Aus guten Gründen: Elektrofahrräder liegen voll im Trend

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Tobias von Wittich vor dem Geschäft von FahrradXXL

Tobias von Wittich ist Fahrradfachberater und Spezialist für Elektrofahrräder bei Fahrrad XXL in Dresden. Foto: Daniel Förster (3)

Der Ruf, Fahrräder mit zusätzlichem elektronischem Hilfsantrieb sind nur etwas für Senioren oder unsportliche Typen, hat sich lange überholt. Das zeigen nicht nur aktuelle Erhebungen wie Fahrradfahren in Deutschland 2016 oder der Fahrradmonitor 2015.

Als Fahrradfachberater und Spezialist für Elektrofahrräder bei Fahrrad XXL Emporon in Dresden-Nickern zählen immer mehr jüngere Leute zu meinen Kunden. Neben der kraftunterstützenden Technik schätzen Sie vor allem das mittlerweile sehr moderne Design der Zweiräder.

Dieser steigenden Nachfrage von Jüngeren tragen die Hersteller immer mehr Rechnung. Die Zeiten, in denen es Pedelecs nur mit tiefem Einstieg und Rücktritt gab, sind vorbei. Selbst sportliche Trekkingräder oder Mountainbikes sind heute mit Elektromotor erhältlich – und sehen zudem noch richtig spritzig aus. Diese modernen Räder sind in unseren Geschäften mittlerweile deutlich gefragter, als die klassischen Modelle.

Besonders die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen schätzt das Pedelec als Autoersatz für den täglichen Weg zur Arbeit. Die Bewegung an der frischen Luft ist gut für die Gesundheit, nicht mehr im Stau zu stehen oder keinen Parkplatz mehr suchen zu müssen, schont die Nerven. Und dank der eingebauten Tretunterstützung kommen sie ohne zu schwitzen ins Büro.

Tobias von Wittich berät zwei Kunden zu Elektrofahrrädern im Geschäft von Fahrrad XXL

Vor dem Kauf rate ich meinen Kunden verschiedene Elektrofahrräder auszuprobieren.

Immer häufiger interessieren sich auch junge Mütter für Elektrofahrräder. Durch die Motorunterstützung können sie ihre Kinderanhänger deutlich bequemer ziehen. Aber auch jene, die öfter Lasten zu transportieren haben, fragen in unserem Geschäft ganz gezielt nach Rädern mit elektronischer Tretunterstützung.

Meine älteren Kunden sehen Pedelecs vordergründig als Erleichterung, um im Alltag von A nach B zu kommen oder eine lockere Radtour zu machen, ohne sich dabei zu sehr verausgaben zu müssen.

Ist die Entscheidung für ein Elektrofahrrad gefallen, sollte die Marke erst einmal in den Hintergrund treten. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich heute nur noch die Wenigsten vom Hersteller beeinflussen lassen, sondern sich an ihren individuellen Bedürfnissen und Ansprüchen orientieren.

Vor dem Kauf sollten Sie auf jeden Fall unterschiedliche Antriebe ausprobieren. Meinen Kunden schlage ich je nach Nutzungsabsicht meist zwei, drei Räder mit unterschiedlichen Motoren vor und lasse sie testen. Dann haben sie einen Vergleich. Sie sollen spüren, welcher Antrieb für sie angenehmer zu fahren ist.

Jeder Motor hat eine andere Charakteristik und ein anderes Ansprechverhalten. Es gibt etwas sportivere Technik für diejenigen, die öfter im Gelände unterwegs sind oder sich auf bergigen Strecken bewegen. Da empfehle ich zum Beispiel Bosch oder Yamaha. Genussradfahrern rate ich eher zu einem Modell von Panasonic. Deren Antriebe sind in den niedrigeren Gängen bereits sehr gut, haben aber nach oben nicht mehr so viel Kraft.

Tobias von Wittich befestigt einen Akku am Unterrohr des Fahrradrahmens

Bei neueren Pedelec-Modellen ist der Akku ins Unterrohr eingelassen. So fällt er weniger auf.

Während sich die Motoren von ihrer Gestaltung nur wenig unterscheiden, geht es beim Fahrrad-Design vor allem darum, wo die Akkus angebracht sind. Drei Befestigungen sind gängig: Am Gepäckträger, hinter dem Sitzrohr oder am Unterrohr.

Der neueste Trend geht dahin, die Akkus in den Fahrradrahmen zu verbauen. Dafür ist zum Beispiel das Unterrohr etwas dicker. Dort wird der Akku eingelassen. Damit ist er nicht mehr ganz so auffällig.

Je nach Akkukapazität und der eigenen Fahrweise kommen Radler mit einer vollen Ladung zwischen 50 und 120 Kilometer weit. Die Lebenserwartung der wiederaufladbaren Batterien beträgt in der Regel drei bis sechs Jahre. Doch mit den richtigen Lade- und Lagertipps für Ihren Akku können Sie deutlich länger Spaß am elektrischen Rückenwind haben. Mehr dazu verrate ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag.

Veröffentlicht von Gastautor am 28. September 2016 16:00 in Elektromobilität, Energie, Freizeit

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