BDEW-Kongress: Drei Tage Energie- und Wasserwirtschaft

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Christoph Enderlein und ich auf dem BDEW-Kongress in Berlin

Alles begann mit einem spontanen Termin bei unserem Praktikumsbetreuer Sven Kretzschmar. Er überbrachte uns die frohe Botschaft, dass wir im Rahmen der Initiative Studentenpatenschaften am Kongress des BDEW – Bundesverband der Energie- und Wasser-wirtschaft – vom 26.06. bis 28.06. in Berlin teilnehmen könnten.

Wir, das sind Julia Orsakowsky, Diplomandin im Studiengang Wirtschaftsmathematik und Christoph Enderlein, Diplomand im Studiengang Elektrotechnik an der Hochschule Zittau/Görlitz. Überwältigt nahmen wir die Einladung an und waren gespannt, was uns erwarten würde. Im Vorfeld musste alles sehr schnell gehen: Hotel buchen, Zugticket kaufen und die Teilnahmeformulare ausgefüllt an den Veranstalter zurücksenden.

Los ging es am Dienstag, den 26. Juni. Bereits beim Einchecken im Hotel knüpften wir die ersten Kontakte – mit den Kollegen von der DREWAG, der Starkstrom-Anlagen Gesellschaft (SAG) und weiteren Branchenverwandten. Nach der offiziellen Begrüßung im InterContinental Berlin folgte eine Talkrunde mit Nachwuchskräften zum Thema Energiewende. Organisiert wurde diese von Ernst & Young, dem Hauptsponsor der Studentenpatenschaften. Per elektronischer Wahl konnten wir unsere persönliche Meinung zu den aktuellen Ereignissen im Rahmen der Energiewende in die Podiumsdiskussion einbringen.

In der darauf folgenden Auftaktveranstaltung hatten wir die Möglichkeit, mit weiteren Unternehmensvertretern der Energie- und Wasserwirtschaft ins Gespräch zu kommen. Das Spektrum reichte von Management- und Beratungsgesellschaften bis hin zu Unternehmen wie ABB oder E.ON. Zahlreiche Diskussionen an diesem Abend standen im Zeichen der Energiewende und deren Umsetzung. Zufälligerweise haben wir bei einem Gespräch einen ehemaligen Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz kennen gelernt. Der sehr kommunikative Abend ermöglichte es uns, Kontakte zu vielen Kongressteilnehmern zu knüpfen und Einblicke in ihr berufliches Umfeld zu gewinnen.

Rund 80 Studierende aus zirka 35 Unternehmen nahmen am BDEW-Kongress in Berlin teil; Foto: EW Medien und Kongress GmbH/Horn

Der zweite Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück in der Hotel Lounge. Es folgte ein Rundgang durch die Fachausstellung, vorbei an den Ständen namhafter Unternehmen. Nach einer kurzen Vorstellung einzelner Firmen konnten Fragen, durchaus auch kritische wie beispielsweise zum Gasversorgungsengpass im Februar 2012 oder zur Gleichstromtechnologie, gestellt werden. Aus persönlichem Interesse heraus besuchten wir die technikbezogenen Ausstellungsstände der SAG, von ABB, der Maschinenfabrik Reinhausen und von Wingas.

Im weiteren Verlauf gab es eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Energieerzeugung in der Wende“. Verbands- und Diskussionsteilnehmer argumentierten hier zum Teil kontrovers über die Energieversorgung Deutschlands und die Umstellung auf Erneuerbare Energien. Gelungen fanden wir die Rede von Umweltminister Peter Altmaier, der sich unter anderem den zu erwartenden Kosten der Energiewende widmete. Schade war, dass Bundeskanzlerin Fr. Dr. Angela Merkel aufgrund der politischen Ereignisse rund um die Eurorettung verhindert war und ihre Rede nicht halten konnte. Am Abend hörten wir uns noch SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Frank Walter Steinmeier an.

Im Anschluss an den Kongresstag lud Hauptsponsor Gas Union alle Teilnehmer zu einem kommunikativen Treff. Bei einer Live-Übertragung des Fußballspiels Portugal – Spanien in reizvoller Lage am Spreeufer tauschten wir uns mit weiteren Kongressteilnehmern aus. So gewannen wir Einblicke in die Studienbedingungen an anderen Hochschulen und konnten Vergleiche ziehen.

Julia Orsakowsky und ich blättern gespannt in der Sonderausgabe “EW aktuell” zum BDEW-Kongress

Höhepunkte des letzten Kongresstages waren die Rede von Bildungsministerin Annette Schavan zur Akzeptanz von Innovationen und Investitionen und die des Bundeswirtschaftsministers Dr. Philip Rösler zur Energiewende und der damit verbundenen Kostenverteilung. Interessant waren die verschiedenen Diskussionspanels. Im Panel „Schlüsselfaktor Netz“ wurde sehr ausgiebig über den kostenintensiven aber nötigen Netzausbau diskutiert. Erstaunlich war, dass die meisten Beteiligten sich darum sorgen, ausreichend Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erreichen. Ein gutes Beispiel für einen gelungenen Bürgerdialog führte Nikolaus Graf Kerssenbrock von CTG mit seinen Erfahrungen aus Bauprojekten zur Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2012 in London an.

Nach drei ereignisreichen Tagen haben wir einen tiefen Einblick in die Welt der Energie- und Wasserwirtschaft gewonnen. Ein besonderes Erlebnis stellte dabei der hautnahe Kontakt zu den politischen Akteuren Deutschlands dar.

Veröffentlicht von Nachwuchs am 4. Juli 2012 16:11 in Karriere

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