Auf Baustellen Praxisluft schnuppern

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Sophie an einer Trafostation in Kodersdorf

In diese Trafostation in Kodersdorf soll eine neue Schaltanlage installiert werden. Dazu haben meine Kollegen und ich, Sophie, die Station vorher vermessen.

Vor zwei Jahren absolvierte ich mein Schülerpraktikum bei ENSO NETZ in Görlitz. Dort gefiel es mir so gut, dass ich mich anschließend für eine Ausbildung in der ENSO-Gruppe, zu der ENSO AG als Energiedienstleister und ENSO NETZ GmbH als Netzbetreiber gehört, beworben habe.

Während meines Praktikums erledigte ich nicht viele Büroaufgaben, sondern durfte hautnah erleben, welche konkreten Aufgaben ein Stromnetzbetreiber im Nieder- und Mittelspannungsbereich bewältigen muss: Was passiert, wenn ein Kabel oder eine Freileitung beschädigt wird? Was und warum muss an einem Stromnetz gebaut werden? Diese und viele weitere Einblicke habe ich während meines Praktikums bekommen.

Heute bin ich keine Praktikantin mehr, sondern seit fast einem Jahr Auszubildende bei ENSO in Dresden. In dieser Zeit lernte ich bereits einige Abteilungen unseres Unternehmens kennen. Im Personal kümmerte ich mich zum Beispiel um die Einweisung von Praktikanten oder beantwortete in Absprache mit meiner Ausbildungsleiterin Bewerbungsschreiben für Schülerpraktika. In der Energiebeschaffung bekam ich einen Einblick, wie sich ENSO an der Börse in Leipzig am Stromhandel beteiligt.

Als ich von meiner Ausbilderin erfuhr, dass ich für drei Monate zurück nach Görlitz wechseln kann, freute ich mich sehr.

Da Görlitz nicht weit von meinem Heimatort entfernt ist, habe ich keinen langen Arbeitsweg. Einige meiner Kollegen wohnen in der Nachbarschaft. Sie nehmen mich morgens mit auf Arbeit.

Sophie am Computer

Neben meiner Büroarbeit bin ich viel auf Baustellen in der Region unterwegs. Die Abwechslung gefällt mir.

Ich arbeite im Sachgebiet Projektabwicklung, in dem ich sowohl kaufmännische als auch technische Aufgaben erledige - nicht nur am Computer. Gemeinsam mit meinen Kollegen bin ich auch auf Baustellen in den Gemeinden rund um Görlitz unterwegs. Dort führen Fachfirmen Bauaufträge der ENSO NETZ aus.

Oft nehme ich an Beratungen zum Bauablauf teil. Dabei besprechen meine Kollegen mit den Montagefirmen, was sie auf der Baustelle vor Ort beachten müssen - zum Beispiel, ob und wo bereits Strom-, Gas- oder Telefonkabel sowie Wasserleitungen liegen.

Das erste Mal nahm ich an einer solchen Beratung auf einer Baustelle in Kodersdorf teil, wo ein neues Felgenwerk entsteht. Um Baufreiheit für eine Straße zu schaffen, musste ein Mittelspannungskabel umgelegt werden.

Im Raum Reichenbach sowie in Ungunst, Steinbach und Lodenau ist ENSO NETZ momentan dabei, die Mittelspannungsleitungen von 10 auf 20 Kilovolt (kV) umzustellen. Bei solchen Arbeiten werden alte Anlagen und Leitungen durch neue ersetzt, die für die höhere Spannungsebene geeignet sind.

Mein Kollege Winfried Jeschke erklärte mir den Grund des Umbaus so: „Wer mehr Kraft in den Beinen hat, kann längere Strecken zurücklegen. So ist das auch mit der Spannung: Wenn wir eine Leitung mit höherer Spannung betreiben, können wir größere Distanzen überwinden, dadurch Umspannstationen einsparen und die Störanfälligkeit des Netzes verringern.“

Ich begleite ihn oft auf Baustellen. Als Bauleiter kontrolliert er vor Ort, ob diese Umbaumaßnahmen von den Montagefirmen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Anschließend nehmen meine ENSO-NETZ-Kollegen diese Leitungen in Betrieb.

beschädigter Gittermast

Ein LKW-Fahrer rammte beim Abbiegen diesen Gittermast, der dadurch beschädigt wurde.

Zu meinen Aufgaben gehört es auch, die Leistungen der Baufirmen aufzunehmen und deren Abrechnung vorzubereiten. Dazu muss ich manchmal Positionen nachtragen, die bei der Bauplanung noch nicht ersichtlich waren. Zum Beispiel, wenn eine Tiefbaufirma beim Graben auf eine andere Bodenklasse stößt, als vorher angenommen. Oft wird dann der Einsatz von anderen Geräten und Baumaschinen nötig.

Spannend und interessant finde ich es auch, Schadensfälle zu bearbeiten – beispielweise, wenn ein Strommast von einem PKW angefahren wurde oder ein Bagger eine Leitung beschädigt hat.

Nachdem die Störungsmeldung eingegangen ist, pflege ich den Schadensfall digital in unser System ein und leite ihn an unsere Monteure weiter. Sie kümmern sich dann darum, dass der Schaden so schnell wie möglich behoben wird.

Genau wie bei meinem Praktikum bin ich wieder total begeistert von den Tätigkeiten und dem Zusammenarbeit mit meinen Kollegen. Die abwechslungsreiche Arbeit macht mir großen Spaß und ich hoffe, dass ich nicht das letzte Mal hier bin. :)

Veröffentlicht von Jenny Warnasch und Sophie Riesner am 5. August 2015 13:50 in Karriere
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