Elektromobilität: ENSO kooperiert mit CarSharing-Anbieter

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Fotos: René Paritschkow

Jeden Morgen komme ich auf dem Weg zur Arbeit an der ENSO-Stromtankstelle am Dresdner Hauptbahnhof, Friedrich-List-Platz 2, vorbei und freue mich, wenn ich einen Elektroflitzer sehe, der dort aufgeladen wird. Seit wenigen Tagen gibt es einen Dauergast: Der mitteldeutsche CarSharing-Dienstleister teilAuto stellt an diesem Standort mit Unterstützung von ENSO und unserem Projektpartner DREWAG ein Elektroauto für seine Kunden bereit.

Elektromobilität und CarSharing passen gut zusammen, denn beides sind Ansätze, um sich umweltfreundlich fort zu bewegen. Deshalb haben meine Kollegen und ich die Kooperation mit teilAuto vorangetrieben.

Die Idee des Gemeinschaftsautos ist so erfolgreich wie einfach. Kunden eines CarSharing-Anbieters nutzen Fahrzeuge gemeinsam und tragen lediglich die individuellen Kosten, beispielsweise für Benzin. Fixkosten wie Fahrzeuganschaffung, Versicherung und Wartung werden auf alle Nutzer verteilt. Die Fahrzeuge kommen auf geringe Stillstandszeiten.

CarSharing eignet sich besonders für PKW-Gelegenheitsfahrer mit einer Jahresfahrleistung von weniger als 10.000 Kilometern. Die Stiftung Warentest hat in einer Modellrechnung nachgewiesen, dass der Besitzer eines Kleinwagens insgesamt 206 Euro pro Monat ausgibt, wenn er eine Jahresfahrleistung von 5.000 Kilometern hat. Für die gleiche Strecke mit dem gleichen Auto zahlt der CarSharing-Nutzer hingegen nur 138 Euro pro Monat.

Unsere Zusammenarbeit mit teilAuto ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Wir kooperieren im Rahmen des Teilprojektes SaxMobility II, einem Vorhaben der Modellregion Elektromobilität Sachsen. Als Praxispartner ist ENSO seit 2010 dort aktiv.

Zwei teilAutos an der ENSO-Stromtankstelle am Dresdner Hauptbahnhof

Was wollen wir mit der Kooperation erreichen? Zum einen verfolgen wir als Projektpartner das gemeinsame Ziel, Elektromobilität für Jedermann erfahrbar zu machen. Bisher haben wir das durch verschiedene Testaktionen für unsere Kunden – wie jetzt in den Herbstferien – in die Tat umgesetzt. Mit einem Elektroauto in einem CarSharing-Fuhrpark lassen sich noch mehr Nutzer erschließen. Zum anderen geht es uns darum, die Lade-Infrastruktur zu testen. Auch hier ist das Elektrofahrzeug im Einsatz bei teilAuto für uns gewinnbringend, denn die öffentliche Stromtankstelle am Dresdner Hauptbahnhof wird ab sofort regelmäßig genutzt.

Das Elektrofahrzeug vom Typ Citroën C-Zero hat eine Reichweite von zirka 100 Kilometer. Es soll die Gebrauchstauglichkeit der Elektrofahrzeuge im CarSharing-Alltag nachweisen. Bei einer mittleren Fahrstrecke von 80 Kilometer pro Einsatz ist die elektrische Reichweite ausreichend. Die Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Personen trägt dazu bei, die Fahrzeuganzahl zu verringern und den in Ballungsräumen knappen Parkraum zu entlasten. Laut Bundesverband CarSharing ersetzt ein CarSharing-Fahrzeug im Durchschnitt vier bis acht Privat-PKW. Zudem bedient CarSharing das Bedürfnis nach individueller Mobilität. Ein Fahrzeug kann auch kurzfristig für Wegstrecken abseits von Bus- und Bahnlinien verwendet werden.

Als Mitarbeiter des Projektes freue ich mich zu sehen, wie sich die Vorteile des Gemeinschaftsautos mit den Vorzügen des Elektroantriebes verbinden. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir sammeln werden. Sobald sich ein erstes Fazit ziehen lässt, wird teilAuto hier im ENSO-Blog in einem Gastbeitrag darüber berichten.

Veröffentlicht von Dr. Tino Schuette am 30. Oktober 2012 16:40 in Elektromobilität, Energie, Umwelt

Kommentare

2 Reaktionen zu “Elektromobilität: ENSO kooperiert mit CarSharing-Anbieter”
  • Von Hammerschmidt

    Hallo,
    schön, dass sich die enso für Elektromobilität engagiert. Weniger schön, wenn sich die zentral gelegene Ladesäule am Hbf-Dresden als "reserviert" bzw. blockiert für die öffentliche Nutzung präsentiert!

    Während die Carsharing-E-Autos von "teilAuto" mit ihren Schuko-Ladesteckern an jeder x-beliebigen Steckdose während ihrer Standzeiten aufgefrischt werden können, ist der durchreisende E-Mobilist auf die höhere Ladeleistung der Typ2-Anschlüsse angewiesen, da er nicht 6-8 Stunden Wartezeit hat. Hier wäre zu überdenken ob nicht:
    - zusätzliche Schukodosen für die geparkten Carsharing-Autos montiert werden oder
    - diese zumindest wenn voll geladen von den reservierten Parkflächen entfernt werden

    Wichtig wäre auch, die Erstbenutzer der Fahrzeuge von teilAuto besser einzuweisen. Denn es ist sicher frustrierend wenn (wie am 07. Februar 2013 geschehen) der Fahrzeugmieter 45km von Dresden entfernt (fast) liegenbleibt und Hilfe sucht.

    Dass er über den starken Einfluss von Fahrweise und Fahrzeugheizung auf die Reichweite nicht aufgeklärt wurde, ja noch nicht einmal wusste, dass er an jeder Steckdose "tanken" kann - ja eigentlich so oft wie möglich laden sollte - halte ich für wenig dienlich für das Projekt Elektromobilität.

    Es gibt einiges zu verbessern - aber die Anfänge sind getan!
    Mit elektrischen Grüßen!

    Jörg H. Antworten

    • Von Dr. Tino Schuette

      Danke für Ihre offenen Worte. Ich kann Ihren Unmut nachvollziehen.

      Die Situation war auch aus unserer Sicht nicht optimal. Seit etwa einer Woche ist nur noch ein C-Zero von teilAuto an der Ladesäule vor dem ENSO-Gebäude stationiert. Das andere Fahrzeug war vorübergehend dort platziert, bis es seinen eigenen Ladestandort bekommt.

      Alle E-Fahrzeugführer, die unseren Standort nutzen möchten, um ihr Auto zu "betanken", haben bei belegter Ladesäule die Möglichkeit, die zwei kostenlosen Ladeplätze in unserer Tiefgarage zu nutzen. Ein Aufkleber an der Ladesäule weist darauf hin.

      Ein C-Zero kann herstellerseitig mit Wechselstrom nur einphasig geladen werden. Die Nutzung des Typ2-Steckers für dreiphasiges Wechselstromladen - wie alternativ an unseren Ladesäulen angeboten - ist leider nicht möglich. Mithin sind die Standzeiten für einen kompletten Ladevorgang relativ lang.

      Wir sind froh, mit teilAuto einen Partner zu haben, mit dem wir die Tauglichkeit von E-Autos und der Ladeinfrastruktur im Alltag umfänglich testen können.

      teilAuto bewirtschaftet die Fahrzeuge selbständig, so dass wir keinen Einfluss auf den Informationsgehalt der angesprochenen Einweisung haben. Für uns alle sind die Feldtests eine Lernphase. Ich nehme Ihre Hinweise gern mit zu unserem nächsten Projekttreffen. Sie können Ihre Gedanken aber auch direkt bei teilAuto loswerden. Das Unternehmen betreibt einen Blog, auf dem Nutzer über ihre Erfahrungen mit einem Elektroauto berichten können. Bestimmt ist teilAuto dankbar für Ihren Hinweis.

      Mobil voran.

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