Ausgezeichnet: Bundesbester ENSO-Azubi im Interview

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Sebastian Illing und Eric Schweitzer bei der Preisverleihung in Berlin

Bei der Preisverleihung in Berlin: Sebastian Illing und Eric Schweitzer(r.), Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Foto: Jens Schicke

Glauben Sie an Zufälle? Vielleicht ist es einer, dass zwei bundesbeste Elektroanlagenmonteure in unserem Zählerwesen arbeiten. Aber dass sie Deutschlands beste Azubis in ihrem Beruf geworden sind, bestimmt nicht. Denn die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat das hohe Niveau der Ausbildung bei ENSO schon mehrfach gewürdigt und unsere Azubis für ihre Leistungen geehrt.

Im letzten Jahr hatten wir mit Sebastian Illing und Toni Krönert gleich doppelten Grund zur Freude: Der Elektroanlagenmonteur und der Anlagenmechaniker wurden von der IHK als landesbeste Azubis ihres Ausbildungsberufs ausgezeichnet.

Sebastian Illing konnte sich mit dem Ergebnis seiner Abschlussprüfung anschließend sogar auf Bundesebene durchsetzen. Wie der 22-jährige Görlitzer so eine gute Prüfung hingelegt hat und warum er froh ist, dass Barbara Schöneberger ihn bei der Preisverleihung „verschont“ hat, erzählt er im Interview.

Herzlichen Glückwunsch, Sebastian. Wie hast du denn von deinem Erfolg erfahren?

Die IHK hat mich darüber informiert – zuerst über meinen Kammer-, anschließend über meinen Landes- und letztendlich über den Bundessieg. Deshalb durfte ich im vergangenen Dezember zur Ehrung der bundesbesten Azubis nach Berlin fahren.

Nach meiner Abschlussprüfung im Winter letzten Jahres haben meine Ausbilder zwar schon angedeutet, dass mein Ergebnis sehr gut sei. Ich hätte allerdings nie mit dem Landes- oder sogar dem Bundessieg gerechnet.

Wie lief deine Abschlussprüfung ab?

Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

In der schriftlichen Prüfung mussten wir Fragen zu den Themenbereichen Anlagenplanung, Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation, Schaltungstechnik und Funktionsanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde aus der Berufsschule beantworten.

Im praktischen Teil musste ich zuerst eine funktionstüchtige Steuerung eines Garagentors installieren und dabei unter anderem darauf achten, dass es sich nicht schließt, solange sich das Auto noch darunter befindet.

Zwei Tage später bekamen wir von unseren Prüfern eine bereits fertige Installation, die zwei Fehler enthielt. Innerhalb einer halben Stunde sollten wir diese finden und beheben.

Insgesamt hast du in deiner Abschlussprüfung 96 von möglichen 100 Punkten bekommen, im Praxisteil sogar die volle Punktzahl. Lag dir das praktische Arbeiten schon immer?

ENSO Azubi Richard Richter beim Maststeigen für die ENSO-Ausbildungsfilme

Maststeigen gehört für die technischen ENSO-Azubis zum Handwerkszeug. Richard Richter zeigt für unseren Ausbildungsfilm, wie es geht.

Im Gegenteil. Gerade am Anfang meiner Ausbildung hatte ich eher Probleme mit der Praxis – beispielsweise beim Arbeiten an Freileitungen. Oben auf dem Mast war ich ohnehin schon aufgeregt. In 20 Metern Höhe noch Leitungen zu ziehen beziehungsweise Klemmen oder Abzweige zu setzen, kostete mich viel Überwindung.

Meine Ausbilder waren deshalb anfangs nicht so zufrieden mit meinen Leistungen und haben mich immer wieder motiviert, mich mehr anzustrengen.

Mich hat es aber auch geärgert, wenn meine Installationen nicht so gut waren. Ich versuchte dann stets, die Tipps meiner Ausbilder umzusetzen, und fing an, regelmäßig selbstständig zu üben. Nach und nach wurden meine Leistungen besser.

Vor allem während meiner beiden Praxiseinsätze im Regionalbereich Görlitz und bei einer Fremdfirma in Obercunnersdorf, die für ENSO tätig ist, fing das praktische Arbeiten an, mir richtig Spaß zu machen.

Wir haben zwar schon im ENSO-Ausbildungszentrum Elektroanlagen installiert, gewartet und repariert. Aber draußen in der Region immer etwas unter Zeitdruck unterwegs zu sein und an echten Anlagen „rumzuschrauben“, ist nochmal ein besonderer Ansporn.

Wie war die Preisverleihung in Berlin – so richtig mit Anzug und rotem Teppich?

Entertainerin Barbara Schöneberger im Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Entertainerin Barbara Schöneberger im Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Preisverleihung “Azubis 2014 – Unsere Besten“ in Berlin. Foto: Jens Schicke

Ja, das war tatsächlich so. Sie fand in einem 4-Sterne-Hotel statt und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sowie Eric Schweitzer, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, hielten eine Glückwunschrede. Entertainerin Barbara Schöneberger hat als Moderatorin durch den Abend geführt.

Wir Azubis wurden nacheinander in Zehnergruppen auf die Bühne geholt und Eric Schweitzer überreichte jedem von uns eine Urkunde.

Barbara Schöneberger hat sich den einen oder anderen herausgepickt und näher befragt. Das hat mich aber Gott sei Dank nicht getroffen. ;)

Wo arbeitest Du jetzt nach Deiner Ausbildung und was hast Du für die Zukunft geplant?

Ich arbeite gerade in der Zählerprüfstelle der ENSO NETZ in Kesselsdorf. Wir montieren Stromzähler auf Prüfgestelle und untersuchen sie anschließend auf Abweichungen. Mein Kollege Sebastian Mumme, mit dem ich dort zusammen arbeite, wurde 2011 übrigens auch bundesbester Azubi. „Unser kleines Kompetenzzentrum“, scherzen die anderen Kollegen manchmal.

Im Oktober möchte ich ein Elektrotechnik-Studium an der Berufsakademie Bautzen beginnen und mich weiter qualifizieren – mit ENSO als Praxispartner. Beworben habe ich mich bereits.

Veröffentlicht von Matthias Queitsch am 5. März 2015 09:55 in Karriere
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Kommentare

Eine Reaktion zu “Ausgezeichnet: Bundesbester ENSO-Azubi im Interview”
  • Von Tina Rüssel

    Zwei unserer Auszubildenden haben es wieder geschafft: Sie sind 2015 sachsenweit die besten Ihrer Zunft. Georg Schwarzer wurde von der Industrie- und Handelskammer Dresden als landesbester Elektroniker für Betriebstechnik ausgezeichnet, Fabian Mindner erhielt diese Auszeichnung als landesbester Elektroanlagenmonteur.

    Wir sind sehr stolz und sagen "Herzlichen Glückwunsch!" Antworten

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