Aus alt mach neu: ENSO nutzt Wind jetzt noch effizienter

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Windrad

Beim Aufbau einer Windenergieanlage kommt es auf jeden Millimeter und Fingerspitzengefühl an.

Seit nunmehr sechs Jahren begleiten und begeistern mich die erneuerbaren Energien. Nach meinem Wasserwirtschaftsstudium fing alles mit der Erzeugung von Strom und Wärme aus Klärschlamm  an.

Danach projektierte ich Biogasanlagen und beschäftigte mich mit der Kraft des Wassers. Auch die Energiespeicherung spielt bei meiner Arbeit eine Rolle. Das Thema Windkraft ist bisher eher an mir vorbeigeweht.

Bei meinem Kollegen Falk Hohlfeld ist das ganz anders. Er leitet das Projekt zur Erneuerung einer Windenergieanlage (WEA) in Mohorn, einem Ortsteil der sächsischen Kleinstadt Wilsdruff, koordiniert und überwacht den Bau sowie die Inbetriebnahme der Anlage.

Projektleiter-Falk-Hohlfeld

ENSO-Projektleiter Falk Hohlfeld war beim Abbau des alten Windrads vor Ort.

Bereits vor 18 Jahren wurde im Windpark Mohorn das erste von insgesamt drei Windrädern errichtet. Inzwischen hat die alte Anlage ausgedient. Im Juli 2014 wurde sie demontiert.

Innerhalb weniger Monate baute der WEA-Hersteller ENERCON GmbH im ENSO-Auftrag eine neue und leistungsstärkere am selben Standort.

Der Ersatz einer Energieerzeugungsanlage durch eine effizientere wird als Repowering bezeichnet. Das hat zahlreiche Vorteile – nicht nur für den Anlagenbetreiber, sondern auch für die Allgemeinheit. Neue Windenergieanlagen sind in der Regel leistungsfähiger als ihre Vorgängermodelle und nutzen einen Standort besser aus. Das Repowering erhöht den Stromertrag bei gleichbleibender Fläche.

1996 lieferte die Altanlage in Mohorn erstmals Strom. Ihre Nabenhöhe betrug 65 Meter, der Rotordurchmesser 40 Meter. Die Gesamthöhe ergibt sich als Summe aus der Nabenhöhe und dem halben Rotordurchmesser. Sie lag bei 85 Metern.

Rotorzug

Die Rotorblätter wurden schon am Boden mit der Nabe verbunden.

Die Windkraftanlage erreichte eine Nennleistung von 500 Kilowatt. Zum Vergleich: Eine klassische Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus bringt es auf eine Nennleistung von ungefähr fünf Kilowatt.

Im März 2014 übernahm ENSO die Projektrechte für die Erneuerung der Altanlage von deren Eigentümer. Direkt nach dem Rückbau des Windrades wurde das Fundament für die neue Anlage gebaut und darauf der Turm mit der Gondel errichtet.

Am 30. Oktober erfolgte der so genannte Rotorzug. Fachleute von ENERCON montierten die Nabe mit den Rotorblättern am Boden vor, um diese anschließend mit Hilfe eines Spezialkrans auf die Höhe der Gondel zu heben. In über 60 Metern Höhe verbanden sie  Nabe und Gondel miteinander – für das gesamte Projektteam ein beeindruckendes Ereignis.

Montage

Die neue Windenergieanlage erzielt dank der größeren Rotorblätter einen höheren Stromertrag.

Die neue WEA ist insgesamt 99,5 Meter hoch. Die Nabe befindet sich in einer Höhe von 64 Metern – einen Meter niedriger  als die alte Anlage. Allerdings beträgt der Rotordurchmesser jetzt 71 Meter statt 40 Meter.

Die von den Rotorblättern überstrichene Kreisfläche ist entscheidend für den erzielbaren Stromertrag einer WEA. Dieser große Vorteil zeichnet die neue Anlage aus: Mit fast 4.000 Quadratmetern beträgt die Fläche mehr als das Dreifache im Vergleich zur Altanlage. Damit ist auch der zu erwartende Stromertrag rund dreimal höher.

Seit dem 18. November 2014 erzeugt die neue Windenergieanlage Strom und speist diesen ins Netz ein. Mehr als zwei Millionen Euro hat unser Unternehmen in dieses Projekt investiert. Wie schon in Wachau ist es der erfolgreichen Zusammenarbeit mit regionalen Partnern zu verdanken, dass wir die Stromerzeugung aus regenerativen Energien in Ostsachsen weiter ausbauen konnten.

Veröffentlicht von Katja Weinhold am 5. Dezember 2014 09:28 in Energie, Erneuerbare Energien

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