. „-grafie“ steht für „zeichnen“ oder auch „schreiben“. Demnach ist Thermografie ein Verfahren, das die – für das menschliche Auge unsichtbare – Wärmestrahlung (Infrarotlicht) eines Objektes oder Körpers sichtbar macht. Als Beispiel können Sie sich vorstellen, dass glühender Stahl sichtbar Strahlung abgibt und für unsere Augen hell erscheint, ebenso aber unsichtbar ein Eisklotz.

Bei der Thermografie kommen wärmeempfindliche Sensoren und Infrarotkameras zum Einsatz, die die Oberflächentemperatur in ein Farbspektrum von blau bis rot “übersetzen”.

Verschiedene Farben geben Auskunft über die Intensität der Wärmestrahlung

Bei Gebäuden wird Thermografie angewendet, um Wärmeverlusten auf die Spur zu kommen, die durch Baumängel oder veraltete Bausubstanz entstehen. Typische Schwachstellen sind einfachverglaste Fenster, ungedämmte Dachgauben, Heizkörpernischen oder Rollladenkästen. Das Verfahren macht unerwünschte Wärmeabstrahlungen und Kältebrücken sichtbar.

Wenn Sie an Ihrem Haus Wärmebildaufnahmen planen, sind die kommenden Wintermonate der ideale Zeitpunkt, da die Außentemperatur möglichst niedrig sein soll. Maximal 8°C werden empfohlen, um Temperaturunterschiede zu erkennen und aussagekräftige Bilder zu erhalten.

Beauftragen Sie in jedem Fall einen Fachmann. Er sorgt für fachgerechte Aufnahmen mit der Wärmebildkamera, ist in der Lage, die Farbverläufe korrekt zu interpretieren, konkrete Schwachstellen zu benennen und passende Maßnahmen zu empfehlen.

Um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie:

  • Zwei Tage vor der Durchführung alle beheizbaren Räume rund um die Uhr auf zirka 20 °C heizen,
  • die Nachtabsenkung der Heizung deaktivieren und den Kamin nicht nutzen,
  • zugestellte Außenwandflächen frei räumen,
  • am Tag der Thermografie die Fenster geschlossen halten sowie die Rollläden öffnen.

Mit einer Thermografiekamera werden Schwachstellen an Ihrem Haus sichtbar

Die Wärmebildaufnahmen sind vor Ort recht schnell erledigt und dauern zirka 15 bis 25 Minuten. Wenn freier Zugang zum Grundstück ist, müssen Sie noch nicht einmal zum Termin anwesend sein.

Einige Tage nach der Thermografie erhalten Sie einen Ergebnisbericht inklusive Infrarotaufnahmen und Bildbeschreibungen. Durch die Darstellung der verschiedenen Farben lassen sich die Intensität der Wärmestrahlung und dadurch mögliche Schwachstellen am Haus erkennen. Grün zum Beispiel bedeutet, dass die Temperaturverteilung überdurchschnittlich gut ist, in orange werden übliche Wärmeverluste dargestellt und rot zeigt grobe Mängel auf. Hier sollten Sie schnellstmöglich einen Handwerker zu Rate ziehen, um Sanierungsmaßnahmen zu besprechen.

Ich habe mir fest vorgenommen, im kommenden Winter auch mein Haus auf Herz und Nieren prüfen zu lassen und hoffe, dass ich keine bösen Überraschungen erlebe.

Haben Sie Interesse an einer Gebäude-Thermografie? Dann nutzen Sie doch das ENSO-Angebot.

Veröffentlicht von Ronny Bandermann am 16. Oktober 2012 21:02 in Energie, Services, Spartipps

Kommentare

3 Reaktionen zu “Energie-ABC: Gebäude-Thermografie”
  • Von Thermografie Weyhe

    Hallo,

    vielen Dank für den umfassenden Beitrag. Aufklärung ist wichtig und bringt das Thema weiter voran.

    Kleine Ergänzung vielleicht noch: Wir thermografieren in der Regel immer nur bei max. 5°C Außentemperatur.

    In diesem Sinne allerbeste Grüße aus Bremen

    enerpremium Antworten

  • Von Martin Jung

    Kurz und bündig, toller Artikel! Danke. Antworten

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