Elektromobilität: ENSO aktiv in der Modellregion Sachsen

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Einer unserer Mitsubishi i-MiEV unterwegs im Regionalbereich Heidenau.

Im Schienenverkehr bewährt sich der Elektromotor seit Jahrzehnten. Warum also nicht auch den Straßenverkehr elektrifizieren?

Geringe Emissionen und weniger Lärm im Alltagsverkehr wären die Folge – für mich als passionierter Radfahrer eine reizvolle Vorstellung. Und auch die Politik setzt auf die Vorteile des Elektroantriebs.

 

Bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen

Deutschland soll Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität werden. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen. In acht Modellregionen haben Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Kommunen 2009 begonnen, die Tauglichkeit elektrisch betriebener Straßenfahrzeuge zu testen. Eine dieser Regionen ist Sachsen. Im Verbundprojekt SaxMobility erproben die Partner, zu denen ENSO gehört, den Einsatz von 29 PKW und acht Elektrorollern in Unternehmen, Städten und Hochschulen. Begleitend haben sie 40 öffentlich zugängliche Ladestationen errichtet.

ENSO testet Elektroautos im Flottenbetrieb

Mittlerweile gehören acht Elektroautos zu unserem Fuhrpark. Meine Kollegen und ich haben mit ihnen schon rund 40.000 Kilometer zurückgelegt. Für mich als Projektmitarbeiter hat sich gezeigt, dass die „Stromer“ im Kurzstreckenbetrieb bis 100 Kilometer alltagstauglich sind. Das direkt anliegende Drehmoment des Elektromotors macht sie im Stadtverkehr sehr dynamisch. Für einen Familienausflug eignen sie sich ebenfalls. Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Torsten Barthel.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Um die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu vergrößern, beteiligt sich unser Unternehmen aktiv am Ausbau der Ladeinfrastruktur. Bis dato haben wir sechs öffentlich zugängliche Ladesäulen in der Region errichtet. Sie stehen in Dresden, Großenhain, Radeberg, Rathen, Tharandt und Glashütte. Weitere sind geplant. “Getankt” werden kann an den Säulen gegenwärtig über eine RFID-Karte mit PIN-Nummer, die der Fahrzeugeigentümer kostenlos bei uns beantragt.

Das Projekt SaxMobility II

Modellregion Elektromobilität Sachsen

Modellregion Elektromobilität Sachsen

Zukünftig soll eine Abrechnung der Ladezeiten über Mobiltelefone nach dem Prinzip des Handy-Tickets möglich sein. Nutzer eines solchen Tickets, beispielsweise im Verkehrsverbund Oberelbe und dem Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, können dann mit ihrem Mobiltelefon nicht nur Fahrkarten für den öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch Grünstrom für ihr Elektrofahrzeug kaufen. Hierfür wurde das vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützte Projekt SaxMobility II ins Leben gerufen. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren. Diese Partner beteiligen sich neben ENSO daran:

  • DREWAG-Stadtwerke Dresden
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
  • KEMA-Ingenieurunternehmen für Energieversorgung
  • Stadtwerke Leipzig
  • Leipziger Verkehrsbetriebe
  • Forschungs- und Transferzentrum Leipzig

Die Dresdner Verkehrsbetriebe sowie die Städte Dresden und Leipzig sind ebenfalls in das Projekt eingebunden.

Auch in Zukunft werden wir weitere Elektroautos in unseren Fuhrpark aufnehmen. In den kommenden Wochen erwarten wir vier Opel Ampera – so genannte PHEV (Plug-in hybrid electric vehicle) – als Neuzugänge. Ich freue mich schon auf die erste Fahrt mit einem der neuen Modelle.

Haben Sie schon Erfahrungen mit der Elektromobilität gesammelt? Dann berichten Sie mir davon!

Veröffentlicht von Dr. Tino Schuette am 13. März 2012 13:49 in Elektromobilität, Energie

Kommentare

4 Reaktionen zu “Elektromobilität: ENSO aktiv in der Modellregion Sachsen”
  • Von Olsen

    Schienenverkehr mit Elektroauto zu vergleichen halte ich für nicht richtig. Das Problem eines Elektroauto ist die Batterie.
    Der geringe Energiepreis gegenüber dem Benzinauto ist nur durch die Steuerunterschiede bedingt. Beim Benzinpreis ist der Steueranteil zur Zeit über ein Euro.
    Zu Hause soll elektrische Direktheizung (Nachtspeicherheizung) verboten werden. Was macht das Elektroauto im Winter?
    Ich denke das Elektroauto wird als großer Irrtum in die Geschichte eingehen.
    Besser wäre sich auf Gasantrieb und sparsamere Motoren zu konzentrieren. Antworten

    • Von Carsten Wald

      Danke für Ihren Beitrag. Da Herr Dr. Schütte nicht im Haus ist, kommt die Antwort von mir, Carsten Wald, Projektleiter Elektromobilität.

      Ihr Stichwort Schienenverkehr: Die elektrische Traktion ist im Alltag angekommen, was der Beweggrund für uns war, diesen Vergleich zu wagen. Viele technische Aufgabenstellungen, die zu mehr Effizienz bei der elektrischen Fortbewegung mit Schienenfahrzeugen führen, wurden vor über 20 Jahren erprobt und gelöst. Denken Sie an die Tatra-Stadtbahnen von Dresden, die in den 80er-Jahren auf Rekuperationsbetrieb mit dem Ziel der Energieeinsparung umgerüstet wurden. Rekuperation, die Rückgewinnung der Bremsenergie und der Speicherung, ist ein essentieller Bestandteil der Serien-Elektrofahrzeuge von heute und bei konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nur mit sehr hohem technischen Aufwand umzusetzen.

      Wir verfolgen mit Aufmerksamkeit die gegenwärtigen Entwicklungen in der Elektromobilität. Seit 2010 sind bei uns Elektroautos im Flottenbetrieb im Einsatz. Bis auf das Problem der geringen Reichweite waren nicht nur wir Mitarbeiter, sondern auch Kunden, die die Autos getestet haben, erstaunt, welche Serienreife die Fahrzeuge bereits besitzen. Nach 35.000 Kilometern in Hitze- und Kälteperioden stellte sich ein Durchschnittsverbrauch von 16,4 kWh/100 km ein (ca. 1,6 l Benzin/100 km). Ein deutlicher Kostenvorteil gegenüber einem Benziner.

      Als Netzbetreiber wird es für uns in Zukunft interessant sein, ob es Szenarien der Wirtschaftlichkeit für die neue Speichertechnologie auf Lithium-Ionen-Basis gibt. Ein Beispiel: Ca. 20% aller Fahrzeuge im Großraum Dresden als Elektrofahrzeuge am Stromversorgungsnetz würden das Pumspeicherwerk in Niederwartha um die gleiche Kapazität ergänzen. In diesem Zusammenhang auch nicht unwichtig: Der meist genutzte Pkw von Deutschland, das Taxi fährt nur 7 von 24 Stunden, ansonsten steht er. Für einen Netzbetreiber, der im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die Wirtschaftlichkeit aller Speichertechnologien betrachtet, ist der Ansatz des gesteuerten Ladens von Elektrofahrzeugen auf jeden Fall interessant.

      Am Ende entscheidet der Kunde, welche Technologie er sich zur Fortbewegung aussucht.

  • Von Marcel

    Schön wäre es, wenn man die RFID Karte auch bekäme...Antrag finde ich keinen, die Hotline von ENSO kann auch nicht helfen....Schade... Antworten

    • Von Claudia Weinhold

      Hallo Marcel,

      hier ist leider etwas nicht so gelaufen, wie es laufen sollte. Sie haben mit Ihrem Anruf beim Kundenservice den richtigen Weg gewählt. Bitte entschuldigen Sie, dass der Mitarbeiter nicht aussagefähig war - die Frage nach der RFID-Karte kommt nicht all zu häufig vor. Ich habe Ihren Hinweis weitergegeben. Die Kollegen sind jetzt auf dem Laufenden.

      Ich kümmere mich darum, dass Sie eine Tankkarte für die ENSO-Ladesäulen bekommen und melde mich per E-Mail wieder.

      Viele Grüße

      Claudia Weinhold

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