Eine erlebnisreiche (Rad-)Wanderung von Malter nach Klingenberg

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Blick von der Staumauer auf die Talsperre Malter

Es ist Sommer – endlich. Mit diesem Gedanken im Gepäck mache ich mich auf den Weg zum ENSO-Energie-Erlebnispfad. Im Frühjahr bin ich etwa zehn Kilometer von Freital-Cossmannsdorf zur Talsperre Malter und ihrem Wasserkraftwerk gelaufen. Jetzt ist dort der Ausgangspunkt für meine zwölf Kilometer lange Tour zur Talsperre Klingenberg. Dieses Mal bin ich mit dem Mountainbike unterwegs. Neben einer herrlichen Umgebung erwarten mich zwei Energie-Erlebnisbereiche. Zehn solcher Stationen hat ENSO entlang der Roten und der Wilden Weißeritz eingerichtet. Jung und alt können dort mit dem Thema Energie auf Tuchfühlung gehen. Ich bin gespannt. Also Helm auf und in die Pedalen getreten.

Ein Hinweis: Auf dem ausgewiesenen Radwanderweg gibt es einige Steigungen und steileres Gefälle. Für die Tour sollten Sie über ein geländetaugliches Rad mit Gangschaltung und über etwas Kondition verfügen. Wenn Sie Kinder mitnehmen wollen, dann nur wenn diese nicht zu klein und im Radfahren geübt sind.

Wo´s langgeht, zeigt der Wegweiser mit dem Wasserrad

Das Wasserkraftwerk zu meiner Rechten und die Malter zu meiner Linken fahre ich über die Staumauer. Von da aus sehe ich den Badebetrieb in den drei Strandbädern.

Laut Karte führt der Erlebnispfad gegenüber dem Restaurant „Strandperle“ durch ein Feld zur Paulsdorfer Heide. Ein Wegweiser soll auf den Pfad hinweisen. Das Schild ist gut versteckt und der Eingang zum Weg so unscheinbar, dass ich erst beim dritten Anlauf den richtigen Abzweig finde. Also Achtung hier! Ein Tipp: Achten Sie auf den grünen Wegweiser mit dem Wasserrad. Dann sind Sie richtig.

Erlebnispfad-Wegweiser für Fußgänger

Erlebnispfad-Wegweiser für Radfahrer

 

 

 

Unter Obstbäumen entlang und durch ein Getreidefeld führt der „Trampelpfad“ auf eine Anhöhe. Von dort aus haben Sie einen wundervollen Blick auf die Talsperre und das Umland.

Junge Balancierkünstler üben den geschickten Einsatz ihrer Muskelkraft

Es geht weiter bergauf – bis in die Paulsdorfer Heide hinein. Dort treffen die Reifenstollen auf gröberen Untergrund und der Streckenverlauf wird ebener. Mit Tempo geht es durch den Wald und wieder bergab bis zu einer Lichtung. Dann heißt es erneut Zähne zusammenbeißen und strampeln – bis hinauf in die Höckendorfer Heide. Nach 6,5 Kilometern und einer Fahrtzeit von knapp 50 Minuten – zu Fuß benötigen Sie etwa 90 Minuten – wartet am Tierpark Höckendorf endlich der erste Erlebnis-Bereich. „Energie aus Muskelkraft“ steht auf der Schautafel.

An welchem Seil hätten Sie gezogen und warum, um den Stein anzuheben?

„Wie passend“, sage ich zu mir und lasse mich am Picknickplatz nieder. Vor mir nimmt gerade ein älteres Ehepaar mit seinen beiden Enkeln das Modell unserer Balancier- und Wippscheibe in Augenschein. Die zwei Jungs versuchen abwechselnd, sich auf der Scheibe zu halten. Gar nicht so einfach. Nach etlichen Versuchen gelingt es ihnen und wenig später stellen beide ihr Können unter Beweis. Gemeinsam stehen sie auf der Scheibe und versuchen sich gegenseitig „herunter zu wippen“.

Neben dem Modell steht ein metallener Hebelarm, an dem auf der einen Seite ein großer Stein befestigt ist und auf der anderen Seite drei Seile in unterschiedlichem Abstand zueinander baumeln. Dieses Spiel ist jedoch noch nichts für die Kleinen. Da muss der Opa ran. Geduldig erklärt er seinen Enkeln, an welchem der drei Seile sie ziehen müssen, damit der Stein mit dem geringsten Kraftaufwand anzuheben ist.

 

Auf Tuchfühlung mit der Biomasse

Die Staumauer der Talsperre Klingenberg

Im Wald, hinter Baumwipfeln verborgen, liegt die Talsperre Klingenberg. Bergauf, bergab geht es entlang der Landstraße und das Ziel lässt sich in der Ferne nur leicht erahnen. Erst die Waldschänke „Talsperre Klingenberg“ verrät mir, dass ich angekommen bin. Mein Tachometer zeigt nun zwölf Kilometer bei einer Gesamtfahrzeit von etwa 90 Minuten an. Zu Fuß sollten Sie für die Strecke ungefähr die doppelte Zeit einplanen.

Hinter der Gaststätte führt ein schmaler Pfad hinab auf den Rundwanderweg um das Gewässer. Jetzt kann ich auch endlich die Staumauer sehen. Schade nur, dass diese gerade saniert wird. Gern hätte ich mir von ihr aus einen Überblick über die ganze Talsperre und das unterhalb liegende Wasserkraftwerk verschafft.

Gehen Sie auf Tuchfühlung mit der Biomasse

Allerdings kann ich mir auch am nächsten Energie-Erlebnisbereich „Energie aus Biomasse“ die Zeit gut vertreiben. Neben einem Biomasse-Drehrad ist die Biomasse-Fühlbox eine besondere Erfahrung. Darin lassen sich im Verborgenen und mit bloßer Hand verschiedene Arten von Biomasse ertasten. Nur Mut, die Tuchfühlung ist eine „saubere Sache“.

Wer noch nicht genug hat, kann es mir nachmachen und die Trinkwassertalsperre – übrigens ist hier Badeverbot – umrunden. Es lohnt sich und die reizvolle Umgebung lädt geradezu ein. Allerdings kommen noch einmal zirka zehn Streckenkilometer mehr dazu. Für einen Ausflug mit kleinen Kindern dann sicher nicht mehr geeignet. Ihren Rückweg können Sie vom Bahnhof Klingenberg-Colmnitz – mit dem Rad in 20 und zu Fuß in 40 Minuten zu erreichen – antreten oder Sie haben noch so viel Kraft, und fahren die gesamte Strecke zurück.

Na, Lust auf eine (Rad-)Wanderung bekommen? Dann auf zum Energie-Erlebnispfad. Übrigens: hier können Sie Ihre Tour schon im Vorfeld planen.

Veröffentlicht von Martin Waldau am 15. August 2012 17:10 in Energie, Erneuerbare Energien, Freizeit
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