e2rad: Mit Pedelecs vom Bodensee nach Berlin – Teil 2

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Regenschutz

Schlechtes Wetter? Für die e2rad-Crew kein Grund zum Aufgeben. Fotos e2rad

Im ersten Teil unseres Interviews berichtete Steffen Buck, woher die Idee einer Pedelec-Tour vom Bodensee nach Berlin kommt und was die Studenten der DHBW Ravensburg, Campus Friedrichshafen, mit dem Projekt erreichen wollen.

Heute geht es weiter mit Fragen und Antworten zur Tour. Ich wollte wissen, wie sich die Teilnehmer vorbereitet haben, an welche Erlebnisse sich Steffen Buck erinnert und wie es jetzt – nachdem alle wieder nach Hause zurück gekehrt sind – weiter gehen wird.

Wie haben Sie alle sich auf die Tour vorbereitet?

Der eine oder andere hat sein persönliches Training in den Alltag eingebaut. Als kleinen Vorgeschmack radelten wir am 6. April einmal um den Bodensee, mit Abkürzung Fähre Meersburg-Konstanz.

Auf der 130 Kilometer langen Strecke tauschten wir uns aus, wann in welcher Unterstützungsstufe gefahren werden muss, um möglichst sparsam mit der verfügbaren Akkukapazität umzugehen. Das war wichtig, weil auf der Tour vom Bodensee nach Berlin Tagesetappen bis zu 170 Kilometer anstanden. Da muss man gut mit dem Akku haushalten.

Wie ist die Tour gelaufen? Was haben Sie erlebt?

Mit dem Wetter hatten wir leider etwas Pech. Nach einem sehr sonnigen ersten Tag mussten wir immer wieder gegen leichten Regen und teilweise recht “frische” Temperaturen unter 10 Grad ankämpfen. Gerade in solchen Stunden haben wir uns über die Gastfreundschaft – auch in Sachsen – gefreut. Nach einer besonders anstrengenden, nasskalten Etappe beispielsweise kehrten wir mittags spontan in einen Landgasthof in Thiendorf ein. Die Wirtin hatte um diese Uhrzeit nicht mit einer so großen Gruppe gerechnet, sich aber sehr gut um uns gekümmert. :-)

Grenzübergang am Rennsteig

Von der deutsch-deutschen Grenze ist am Rennsteig nichts mehr zu sehen. Aber ein Schild erinnert daran.

Zwischendurch wurde der Weg auch mal von einer Herde Schafe versperrt, was uns zeitlich etwas zurück warf. An einem anderen Tag führte uns unser Navigationsgerät an ein militärisches Sperrgebiet und wir mussten eine alternative Route suchen.

Interessant war auch der Rennsteig im Thüringer Wald. Hier passierten wir die frühere Grenze zur DDR. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, dass Deutschland an dieser Stelle einmal geteilt war.

Hatten Sie unterwegs mit Pannen zu kämpfen?

Die Pannenstatistik hielt sich zum Glück in Grenzen: drei platte Reifen und sieben Kettenklemmer. Der Zusammenhalt im Team war einfach spitze, jedes Problem lösten wir sofort gemeinsam – alle halfen mit. Das hat die Gruppe enorm zusammengeschweißt. So schafften wir es, selbst auf den anspruchsvollsten Etappen wie von Bayreuth nach Gera mit knapp 2.000 Höhenmetern oder von Gera nach Dresden mit über 170 km Länge dauerhaft geschlossen zu fahren.

Auf der Zielgeraden in Berlin passierte leider noch ein Unfall: Projektleiter Stefan Munk wich einem Scherbenhaufen aus, fuhr gegen einen Pfosten und wurde von seinem Rad geschleudert. Nach zwei Tagen Krankenhausaufenthalt konnten wir ihn mit vergleichsweise geringen Verletzungen zum Glück wieder mit nach Hause nehmen.

Das ist ja noch mal gut ausgegangen! Welches Fazit ziehen Sie jetzt nach der Tour?

Auf unseren Etappen beobachteten wir vor allem bei gutem Wetter viele Leute dabei, wie sie uns als Gruppe einzuordnen versuchten und verwundert das “E Zwei Rad” auf unseren Trikots erkannten. Ich denke, dass sich inzwischen recht viele Leute für Elektromobilität interessieren und unsere Tour einen Teil dazu beiträgt, Vertrauen in die neue Generation von Pedelecs und E-Bikes aufzubauen.

Stefan Munk auf einem Pedelec

Mitstreiter Stefan Munk kämpft sich über einen vom Regen aufgeweichten Feldweg.

Beim Aufzeichnen der Daten für unsere Leistungsstudie hatten wir zwischendurch ein paar technische Probleme. Regen und Erschütterungen von Feldwegen haben die Sensoren etwas gestört. Zum Teil sind sie sogar kaputt gegangen.

Glücklicher Weise hatten wir vier Systeme dabei, was uns die Möglichkeit zum Tausch gab. So konnten wir trotzdem für alle Fahrer und Pedelecs, inklusive meinem Liegetrike, genügend Daten aufzeichnen.

Und wie geht es jetzt weiter?

Wir werten die Daten aus und sind gespannt, zu welchem Ergebnis wir kommen. Mal sehen, ob sich unsere Annahmen bewahrheiten. Bis dahin müssen wir uns allerdings noch ein bisschen gedulden. Und Ihre Blogleser auch – wir werden hier berichten!

Ende September schließen wir unser Studium zum Wirtschaftsingenieur ab. Das Projekt übergeben wir dann an unsere Nachfolger. Ich bin gespannt, mit welchen Ideen sie es weiterführen.

Ich auch! Und ich drücke die Daumen für einen erfolgreichen Studienabschluss.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, dem seien folgende Links empfohlen: www.e2rad.eu, www.facebook.com/e2rad, www.youtube.com/user/e2radDHBW

Veröffentlicht von Claudia Weinhold am 9. Mai 2014 15:04 in Elektromobilität, Energie

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