Biomethananlage Zittau: Kooperation über Ländergrenzen

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Auf Maisfeldern im benachbarten Polen wächst der für die Biomethananlage in Zittau nötige pflanzliche Rohstoff. Fotos: ENSO

Bei ENSO entwickle ich Projekte im Bereich erneuerbare Energien. Dabei zählt es zu meinen Aufgaben, geeignete Standorte für Biogasanlagen zu suchen, die Machbarkeit der Projekte zu prüfen und den Kontakt zu Partnern aufzunehmen – zum Beispiel zu Grundstücksbesitzern und Landwirtschaftsbetrieben.

Insbesondere bei der Nutzung von Biomasse für die Energieerzeugung ist die Kooperation mit anderen Ländern wichtig. In unseren osteuropäischen Nachbarländern gibt es ein erhebliches Flächenpotential, das teilweise brach liegt.

Als Biomethan Zittau GmbH hat unser Unternehmen gemeinsam mit der Stadtwerke Zittau GmbH eine Biomethananlage errichtet. In seinem Blog-Beitrag vom 25. April 2012 berichtete mein Kollege Wolfram Sinnecker darüber. Die Anlage erzeugt Biogas, das auf Erdgasqualität aufbereitet wird. Basis für die Biogaserzeugung sind nachwachsende Rohstoffe. 100 bis 120 Tonnen Mais-, Getreidepflanzen- und Grassilage benötigt die Anlage pro Tag.

Ein großer Transporter kippt die Maissilage in der Lagerhalle ab.

Polnische Landwirte bauen die erforderliche Jahresmenge von rund 40.000 Tonnen Substrat an. Bakterien wandeln einen Teil der organischen Pflanzenbestandteile in Methan um. Die Pflanzennährstoffe, wie zum Beispiel Stickstoff und Phosphor, bleiben im so genannten Gärrest erhalten. Dieser wird an den Anbauort zurückgeführt und als Dünger auf den polnischen Feldern genutzt. So schließt sich der Kreis. Anbauverträge mit Landwirtschaftsbetrieben aus Polen sichern die Substratversorgung der Anlage über das Jahr 2020 hinaus.

Urkunde zum Innovationspreis, den die Biomethan Zittau GmbH im vergangenen Jahr erhielt

Für die Etablierung des Stoffkreislaufes über die Ländergrenze Polen – Deutschland hinaus erhielt die Biomethan Zittau GmbH 2011 den Trinationalen Innovationspreis in der Kategorie „Best Partnership“. Verliehen wurde er am 1. Dezember in der Niederschlesischen Philharmonie in Jelenia Gorà. Dieser Preis kam für alle Beteiligten überraschend, umso größer war natürlich die Freude. Mehr Informationen zum Trinationalen Innovationspreis und zu den Preisträgern der vergangenen Jahre finden Sie auf der offiziellen Webseite.

Wie gut dieser Kreislauf im Dreiländereck funktioniert, zeigen die hohen Flächenerträge und die hervorragenden Substratqualitäten, die die polnischen Landwirte in diesem und den vergangenen Jahren durch das Ausbringen der Gärreste erzielt haben. Partnerschaftliche Zusammenarbeit und regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit den polnischen Landwirtschaftsbetrieben haben diesen Erfolg ermöglicht.

Wenn Sie über dieses oder ähnliche Projekte mehr erfahren möchten oder Fragen dazu haben, dann schreiben Sie mir.

Veröffentlicht von Katja Weinhold am 20. November 2012 14:53 in Energie, Erneuerbare Energien

Kommentare

2 Reaktionen zu “Biomethananlage Zittau: Kooperation über Ländergrenzen”
  • Von Heinz Apel

    "http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/subventionspolitik-bundeslaender-kritisieren-teuren-biogasboom-a-734146.html"

    Dieser ganze Biogaswahnsinn rechnet sich nur durch Subventionen! Der Boden wird durch Monokultur zerstört. Die Erdgasvorräte reichen noch für über 100 Jahre. Es gibt also keinen Grund solche Anlagen zu bauen. Und wer muss das alles bezahlen, natürlich der Endverbraucher. Antworten

    • Von Katja Weinhold

      Vielen Dank für Ihren Kommentar, Herr Apel.

      Ich gebe Ihnen Recht: Die Energieerzeugung aus erneuerbaren Ressourcen ist kostenintensiver als die konventionelle Energieerzeugung – noch jedenfalls.

      Der weltweite Energiebedarf und die begrenzten Ressourcen werden dazu führen, dass fossile Energieträger immer teurer werden. Deshalb halten wir es für sinnvoll, dort wo es möglich ist, ergänzende Technologien hinzu zu nehmen.

      Durch den Einsatz eines vielfältigen Spektrums an Energiepflanzen wirken wir beim Betrieb von Biogasanlagen einer Monokultur entgegen. Durch die Rückführung der Gärreste bleibt ein Großteil der Biomasse und der Nährstoffe am Anbauort erhalten – im Gegensatz zu industriell genutzten Erzeugnissen wie z. B. Zuckerrüben.

      Unser langfristiges Ziel ist es, Strom und Wärme auf Basis erneuerbarer Ressourcen zu erzeugen, die keiner finanziellen Förderung bedürfen.

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